Werner Specht & Westwind

15. Februar 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Am vergangenen Freitag hatte ich das große Vergnügen den Liedermacher und Poet in Werner Specht bei einem Konzert im Postsaal Bad Grönenbach kennenzulernen. Denn neben Liedermacher und Poet ist Werner Specht auch Maler und hat bereits unzählige Ausstellungen gemacht, doch an diesem Abend lernen wir seine musikalisch-poetische Seite kennen…

As war im Zug zwische Hamburg und Kiel,
do sitzt uiner ihm wiesawie
und noch a paar Wörtr, do lacht er ihn a
und seit: „Du musch doch vom Allgai si.“
Er fangt a zum schwetze und vrzellt vu dahui,
Herrgott, dia Schproch duat mr guat!
Hochdeitsch raschlet fir mi wie a Zitung,
de Dialekt rauscht in mir dinn wie ‘s Blut.
Ma seit, uf Hochdeitsch klingts supr,
Italienisch duats guat,
uf Englisch do isch alls so perfekt.
Doch er schwetzt hald so wie bei is umanand,
do isch drfir alls so direkt.

(Ausschnitt aus „Dialekt“, einer der zahlreichen Poesien von Werner Specht.)

Werner Specht &Westwind, 12.02.2016
Werner Specht &Westwind, 12.02.2016

Dieser Ausschnitt soll eine kleine Idee vermitteln, wovon Werner Specht singt, schreibt, und was ihn bewegt: Seine Heimat das Allgäu, die alltäglichen Freuden, Liebe, Spaß und Humor, ebenso wie Leid, Abschied, Trauer und Melancholie. Ebenso intensiv, wie er Schönheit um sich herum wahrnimmt und aufnimmt, ebenso wenig scheut er sich in die Tiefen der Seele zu tauchen, doch all das mit einem erfrischenden und ausgeprägten Sinn für Humor. – Ganz so, als würde genau dieser Sinn für Humor die Tragik und die Spitzen aus einem in aller Fülle gelebten Leben nehmen.

Ebenso leicht fällt mit ihm der Wechsel von einem tiefen und melancholischen Lied zu einem anderen, das die Lachmuskeln strapaziert, und weiter zu einem Lied, das von atmosphärischer Schönheit eines flüchtigen Momentes irgendwo, irgendwann in unserem schönen Allgäu erzählt.

Werner Specht &Westwind, 12.02.2016

Zwischendurch liest uns Werner Specht an diesem Abend Ausschnitte seiner Poesien vor und man hat den Eindruck, dass auch Werner Spechts Musikgefährten noch lange nicht alle Poesien dieses sympathischen und sehr eigenen Künstlers kennen, denn sie lauschen und lachen ebenso intensiv mit wie wir Zuhörer.

Mit Westwind hat Werner Specht mit alten Weggefährten und später dazugestoßenen Musikern 5 multiinstrumentale Künstler um sich vereint. Er selbst singt, spielt Gitarre und ein altes Allgäuer Instrument, das er auf seine ganz eigene Weise wieder zum Leben erweckt hat: die Harfenzither. Und aus der lockt er die unglaublichsten Harmonien, weit ab von den Klängen traditioneller Herkunft, dennoch eingebettet in einen Rahmen, den man am ehesten mit der Liebe und Verwurzelung zu seiner Heimat umreißen kann.

Werner Specht &Westwind, 12.02.2016

Unterstützt von Heiner Merk (Piano und Bass), Andieh Merk (Percussion, Querflöte), Dieter Peinecke (E-Gitarre, Slide, Gesang), Angelika Riedl (Gesang, Cello), und Peter Zürn (Gitarre, Hackbrett, Akkordeon) singt er musikalische Bilder und erobert sich schnell einen Platz in den Herzen seiner Zuhörer, bei denen er eigene Erlebnisse und Gefühle in Erinnerung zu rufen vermag, wenn er sie durch das Vortragen einer seiner Texte nicht gerade furchtbar zum Lachen bringt.

Werner Specht gehört seit vielen Jahren zu einem der wichtigsten und profiliertesten Vertretern der Liedermacherszene im Alemannisch-Allgäuer Raum und hat unter anderem den Kleinkunstpreis, den Songpoetenpreis bei Songs an einem Sommerabend mit Reinhard Mey und den Poetentaler gewonnen.

Werner Specht &Westwind, 12.02.2016

Nach einem Programm, das so genau nicht einmal er vorher wusste, geschweige denn seine Musikgefährten, schenkt uns Werner Specht & Westwind noch zwei Zugaben. Als die Zuschauer ihn nach diesen jedoch immer noch nicht gehen lassen wollen, kommt er nochmals allein auf die Bühne und spielt uns mit seiner Harfenzither ein „Gute-Nacht“- Lied. Eine Melodie, die so schön war, dass sie nicht ans sondern direkt ins Herz ging, zum Schluss hin immer leiser wurde, während der Saal mucksmäuschenstill war und die Zuschauer den Atem anzuhalten schienen, bis sein Spiel auf diesem einzigartigen Instrument sich in der Stille dieses Momentes verlor… und sich nochmals ein brandender Applaus aus dem Zuschauerraum erhob.

Mehr Bilder zum Event auf unserer Facebookseite.

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