„Schwaben weissblau, hurra und helau“ in Memmingen

16. Januar 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Die Prunksitzung „Schwaben weissblau, hurra und helau“ war, was es versprach: Fasching pur, eine atemberaubende Kulisse, und mit einer berauschenden Farbenpracht sowohl beim Publikum als auch bei den Darstellern. Und über die wurde viel und ausgiebig gelacht.
Nach der Begrüßung der Gäste, unter denen sich allerlei Prominenz aus dem Regierungsbezirk befand, stellt uns Moderator Georg Ried auch gleich die sympathischen AllGeier vor, die uns an diesem Abend musikalisch begleiten.

Schwaben weissblau, hurra und helau in Memmingen, 15.01.2016
Schwaben weissblau, hurra und helau in Memmingen, 15.01.2016

Als ersten Showact bekommen wir eine Anatomielektion über den „Augsburger Menschen“ von Herr Braun – denn wer kann es besser wissen als ein Augsburger? Was an einem Augsburger Menschen anatomisch anders ist, als bei der übrigen Spezies Mensch? Na, so einiges, unter anderem die Tatsache, dass ein Augsburger keine Beine hat. Nur Fiaß. Und wenn sie groß sind, Mords-Fiaß.

Auch der Hausmeister darf auf die Bühne, „weil keiner sich traut, ihn davon abzuhalten“, wie Georg Ried bemerkt. Gespielt wird der Hausmeister von Jürgen Richter aus Kaufbeuren.

Natürlich rückt man der Politik beim Possenreißen und Politikerderblecken mächtig auf den Pelz, und das erste Opfer ist unser Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, für den der Ballonkünstler Tobi van Deisner aus Offingen einen Taucher aus Ballons formt, weil er (Dr.Holzinger) doch nach 36 Amtsjahren „bald abtauchen“ wird.

Der nächste Politiker, der sein Fett abkriegt ist Edmund Stoiber, gespielt vom fast schon legendären Wolfgang Krebs aus Kaufbeuren.

Während wir ein Stück von den Allgeiern hören, geht es rund auf der Bühne, und in Windeseile wird ein Schiff aufgebaut, auf dem „Fliegende Allgäuer“ steht, und sich ebenso schnell füllt mit den „Toten Möwen“ aus Günzburg, die „Wir lagen vorm Memminger Hafen“ singen. Ich stelle mir dieses große Schiff im Memminger Stadtbach vor, und weil mir das nicht gelingt, beobachte ich die Wellen vor dem Schiff und richte meine Aufmerksamkeit auf den nächsten Showact:

Die Traumfraun aus Waltenhofen! Das Thema: Das Verhalten von menschlichem Gewebe an Frauen reiferen Alters während Yoga, Pilates oder anderen Fitnessübungen. Göttlich!

Ottmar Walchers Antwort darauf aus Bellenberg ist „Männer müssen nicht schön sein, aber mir schadet es nicht“.

Schwaben weissblau, hurra und helau in Memmingen, 15.01.2016
Schwaben weissblau, hurra und helau in Memmingen, 15.01.2016

Der folgende Act war ebenso atemberaubend wie dynamisch auf der Bühne: Laudonia aus Lauingen setzen neue Maßstäbe mit ihrer Mischung aus Showtanz und Akrobatik auf drei menschlichen Etagen!

Zwischendurch gibt es ein paar Rechts- und Linkskurven mit dem Elferrat und den Hästrägern in recht gruseligen Hexen- und Dämonenkostümen, und weiter geht es mit dem Hausmeister, gefolgt von Johanna Hofbauer aus Oberthingau, die uns auf eine sehr amüsante Vernissage mitnimmt.

Was „Land it Luck“ übersetzt heißt, weiß ich bis heute noch nicht, aber aus dem Mund der Maulquappen aus Buchloe klingt es auf alle Fälle sehr originell, und die Gäste kennen es wohl, denn alle singen mit, begleitet von Cello, Gitarre und Akkordeon der Maulquappen.

Ritterpoet Dentatus vom Eichberg aus Burgau ist eigentlich Zahnarzt von Beruf, was ihn wohl zum Namen Dentatus inspirierte. Abgelöst wird dieser vom absoluten Lacherfolg der Hillus Herzdropfa aus dem Alb-Donau-Kreis, wo es um nichts weniger als Eier geht, im Schwäbischen auch Gaggäle genannt. Dia Gaggäle in däm Dännalle da dinna, um es genauer zu lokalisieren.

Ein weiterer Tanz der Prinzengarde Bachtalia bringt unsere Aufmerksamkeit wieder auf die gesamte Größe der Bühne, die sie mit ihrer blau-weißen – bitte um Entschuldigung – weiß-blauen Truppe komplett einnehmen.

Auch der nächste Act handelt von Tanz, jedoch eher als Paartherapie, denn Herr und Frau Braun haben sich zu einem Tanzkurs angemeldet, um sich nach den vielen Ehejahren wieder etwas näher zu kommen.

Die Königlich Priviligierte Waschhausvereinigung aus Kronburg ist zwar nun reduziert auf zwei Mitglieder, doch ihr Song „Selfie“ ist ein absoluter Ohrwurm!

Im nächsten Stück erzählt uns eine ältere Dame ihre persönlichen Erlebnisse mit ihrem Herrn Doktor, und den aufregenden Ereignissen bei all seinen Untersuchungen, die sie fluchtartig die Praxis zu verlassen veranlasste. Ihr Name ist Waltraud Mair, und sie ist eine sehr originelle Mundart-Dichterin aus Bidingen.

Schwaben weissblau, hurra und helau in Memmingen, 15.01.2016
Schwaben weissblau, hurra und helau in Memmingen, 15.01.2016

Nach einem weiteren Besuch des Hausmeisters alias Jürgen Richter hören wir „Gstanzl“ von Hochzeitslader Josef Niesner aus Hohenwart, begleitet auf seinem Akkordeon.

Und jetzt wird es traurig. Nein komisch. Eine Trauerrede eben. Moment, wie kann eine Trauerrede komisch sein? Die Antwort kennt Wolfgang Krebs, bekannt für jede Art von Reden.

„La Vita“ aus Marktoberdorf bringen wieder Schwung auf die Bühne mit einem Cancan mit rauschenden Röcken, die nur so durch die Luft fliegen. Sehr schön, mit ebenso viel schönen jungen Frauen.

Amadeus und Perry Paul sorgen danach wieder für mehr Ruhe im Saal, denn angestrengt lauschen wir jedem Wort, das Amadeus zu uns sagt. Schon einzigartig, wie so ein Stoffwesen einen in den Bann ziehen kann, und obwohl ich weiß, dass es eben kein lebendiges Wesen ist, hatte ich das gleiche Problem bei der Muppet-Show.

Zum krönenden Abschluss lassen die zahlreichen Akteure der Lumpenkapelle aus Aitrach die Puppen tanzen, und bringen den Saal zum Beben! Eine Blosn, die ohne mit der Wimper zu zucken auch Highway to Hell neben Skandal um Rosie auf Blosn-Instrumenten spielen kann. Aber wie! Von da an wird ausgiebig und ausgelassen getanzt, bis Farbe und Schminke sich in flüssiger Form in Richtung Dekolletee bewegen…

Wenn Sie mich fragen würden, was mir am besten gefallen hat, hätte ich wirklich Probleme, denn alle heute gesehenen und gehörten Künstler sind sie auf ihre Weise herausragend und urkomisch, jedoch hätte für mich als Lokalpatriot die Aitracher Lumpenkappelle einen Platz sehr weit oben auf meiner Liste.

Doch am besten machen Sie sich ihr ganz eigenes Bild, wenn Sie am Freitag, den 22. Januar um 19.45 Uhr die Aufzeichnung der Prunksitzung „Schwaben weissblau, hurra und helau“ im Bayerischen Fernsehen mit Freude verfolgen.

Schwaben weissblau, hurra und helau in Memmingen, 15.01.2016
Schwaben weissblau, hurra und helau in Memmingen, 15.01.2016

Viiiiieeeel mehr Bilder zum Event auf unserer Facebookseite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kostenlosen Newsletter abonnieren!

Verpassen Sie keine neuen Termine, Stellenangebote und Kleinanzeigen mehr. Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter-Service noch heute!

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Bitte beachten Sie die Datenschutzbestimmungen. Sie können den Newsletter in der Newsletter E-Mail abbestellen.