Maximilian Hornung & Benjamin Engeli bei einem Konzert in Memmingen

26. Februar 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Mit Maximilian Hornung am Violoncello und Benjamin Engeli am Klavier gelang es den Memminger Meisterkonzerten zwei Ausnahmemusiker in die Memminger Stadhalle einzuladen, die für eine ausverkaufte, ja überbesetzte Halle sorgten.
Das vorgetragene Liedgut war zwar überwiegend schwer, dunkel und hintergründig, doch verzauberte Maximilian Hornung durch sein ebenso leidenschaftliches wie äußerst einfühlsames Spiel an seinem Violoncello, das unter seiner Hand

leise singt, brütet, schreit oder tiefgründig und sonor vibriert, ebenso wie Benjamin Engeli am Klavier förmlich brilliert.

Maximilian Hornung & Benjamin Engeli, Memmingen, 24.02.2016
Maximilian Hornung & Benjamin Engeli, Memmingen, 24.02.2016

Als erstes Stück hörten wir die Sonate für Klavier und Violoncello op. 5/2 von Ludwig van Beethoven, welches als erstes Werk seiner Art gilt, in dem das Cello eine gleichberechtigte Rolle neben dem Klavier einnimmt.

Im zweiten Stück von Alfred Schnittke, der Sonate Nr.1 für Violoncello und Klavier befanden wir uns in einer düsteren, zerrissenen Welt, unterstrichen durch die so unterschiedliche Musik der beiden Instrumente und deren Einsatz. Zu Beginn singt das Cello eine brütende und melancholische Meditation in einem kurzen Largo, während das Klavier sich mit extrem kurzen Einwürfen beteiligt, dann folgt ein Presto wie ein wahnwitziger Sturm beider Instumente, um in einem langen Largo in einem zerklüfteten Klagegesang des Cellos zu enden, bis die Sonate in die Stille abdriftet.

Maximilian Hornung & Benjamin Engeli, Memmingen, 24.02.2016

Nach der Pause hörten wir das Thema eines Märchens in „Pohádka (Märchen) für Violoncello und Klavier von Leoš Janáček, seinem einzigen vollendeten Werk für diese beiden Instrumente, das er als freie, phantasievolle Behandlung märchenhafter Archetypen verstanden wissen wollte.

Als letztes Stück spielen die beiden Virtuosen eine Sonate für Violoncello und Klavier von Bohuslav Martinů, und weil auch diese sich in dunklen, abgründigen Klangbildern bewegte, schenkten sie uns zum Abschied „Berceuse“, ein wunderschönes Wiegenlied von Frank Bridge mit auf den Nachhauseweg.

Maximilian Hornung & Benjamin Engeli, Memmingen, 24.02.2016

Der in Augsburg geborene Cellist Maximilian Hornung wuchs in einer Musikerfamilie auf und besuchte das Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg. Im Alter von 16 Jahren brach er die Schule abbrach, um sich ganz der Musik zu widmen. Er studierte bei Eldar Issakadze, Thomas Grossenbacher und David Geringas.

Bestechende Musikalität, instinktive Stilsicherheit und musikalische Reife werden dem jungen Künstler nachgesagt, und für seine erste Sony-CD erhielt er den ECHO Klassik-Preis 2011 als Nachwuchskünstler des Jahres. Für die Veröffentlichung von Dvoráks Cellokonzert mit den Bamberger Symphonikern erhielt er den ECHO Klassik 2012 für die „Konzerteinspielung des Jahres“.

Maximilian Hornung & Benjamin Engeli, Memmingen, 24.02.2016

Auch Benjamin Engeli stammt aus einer Musikerfamilie, wuchs in der Schweiz auf und begann seine musikalische Laufbahn sehr früh auf verschiedenen Instrumenten. Heute musiziert er in Konzertsälen wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Wigmore Hall London, der Hamer Hall Melbourne, dem Teatro Municipal Rio de Janeiro, dem Oriental Arts Center Shanghai oder dem Konzerthaus Wien. Neben seiner solistischen Tätigkeit widmet er sich mit Begeisterung der Kammermusik und gewann als Mitglied des Tecchler Trios 2007 den ARD-Musikwettbewerb in München.

Ein paar mehr Bilder zum Event auf unserer Facebookseite.

Zu mehr Informationen über die Memminger Meisterkonzerte geht es hier.

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