Wohnraum für Flüchtlinge dringend gesucht

20. November 2015 von Christine Hassler - Keine Kommentare

„Wir sind auf der verzweifelten Suche nach kurzfristig verfügbarem Wohnraum“, so Walter Neß, Leiter des städtischen Ausländeramts, und richtet sich damit in einem Appell an die Memminger Bürgerinnen und Bürger.

536 Asylbewerber leben derzeit in der Stadt und jede Woche sollen weitere 25 Frauen, Männer und Kinder der Stadt Memmingen für die Dauer des Asylverfahrens zugewiesen werden,

informiert der Amtsleiter über die aktuelle Entwicklung. Sämtliche verfügbaren Plätze in Gemeinschaftsunterkünften und angemieteten Wohnungen seien belegt.

„Wir suchen verzweifelt nach Räumen für Gemeinschaftsunterkünfte und nach Wohnungen“, beschreibt Walter Neß weiter. Auch einfache und leicht renovierungsbedürftige Wohnräume können der Stadt zur Miete angeboten werden. Zudem wird nach einem Lagerraum zur Lagerung von Ausstattungsgegenständen wie Betten, Matratzen und ähnlichem in einer Größe von etwa 1000 Quadratmetern gesucht.

„Wir suchen auch dringend nach Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge“, denn derzeit würden 30 Flüchtlinge, deren Asylantrag anerkannt worden ist und die somit dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen, noch in Unterkünften wohnen, die ursprünglich für Asylbewerber angemietet worden seien, ergänzt Neß.

„Sie haben eigentlich kein Recht, in den Unterkünften zu bleiben, aber sie finden keine Wohnungen“, führt der Amtsleiter aus. Günstiger Wohnraum sei in Memmingen deutlich zu wenig vorhanden. „Die anerkannten Flüchtlinge sind zunächst Sozialhilfeempfänger. Die Miete wird also garantiert übernommen. Trotzdem ist es schwer, Wohnungen zu finden. Wir sind wirklich verzweifelt auf der Suche.“

Vermieter werden gebeten, sich an das Ausländeramt zu wenden unter der Telefonnummer 08331 850-329 oder per E-Mail an auslaenderamt(at)memmingen.de

Zur Erläuterung:

Durch die neue Gesetzgebung vom November 2014, der auf 3 Monate verkürzten Wartefrist für die Arbeitserlaubnis, sowie Erleichterungen beim Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung, die große Chancen auf ein Bleiberecht haben, gibt es mittlerweile viele Asylbewerber, die sich bereits selbst finanzieren können, neben anderen, die dies noch nicht schaffen, und noch auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Flüchtlinge, deren Asylantrag anerkannt worden ist, die also dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen, und die, die zum Beispiel bereits in betriebliche Ausbildungen integriert wurden, und sich eben teilweise bereits selbst finanzieren, dürfen eigentlich nicht in den Unterkünften bleiben, die den noch im Bewerbungsverfahren befindlichen Asylbewerbern dienen sollen.

Zudem müssen diese Unterkünfte wieder neuen Asylbewerbern freigemacht werden, deren Verfahren noch im Gang ist, und viele derer, die sich bereits selbst finanzieren können, würden das auch gerne tun, nur fehlen dazu die nötigen Wohnräume.

Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger kündigte bereits an, dass der Memminger Wohnungsbau zukünftig sich verstärkt darum bemühen wird, Wohnraum in niedrigem Preisniveau zu schaffen. Denn dieser Mangel an „bezahlbarem Wohnraum“ hat sich in Memmingen ja bereits vor der aktuellen Flüchtlingswelle deutlich gemacht, und wird nun dadurch lediglich unterstrichen.

Bis diese Wohnräume jedoch geschaffen werden, wird noch Zeit vergehen, und durch den raschen Zuwachs an reellem Bedarf ist ein Engpass entstanden. Um diesen Engpass zu mildern, wird also an das Verständnis, die Bereitschaft und die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger Memmingens appelliert, die leer stehende Wohnräume zur Verfügung stellen können, wie oben bereits erwähnt auch in einfacher und leicht renovierungsbedürftiger Form.

Wir möchten an dieser Stelle daran erinnern, dass je mehr wir in unserem demokratischen, und auf Menschenrechten basierenden System zusammenstehen, desto stärker werden wir nach außen, und umso weniger Angriffsfläche geben wir den Kräften, die dieses unser System angreifen wollen.

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