Quadro Nuevo

19. September 2015 von Christine Hassler - Keine Kommentare

erzählen uns im Kaminwerk am gestrigen Abend, musikalisch als auch verbal, von ihrer spannenden Reise ins Herz des Tangos, nach Argentinien, die sie 2014 antraten, und aus der ihr neues Album „Tango!“ entstand. Mulo Francel, der Saxophonist und Klarinettist, kündigt uns an, dass wir heute vor allem Tango hören werden. Viel Tango. Eigentlich nur Tango. Mulo ist uns gleich sympathisch, denn er ist witzig, ohne es wirklich zu versuchen, er bringt uns weiniger zum Lachen mit dem was er sagt,

als mehr damit, wie er es sagt, und wann er es sagt. Wie in der Musik, sind es eben oft die „Tempi“ (Zeiten), die alles verändern…

Quadro Nuevo, Kaminwerk Memmingen 2015
Quadro Nuevo, Kaminwerk Memmingen 2015

Quadro Nuevo, das sind Mulo Francel am Saxophone und Klarinetten, D.D. Lowka am Kontrabass und Perkussion, Andreas Hinterseher am Akkordeon, Vibrandoneon und Bandoneon, Evelyn Huber an der Harfe und dem Salterio, und Chris Gall am Piano. Sie spielen nicht nur Tango, sondern auch betörende Arabesken, Melodien aus dem alten Europa, fast schon verklungene Lieder, die es wert sind vor dem Vergessen bewahrt zu werden. Aber zurück zum „Tango!“.

Sie erzählen uns von ihren vielen und abenteuerlichen Taxifahrten auf der Suche nach dem Tango, und wir hören dazu eine Eigenkomposition. Ich schließe die Augen, und durch die Musik und deren Wechsel zwischen schnell und sehr langsam mit leisen, gezogenen Klängen, sitze ich in Gedanken im Taxi im sommerlich-heißen Buenos Aires: Es wird manchmal schnell, rumorös und hektisch mit spontanen, schrägen Klangbildern, und dann wieder müde, langsam und zäh, wie der Verkehr im Stau, unter der gleißenden Sonne.

Quadro Nuevo, Kaminwerk Memmingen 2015
Quadro Nuevo, Kaminwerk Memmingen 2015

Wir hören mehr von ihren Abenteuern und Begegnungen, die sich durch die erstklassigen Musiker in ihren Liedern wiederspiegeln, wie sich der Tango der Erde im Himmel wiederzuspiegeln scheint, in einem erzählten Flugmanöver zwischen einer Seemöwe und einem großen, schwarzen Raubvogel, der die Seemöwe zu jagen scheint, oder mit ihr spielt, oder beides.

Und weitere Eigenkompositionen, inspiriert von etwas oder jemandem. Wir erkennen Melodien von Stücken, von berühmten Tangueras wie Carlos Gardel, der vor ziemlich genau 80 Jahren ein Stück aufnahm, das wir heute hören, gespielt und interpretiert von Quadro Nuevo.
Von Andreas Hinterseher erfahren wir (wie passend) den Hintergrund des Songs „Taquito Militar“, von Frauen, die so kantig und spitz und scharf sind wie der Absatz eines Militärstiefels, und tauchen weiter ein in eine laue Nacht in Buenos Aires, mit scharfen Düften, Leidenschaft und schwerem Rotwein.

Und fast zuletzt hören wir den Libertango von Ástor Piazzolla. Was für ein Lied! Was für ein Abend!

Quadro Nuevo, Kaminwerk Memmingen 2015
Quadro Nuevo, Kaminwerk Memmingen 2015
Quadro Nuevo, Kaminwerk Memmingen 2015
Quadro Nuevo, Kaminwerk Memmingen 2015

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