Ein Ausflug aufs Land zum Wegmannhof in Haitzen

28. Oktober 2015 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Wo in Gottes Namen ist Haitzen fragt ihr? Ja, so gut kennen wir Memminger uns aus in unserer Umgebung! Haitzen liegt bei Zell, kurz vor Grönenbach, und der Wegmannhof war einmal ein ganz normaler, überschaubarer Bauernhof, wie viele andere in unserer Allgäuer Umgebung. Bis Jürgen und Manuela Wegmann beschlossen, dass das anders werden soll…

Als Jürgen den Hof 1988 von seinem Vater übernahm, hatten sie eine reine Grünlandbewirtschaftung mit 30 Milchkühen. Nach seiner Hochzeit mit Manuela 1991 wuchs der Hof erst einmal um drei Familienmitglieder an: Claudia, Wolfgang und Sonja, die drei Kinder von Jürgen und Manuela Wegmann.

Seit 1997 bewirtschaften sie ihren Hof nach Bioland Richtlinien, und betrieben 12 Jahre „Mutterkuhhaltung“. Für Stadtkinder wie mich zur Erklärung: Mutterkuhhaltung heißt, dass die Tiere in einer natürlichen Herde leben, im Sommer Tag und Nacht draußen sind und Gras fressen, auf natürliche Weise Nachwuchs zeugen und diesen auch aufziehen, mit allem was dazu gehört: Mama, Papa Kind und Kind stillen. Es wird also nur die Milch verarbeitet bzw. verkauft, die überschüssig ist, nachdem die Kälbchen gesättigt sind, und das ist manchmal mehr, manchmal weniger.

Die Jungrinder aus der Mutterkuhhaltung lieferten Jürgen und Manuela an die Firma Feneberg im Rahmen des VonHier-Programmes.

Aus dieser Zeit sind heute nur noch zwei Mutterkühe auf dem Hof geblieben, die hier ihren Lebensabend verbringen, in Gesellschaft von den zwei Haflingern Benny und Liesel, dem Wollschwein Xaver und ein paar Katzen. – Was wohl ein „Wollschwein“ ist, fragt ihr? Wollschweine sehen ein bisschen aus wie ein Schwein im Schafspelz, nun ja, das Fell ist feiner und gekräuselter als das von Wildschweinen, aber etwas glatter und dicker als das von Schafen: dick und wollig und knuddelig sehen sie aus! Was das Wollschwein selbst jedoch nicht weiß, ist, dass es zu einer vom Aussterben bedrohten Haustierrasse gehört.

Als der alte Stadel vom Wegmannhof 1995 abgerissen wurde, entwarf, sägte und richtete Jürgen den heutigen Stadel auf, der bis 2010 als Stellplatz für landwirtschaftliche Maschinen und Traktoren diente.

Im April 2010 begannen sie, den Stadel mit vielen Freunden und fleißigen Helfern umzubauen. Dabei verwendeten sie hauptsächlich ökologische Baustoffe wie Holz (Lärchenschalung außen, und Boden in Lärche), Lehm (Wandputz und Ofen) und Zellulose als Dämmstoff, was alles zusammen ein sehr gemütliches Raumklima erzeugt.

Um das Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln & Co.  zu verbessern, legten sie 2009 Blühflächen erst bei ihnen am Hof, und später im Umkreis von 60 km bei privaten Gärten, Gemeinde- und Gewerbeflächen an.

Heute bietet der äußerst gemütliche, mit Kachelofen beheizte hohe, geräumige, und dennoch sehr familiäre Holzstadel Bewirtung mit leckeren vegetarischen Gerichten aus hochwertigen Bio-Lebensmitteln, Veranstaltungen wie Vorträge, Kräuterwerkstatt, gemeinsames Singen, Kochkurse, Musikabende und Ähnliches, und kann für Familienabende, Firmenabnede oder Geburtstage gemietet werden.

Zudem kann man auf dem Wegmannhof auch übernachten: ein Matratzenlager steht den Gästen nach Absprache jeder Zeit zur Verfügung. Es eignet sich bestens für Ihre weitgereisten Festgäste oder Gastgeber, die ihren Abend ganz sorgenlos genießen wollen. Auch Konzertbesucher oder Künstler können bei ihnen übernachten und ersparen sich so die spätabendliche Heimreise oder Unterkunftssuche. Darin finden 8 Personen gemütlich Platz und für max. 14 weitere Übernachtungsgäste können Matratzen bereitgestellt werden. Und: natürlich mit einem leckeren Frühstück in Bio-Qualität.

Ein Abend auf dem Wegmannhof bei Memmingen, Oktober 2015
Ein Abend auf dem Wegmannhof bei Memmingen, Oktober 2015

Nachdem ich bereits einiges über den Wegmannhof gehört hatte, besuchte ich ihn endlich am vergangenen Samstag, aß eine super-leckere Karotten-Kurkuma-Suppe mit grobem Pfeffer, und entspannte mich mit „Liebesliedern mit Pep“ von Rosenchili mit Petra Döge (Gesang, Bongos) und Peter Sinz (Gitarre und Gesang, oder besser Gesang und Gitarre, denn er hat eine hervorragende Stimme!).

Ich weiß nicht ob es an der gemütlichen Wärme des Kachelofens lag, der angenehmen Atmosphäre, oder an der entspannenden Musik der Rosenchilis, der wärmenden Suppe oder dem alkoholfreien Bio-Bier, auf jeden Fall hätte ich mich am liebsten neben dem Kachelofen mein Nachtlager aufgeschlagen, und konnte mir sehr gut vorstellen, am Morgen auf dem Land in seliger Stille aufzuwachen, und nur durch den Schrei eines Hahnes geweckt, an Stelle der elektronischen Klänge meines Smartphones.

Ein Abend auf dem Wegmannhof bei Memmingen, Oktober 2015
Ein Abend auf dem Wegmannhof bei Memmingen, Oktober 2015
Ein Abend auf dem Wegmannhof bei Memmingen, Oktober 2015
Ein Abend auf dem Wegmannhof bei Memmingen, Oktober 2015

Die nächsten interessanten Termine sind:  Country, Swing & Bayr. Breziosen mit K. Kraus, T. Waldenfels und J. Loibl am Freitag, 30. Oktober 2015 um 20.00 Uhr (ab 19.00 Uhr vegetarisches Essen), und Herbstlaub – Jazz, Poem + Song im Dialog mit Max und Gabrielle Eichenauer (Klarinette + Rezitation), Norbert und Rosi Langer (Gitarre, Gesang, Komposition) und Rolf Diefenthaler (Querflöte) am Sonntag, 08. November 2015 um 16.00 Uhr.

Alle aktuellen Termine und Veranstaltungen auf dem Wegmannhof findet ihr über diesen Direktlink.

Alle weiteren Infos findet ihr auf www.wegmannhof.de.

Bildquelle: Steffen Richter

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