Medizinische Hilfe für Nepal

17. Dezember 2015 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Der nepalesische Chirurg Dr. Bala Ram Malla des Dhulikhel Hospital bildete sich am Klinikum Memmingen weiter:
Die schweren Erdbeben im Frühjahr dieses Jahres haben das in vielerlei Hinsicht unterentwickelte Nepal noch tiefer in die Armut gestürzt. Dr. Bala Ram Malla, der die bitterarme Bevölkerung für einen bezahlbaren Preis behandelt, leistet damit große medizinische Hilfe. Der nepalesische Chirurg bildete sich jetzt während einer dreimonatigen Hospitation im Klinikum Memmingen weiter.

Als die tödlichste Katastrophe in der Geschichte Nepals gelten die heftigen Beben im April und Mai 2015. Die arme Bevölkerung wurde noch ärmer und Krankenversicherungen existieren in dem südasiatischen Land kaum. Medizinische Behandlungen müssen aus eigener Tasche bezahlt werden und können eine Familie in den Ruin stürzen. Allerdings nicht, wenn die Patienten im hauptstadtnahen Dhulikhel Krankenhaus behandelt werden, in dem auch Dr. Bala Ram Malla praktiziert.

„Wir sind nicht auf Profit ausgerichtet, sondern behandeln unsere Patienten für umgerechnet rund zwei Euro am Tag“, erklärt der 40-jährige Facharzt und Familienvater in fließendem Englisch, der sich jetzt drei Monate lang in der allgemeinchirurgischen Abteilung von Chefarzt Professor Dr. Dr. h.c. Carsten N. Gutt fortbildete.

„Verschiedene Therapiemethoden, die hier in Deutschland angewendet werden, sind in meiner Heimat unbekannt“, erläuterete der nepalesische Arzt, der sich auf die Behandlung des Darmes sowie der Bauchspeicheldrüse spezialisiert hat. Er hospitierte zu Fortbildungszwecken vor zwei Jahren bereits in der Medizinischen Klinik II von Chefarzt Professor Dr. Albrecht Pfeiffer.

Medizinische Hilfe für Nepal, Memmingen 2015
Medizinische Hilfe für Nepal, Memmingen 2015

„Ich möchte das, was ich in Memmingen gelernt habe, an meine nepalesischen Kollegen weitergeben“, betonte Malla.

Damit er dazu die richtige Ausrüstung hat, spendeten Chefarzt Gutt und seine Abteilung dem 350-Betten-Haus in Dhulikhel moderne OP-Instrumente.

Internist Dr. Michael Guggenberger sowie die Endoskopieschwestern Isabell Kadletz und Miriam Bohrer von der Gastroenterologie am Klinikum Memmingen besuchten bereits das Dhulikhel Hospital in der Nähe der Hauptstadt Kathmandu und bildeten Klinikmitarbeiter in den Bereichen Ultraschall sowie Endoskopie weiter. Durch das Engagement von Oberarzt Guggenberger konnten auch zahlreiche Spenden für die Erdbebenopfer aufgebracht werden.

„Unser Ziel ist es nicht nur, die Menschen zu heilen, sondern sie gleichzeitig auch zu schützen“, erklärte Malla. „Das bedeutet, dass wir der Bevölkerung beispielsweise zeigen, wie sie ihr Trinkwasser aufbereiten kann.“

Eingekeilt zwischen den Großmachtblöcken Indien und China, ist die Kindersterblichkeit in Nepal noch sehr hoch: Fast acht Prozent der Säuglinge und Kleinkinder sterben an den Folgen der Trinkwasserverschmutzung, an Mangelernährung oder einfachen Infekten. Zudem müssen die Ärzte in Nepal noch gegen Krankheiten ankämpfen, die in Europa längst nicht mehr vorkommen, wie beispielsweise Wundstarrkrampf.

„Angedacht ist auch, dass einige unserer Chirurgen für einen Bildungsaustausch nach Nepal reisen, um dort die Ärzte vor Ort zu unterrichten“, betonte Chefarzt Gutt kurz vor der Abreise des asiatischen Kollegen.

Fotoquelle: Häfele/Klinikum Memmingen

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