Verdun – Symbol für die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges

25. Februar 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Mitglieder der Memminger „Union des Friedens“ reisten zum 100. Jahrestag nach Frankreich und nahmen gemeinsam mit Freunden aus Paris und Verdun an der offiziellen Gedenkfeier in Verdun teil.
Im Februar 1916 begann während des Ersten Weltkrieges die „Schlacht von Verdun“. Während der Kriegshandlungen von 1916-1918 kamen allein um Verdun mehr als 350.000 Menschen beider Seiten ums Leben, mehr als 400.000 Menschen wurden verwundet. Die Stadt an der Maas gilt seitdem als Symbol für die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges.

Die „Union des Friedens“, dessen Vorsitz Richard Ernstbekleidet, wurde in diesem Jahr von einer Delegation der Stadt Memmingen begleitet, vertreten durch Bürgermeister Werner Häring sowie Stadtrat Heribert Guschewski. Neben dem offiziellen Festakt standen zahlreiche Besichtigungen und Führungen auf dem umfangreichen Programm.

Memminger „Union des Friedens“ reisten zum 100. Jahrestag nach Verdun, Feb.2016
Memminger „Union des Friedens“ reisten zum 100. Jahrestag nach Verdun, Feb.2016

So wurde auf dem deutschen Soldatenfriedhof von Consenvoye ein Kranz im Namen von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger niedergelegt, auf welchem über 11.000 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte fanden, darunter auch mehrere Memminger Bürger. Als einzige offizielle Delegation einer deutschen Stadt, nahmen die Memminger an der gemeinsamen Feierstunde im historischen Rathaus teil, wo sie durch den Bürgermeister von Verdun, Samuel Hazard, empfangen wurden. Diesem wurde ein persönliches Schreiben des Oberbürgermeisters aus Memmingen übergeben, verbunden mit einer Einladung nach Memmingen zur Wallensteinfestwoche. (Ohne Witz!?)

Seit dem Jahr 1964 ist die Gedenkfeier in Verdun ein Teil der aktiven Aussöhnung zwischen den beiden Nationen. Damals entschlossen sich ehemalige Frontkämpfer beider Seiten, nach zwei katastrophalen Kriegen aufeinander zuzugehen. Im Anschluss wurde in Colmar und Memmingen ein Friedenspakt unterzeichnet und vereinbart, „die Menschen zu achten, gleich welcher Nation sie angehören“. Zunächst als reine Privatinitiative entstanden, entwickelte sich daraus eine bis heute dauernde Freundschaft.

Memminger „Union des Friedens“ reisten zum 100. Jahrestag nach Verdun, Feb.2016

Am 29. Mai 2016 wird ein neu gestaltetes Museum auf dem Schlachtfeld von 1916 nahe der ausgelöschten Ortschaft Fleury eingeweiht. Diese Feier, an der auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Francois Hollande teilnehmen wollen, wird von dem deutschen Filmregisseur Volker Schlöndorff gestaltet. Dabei soll nicht mehr von französischen oder deutschen Opfern gesprochen werden, denn „alle waren gleichgestellte Opfer, egal welcher Nation“, so die Ausrichtung in dem neuen Memorial.

Foto 1 (Titelfoto): Im Rathaus von Verdun (v. li.): Rita Häring, Stadtrat Heribert Guschewski, Bürgermeister Werner Häring, Bürgermeister von Verdun Samuel Hazard und Richard Ernst, Vorsitzender der „Union des Friedens“.

Foto 2: Die Memminger Delegation legte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger auf dem deutschen Soldatenfriedhof von Consenvoye einen Kranz der Stadt Memmingen nieder.

Fotoquelle: Dieter Frey

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.