Ganz Sicher Heuer – Ausstellung, MEWO Kunsthalle

6. August 2015 von Christine Hassler - Keine Kommentare

„Bad Art“. Ich zweifle, ob die Künstlerin selbst diesen Begriff als Zuordnung ihrer Kunst gewählt hat, denn wir erfahren bei der Führung, dass sie, Alexandra Vogt, eher zivilisationsscheu auf dem Land bei Kammlach wohnt, und sich selbst lieber aus- als einordnet. Und das ist keine Wertung, sondern ihre freie Wahl. Auf jeden Fall will die Künstlerin nicht schönmalen, sondern geht eher in große Tiefe der menschlichen Psyche, mit all den Ebenen und Lebesstadien, die dazwischen liegen. Und all die sehen wir wiedergespiegelt in Ihren Portraits…

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…in denen mehrere Gesichter zu erkennen sind, sichtbar übertüncht, einander überlagernd, wie das Leben selbst. Wir sind nicht was wir gestern waren, aber heute wären wir nicht was wir sind ohne gestern. Wir sehen hinter die Kulissen eines Gesichtes, in eine transparente Einheit andersartiger Aspekte einer einzigen Person.

Alexandra Vogt inspiriert Morbidität, wie alt gewordene Ex-Models, Madonnen, die etwas dämonisches abzeichnen, oder dämonische Gesichter, in denen eine Nonne schlummert. Sie selbst steht in engem Kontakt mit einem Eremit. Wie passend. Wie verständlich aus ihrer Perspektive, während wir Betrachter unsere ständig ändern: als ich Bilder mache, fühle ich mich wie der Zoom meiner Kamera, ich zoome nah, sehe ein Gesicht, zoome mich weiter in dir Ferne, und sehe in eine andere Dimension des gleichen Gesichtes.

Die Künstlerin hat übrigens an der Akademie der Bildenden Künste München studiert, später in der Glasgow School of Art, und an der Kungliga Konsthögskolan in Stockholm.
Sehr sehenswert!

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