Woher kommt der Faschingskrapfen?

10. Februar 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

In der Westkirche wird als Fastenzeit der 40-tägige Zeitraum des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf das Hochfest Ostern bezeichnet, während in den reformatorischen Kirchen die Bezeichnung „Passionszeit“ gebräuchlich ist. In der römisch-katholischen Kirche wird seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch der Begriff „Österliche Bußzeit“ verwendet. Die orthodoxen Kirchen hingegen nennen sie die „Heilige und Große Fastenzeit“. – Soweit so gut, aber woher kommt nun der Faschingskrapfen?

Die mittelalterlichen Fastenregeln in der Westkirche erlaubten nur eine Mahlzeit am Tag, in der Regel am Abend. Der Verzehr von Fleisch, Milchprodukten, Alkohol und Eiern war in der Fastenzeit verboten. Darauf geht die Tradition zurück, in den Fastnachtstagen vor dem Fastenbeginn, Backwerk mit Zutaten wie Milch, Eiern, Zucker oder Schmalz herzustellen, wie etwa Krapfen, um diese verderblichen Vorräte vor der Fastenzeit aufzubrauchen.

Der Fastnachtsdienstag heißt im französischsprachigen Raum daher Mardi Gras (= fetter Dienstag), im englischsprachigen Raum Pancake Tuesday (= Pfannkuchendienstag).

(Unter „Westkirche“ versteht man die lateinische oder römische Kirche, auch Westkirche oder westliche Kirche genannt, als die größte und bedeutendste Rituskirche eigenen Rechts innerhalb der römisch-katholischen Kirche.)

Woher kommt der Faschingskrapfen?
Woher kommt der Faschingskrapfen?

In den evangelischen Kirchen stand man der Fastenzeit grundsätzlich anders gegenüber. Die Reformatoren standen in der spätmittelalterlichen Tradition eher zu einer verinnerlichten Frömmigkeit: Nicht die quantifizierbaren äußeren Akte seien wichtig, sondern die Gesinnung. Luther versteht das Fasten daher als eine Art individuelles Trainingsprogramm, denn aufgrund der unterschiedlichen Auswirkungen des Fastens auf die Menschen kann nach ihm nicht das gleiche Verzichtsverhalten allen gleichermaßen empfohlen oder gar verordnet werden.

Zweck des Fastens ist nach den lutherischen Bekenntnisschriften „den alten Adam zu zähmen“, was auch immer das bedeuten mag, insbesondere wird das Fasten jedoch zur Vorbereitung auf das Abendmahl empfohlen. Im traditionellen Luthertum wird jedoch am Karfreitag bis zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr strikt gefastet.

Die Anforderungen der katholischen Kirche an die Fastenpraxis sind hingegen detailliert in der apostolischen Konstitution Paenitemini Papst Pauls VI. des Jahres 1966 geregelt. Außer der Beachtung besonderer Speisegebote werden hier auch andere Formen der Askese und Buße empfohlen. Zudem sind die Gläubigen dabei angehalten, das Gebet zu intensivieren, vermehrt an Gottesdiensten und Andachten teilzunehmen und mehr Werke der Nächstenliebe zu verrichten.

Viele katholische Pfarrgemeinden leben die Tradition des „Fastenessens“, ein Solidaritätsessen zugunsten von Projekten in den Entwicklungsländern, für die auf den üblichen Sonntagsbraten verzichtet wird. Stattdessen wird zum Beispiel ein einfacher Eintopf oder ein für das Projektland typisches Gericht verkauft oder gegen eine Spende verteilt.

Letzteres finden wir eine tolle Sache, wer also eine Gemeinde kennt in oder um Memmingen, die das anbieten, gebt uns bitte Bescheid auf info@memmingen-sind-wir.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kostenlosen Newsletter abonnieren!

Verpassen Sie keine neuen Termine, Stellenangebote und Kleinanzeigen mehr. Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter-Service noch heute!

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Bitte beachten Sie die Datenschutzbestimmungen. Sie können den Newsletter in der Newsletter E-Mail abbestellen.