IKEA in Memmingen

1. Dezember 2015 von Christine Hassler - Keine Kommentare

In der Ikea-Frage scheinen sich zumindest alle örtlichen politischen Partei-Fraktionen einig zu sein: ob CDU, SPD/FDP, der Christliche Rathausblock (CRB) und deren Nachwuchsorganisation Junger Block, die Freien Wähler, die ÖDP, und sogar die örtlichen Grünen sehen darin in erster Linie eine Chance für Memmingen: es zieht mehr Menschen auch weiter entfernter Einzugskreise an, schafft Arbeitsplätze und belebt die Gastronomie.

Gefordert wird von politischer Seite jedoch eine verstärkte verkehrstechnische Anbindung

an die Innenstadt, die in Form von Bussen, so CSU-Fraktionschef Stefan Gutermann, und wie die ÖPD durch Stadtrat Michael Hartge als auch Harald Miller des Jungen Block vorschlagen mit Elektrobussen organisiert werden könnte.

Denn laut den Unternehmen in Ulm zieht es ca. 30% der Ikea-Kunden auch in die Ulmer Innenstadt, so Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Helmut Börner. Stadtrat Heribert Guschewski des CRB weiß, dass das in Kommunen vergleichbarer Größe pro Jahr bis zu 200.000 Kunden umfasst, und, so Helmut Börner, wären 20% davon schon viel.

Michael Hartge und die ÖDP, als auch Bernhard Thrul der Grünen warnen jedoch auch vor einer Problematik, die nicht nur dem Memminger Einzelhandel am Herzen liegt: Es müsse mit Ikea dahingehend verhandelt werden, dass sich das Produktangebot in den bei Ikea geplanten Fachmärkten nicht mit dem in der Innenstadt überschneidet.

Bei Geschäften, die in den Fachmärkten von Ikea jedoch Sportartikel, Elektrowaren, Babyausstattung und Spielsachen anbieten, wird das wohl schwierig bis unmöglich werden. Und so gibt zumindest Bernhard Thrul zu bedenken, dass es hier auch Händler geben wird, die unter Ikea leiden werden. Fraktionschef der SPD/FDP Dr. Hans-Martin Steiger sagt dazu, dass der Stadtrat 2007 bereits zahlreiche Artikel ausgeschlossen hat.

In einem, so hoffen wir, sind wir Memminger uns jedoch sicher einig: wir wollen aus unserer malerischen, zauberhaften und belebten Innenstadt keine Geisterstadt werden lassen mit verhängten Schaufenstern wie es im Osten unserer Stadt bereits der Fall ist, weil man ihm einst eine Lebensader durchtrennt hat. Denn unsere belebte Innenstadt ist nicht nur eine Lebensader, sondern das Herz Memmingens.

Wir hoffen also sehr, dass in den Augen der Verantwortlichen nicht nur die Eurozeichen flackern, sondern vor allem die Liebe zu ihrer Stadt, und sie daher die Bedingungen für eine Ansiedlung, wie die Eingliederung von Fachmärkten, hart verhandeln werden.

Morgen wissen wir mehr, denn heute tagte der Stadtrat zum Thema, und morgen erwartet uns die Veröffentlichung des Ergebnisses.

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