Arbeitsmarktbericht für Oktober 2015

3. November 2015 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Ein „goldener Oktober“ auf dem Arbeitsmarkt – Die niedrigste Zahl arbeitsloser Menschen seit drei Jahren – Arbeitslosenquote verbessert sich auf 2,8 Prozent (Bezirk Memmingen – Kempten) – Anhaltende Nachfrage nach Arbeitskräften.

Grafik 1-Arbeitsmarkt MM-KE, Oktober 2015
Grafik 1-Arbeitsmarkt MM-KE, Oktober 2015

Die wichtigsten Eckpunkte zum Arbeitsmarkt im Oktober sind weniger arbeitslose Menschen und eine anhaltend starke Nachfrage nach Arbeitskräften.

Aktuell waren 9.945 Menschen bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und den sieben Jobcentern im Allgäu arbeitslos gemeldet, zuletzt war die Zahl ähnlich gering im Oktober 2012. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich sowohl im Vergleich zum September wie auch zum vergangenen Jahr und lag bei 2,8 Prozent. Betriebe meldeten einen anhaltend hohen Bedarf an Arbeitskräften. Mit 5.458 Stellenangeboten standen für Vermittlungsaktivitäten ähnlich viele zur Verfügung wie im Monat zuvor.

„Im Herbst hat sich der Arbeitsmarkt im Allgäu weiter verbessert. Insbesondere jüngere Menschen haben im Oktober ihre Arbeitslosigkeit beendet. Erfreulich ist auch die günstigere Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren, denn seit drei Jahren waren nicht mehr so wenige Menschen arbeitslos gemeldet wie in diesem Oktober“, stellt Horst Holas fest, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Weniger Menschen sind ohne Beschäftigung
Im Oktober waren knapp 750 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als noch im Monat zuvor und vor allem bei den Jüngeren unter 25 Jahren ging die Arbeitslosigkeit sogar merklich zurück. Mehr als 500 Kräfte aus dieser Altersgruppe konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Insgesamt zeigten sich große Veränderungen auf Seiten der arbeitslosen Menschen: Im Oktober meldeten sich 3.346 Menschen neu arbeitslos, gut 150 weniger als im September, bei einer gleichzeitigen Beendigung der Arbeitslosigkeit für 4.100 Menschen, also 330 mehr als im Vormonat.
Bei den neuen Tätigkeiten ging es quer durch viele Branchen, wie Erzieherin, Elektroniker, Metallbauer, Verkäuferin oder Servicekraft in der Gastronomie als einige Beispiele, sowie eine ganze Reihe von Maschinen- und Anlagenführern und Lagerfachkräfte.

Qualifizierung steigert die Berufschancen
In vielen Stellenangeboten suchen Arbeitgeber Fachkräfte, hingegen sind weniger Beschäftigungen für Helfertätigkeiten zu vergeben. Die Agentur für Arbeit führt immer wieder Qualifizierungen durch, um die Chancen arbeitsloser Menschen auf eine neue Beschäftigung zu erhöhen. Zwölf Teilnehmer starteten so kürzlich in eine Umschulung zum Industriemechaniker.

Für weitere arbeitslose Menschen stehen Qualifizierungen zum Elektroniker, Personalassistenten oder im Bereich Buchhaltung zur Verfügung. Dass sich ein Besuch solcher Maßnahmen lohnt, bestätigt sich immer wieder, wie beispielsweise bei einigen Teilnehmer eines Kurses in Wirtschaftsenglisch, die eine neue Beschäftigung direkt nach Abschluss aufnehmen konnten. Ähnlich bei Absolventen einer Qualifizierung zum Maschinen- und Anlagenführer.

Anhaltender Bedarf an Arbeitskräften
Betriebe meldeten im Oktober 1.544 Stellen neu zur Besetzung, ähnlich viele wie schon im September. Auffällig war hier auch der starke Zuwachs von 18 % im Vergleich zum Jahr 2014. Unter den neu eingegebenen Stellen bildeten Tätigkeiten im Metallbereich ein Schwergewicht: Metallbearbeitung sowie Fahrzeug- und Maschinenbau suchten 300 zusätzliche Arbeitskräfte.

Die Energie- und Elektrotechnik hatte gut 80 Arbeitsplätze neu zu besetzen, und Rechtsanwaltsfachangestellte und Steuerfachkräfte blieben ebenfalls weiterhin gefragt. Das Reinigungsgewerbe hingegen bot einige Stellen in Teilzeit oder als Minijob zur Besetzung an. Groß war auch die Nachfrage nach Köchen, Servicefachkräften und weiterem Hotelpersonal, wo mehr als 200 zusätzliche Arbeitsplätze vor allem im südlichen Oberallgäu angeboten werden.

Auch Einrichtungen der Altenpflege suchten im stationären sowie ambulanten Sektor neue Mitarbeiter und in Arztpraxen werden medizinische und zahnmedizinische Fachassistenten gesucht. Zudem gab es auch einzelne Angebote für Textilmaschinenführer, Fachkräfte im Umzugsservice und für einen Sportwissenschaftler.

Die regionale Entwicklungen im Jahresvergleich:
Im Jahresvergleich zeigt die Bilanz einzelner Wirtschaftsräume im Allgäu in nahezu allen Regionen einen günstigeren Arbeitsmarkt. Von Lindau über Sonthofen bis nach Kaufbeuren waren diesen Monat weniger Menschen ohne Beschäftigung als im September 2014. Entsprechend verbessert zeigten sich auch die Arbeitslosenquoten, mit Ausnahme der Bereiche Füssen und der Stadt Memmingen, wo sich die Arbeitslosenquote leicht um jeweils 0,1 Prozentpunkte steigerte.

Bemerkenswert ist auch, dass nahezu alle Wirtschaftsräume im Allgäu bei der Arbeitslosenquote aktuell eine Zwei vor dem Komma aufzuweisen haben. Dabei erreichte die Region Mindelheim mit einer Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent auch im Oktober wieder den niedrigsten Wert im Bezirk der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Grafik 2-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 2-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015

Darstellung nach Wirtschaftsräumen/Regionen:

Grafik 3-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 3-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015

Darstellung nach kommunalen Strukturen:

Grafik 4-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 4-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015

Ausbildungsmarktbilanz – Chancen und Risiken:
„Auch in diesem Jahr stellten Betriebe mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung als sich junge Menschen für eine Ausbildung interessierten. Jugendliche konnten unter zahlreichen Angeboten wählen, ihre Chancen auf den gewünschten Ausbildungsplatz waren gut wie lange nicht. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe tun sich schwerer einen geeigneten Auszubildenden zu bekommen. Auf Dauer steigt das Risiko, nicht mehr genügend Fachkräfte im Betrieb zu haben und dadurch Aufträge und Umsatz zu verlieren “, fasst Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen zusammen.

Grafik 5-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 5-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015

Zum 30. September endet das Beratungsjahr der Berufsberatung, und die Agentur für Arbeit zieht Bilanz: 4.700 junge Menschen meldeten sich bei den Berufsberatern, die sich für eine Ausbildung interessierten, was die höchste Zahl der letzten Jahre darstellt. Was die zur Verfügung gestellten Ausbildungsstellen anging, war das Fazit ähnlich: In allen Regionen des Allgäus gaben Betriebe den Vermittlern der Agentur für Arbeit eine höhere Zahl an Stellen zur Besetzung ein als 2014.

Insgesamt belief sich das Gesamtangebot an Ausbildungsplätzen auf knapp 5.800. Ende September waren 763 Ausbildungsstellen noch zu vergeben, gleichzeitig suchten 78 Jugendliche weiter nach einem ihren Vorstellungen entsprechenden Ausbildungsplatz. Insbesondere im Handel, in der Hotellerie & Gastronomie sowie im Handwerk gab es weiter freie Stellen (siehe Grafik).

Trotz des hohen Angebots an Ausbildungsplätzen ist es für schwächere Schülerinnen und Schüler nicht leicht eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Um auch diesen eine Ausbildung zu ermöglichen und zugleich entsprechende Betriebe zu unterstützen, bietet die Agentur für Arbeit mit der „Assistierten Ausbildung“ ein neues Förderinstrument: Junge Menschen sowie ihre Ausbildungsbetriebe werden dabei während der Ausbildungszeit eng begleitet und aktiv unterstützt.

„Angesichts der vielen unbesetzten Ausbildungsstellen bieten wir Unternehmen damit eine zusätzliche Möglichkeit zur Ausbildung von vermeintlich schwächeren jungen Menschen. Wir können es uns im Allgäu nicht leisten, auf das wertvolle Potenzial dieser jungen Menschen zu verzichten“, sagt Horst Holas dazu.

In nahezu allen Wirtschaftsräumen des Agenturbezirks standen mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung als es jugendliche Bewerber dafür gab.

Im Detail:

Grafik 6-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 6-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 7-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 7-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 8-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 8-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 9-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 9-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 10-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015
Grafik 10-Arbeitsmarktbericht MM-KE Oktober 2015

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