Auftakt zu neuem Bundesförderprogramm „Sprach-Kitas“

29. Februar 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

14 Kindergärten aus Stadt und Landkreisen im Unterallgäu und Neu-Ulm nehmen an dem bundesweit angelegten Förderprogramm „Sprach-Kitas – Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil.

Bei der Auftaktveranstaltung für das neue Förderprogramm „Sprach-Kitas“, schilderte Kita-Leiterin Barbara Schelle die aktuelle Situation in der Kindertageseinrichtung am Wartburgweg: Von 161 Kindern in ihrer KITA-Einrichtung wachsen 139 Kinder zweisprachig auf.

Zu Hause sprechen sie ihre jeweilige Muttersprache, im Kindergarten lernen sie Deutsch. Damit verbundenen sei der dringende Bedarf einer Spracherziehung.

Sprach-KITAs, Memmingen, Feb. 2016

Mit rund 100 000 Euro aus Bundesmitteln wird jeder teilnehmende Kindergarten in den kommenden vier Jahren gefördert, indem pro Einrichtung eine zusätzliche halbe Stelle für eine Sprachförderkraft geschaffen wird, erklärte dazu Thomas Geyer, städtischer Fachberater für Kindertageseinrichtungen.

In der Stadt Memmingen nehmen 5 Kindertageseinrichtungen am Programm teil: Der Fröbel-Kindergarten und die KITA-Einrichtungen Im Mitteresch, in der Westermannstraße, der Stadtweiherstraße und dem Wartburgweg.

Sprach-KITAs, Memmingen, Feb. 2016

Sie bilden nun einen Verbund mit neun weiteren Einrichtungen in den Landkreisen Unterallgäu und Neu-Ulm. „Seit vielen Jahren engagiert sich die Stadt Memmingen schon sehr stark in der Sprachförderung und finanziert eigene Spracherzieherinnen. Ich freue mich, dass wir nun durch dieses Programm unterstützt werden“, betonte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger. Damit richtete er auch seinen Dank an den Bundestagsabgeordneten Stefan Stracke, der sich für dieses Programm engagiert habe.

Um die Arbeit im Verbund der 14 Kindertageseinrichtungen zu koordinieren, schafft die Stadt Memmingen eine neue, ebenfalls vom Bund geförderte Halbtagsstelle, die die Sprach-Fachberaterin Alexandra Gaisser übernehmen wird. „Wir planen sowohl Inklusion als auch die Arbeit mit Familien auszubauen“, erläuterte Alexandra Gaisser die zukünftigen Schwerpunkte des Konzeptes. Durch eine in den Kindergartenalltag integrierte sprachliche Bildung soll der Spracherwerb bei den Kleinen angeregt und gefördert werden.

Sprach-KITAs, Memmingen, Feb. 2016

Das Programm „Sprach-Kitas“ richtet sich vor allem an drei- bis sechsjährige Kinder und folgt dem Ende 2015 abgeschlossenen Programm „Frühe Chancen“, das Krippenkinder als Zielgruppe hatte. Einige der 14 Kindertageseinrichtungen hatten daran bereits teilgenommen. So gibt es in manchen Kindergärten bereits Sprachförderkräfte, andere sind dagegen noch auf der Suche nach einer geeigneten Fachkraft, wie es bei einer Vorstellung der teilnehmenden Kitas deutlich wurde.

Voraussetzung für die Teilnahme an dem Förderprogramm ist ein hoher Prozentsatz an Kindern mit Migrationshintergrund in der antragstellenden Einrichtung.

Sprach-KITAs, Memmingen, Feb. 2016

Fotos:
Foto 1: Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger mit den Vertreterinnen und Vertretern der teilnehmenden Kindergärten aus den Landkreisen Unterallgäu und Neu-Ulm und der Stadt Memmingen.
Foto 2: Thomas Geyer, städtischer Fachberater für Kindertageseinrichtungen.
Foto 3: Sprach-Fachberaterin Alexandra Gaisser.
Foto 4: Die Kinder der Mäusegruppe in der Kindertageseinrichtung am Wartburgweg beim Vorlesen. Im Bild (v.li.): Magdalena, Edward und Leon auf dem Schoß von Kinderpflegerin Claudia Bahr.

Fotoquelle: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen

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