IKEA – stellt sich den Fragen der Memminger Bürger

21. März 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

IKEA-Pressereferentin Chantal Gilsdorf, Projektleiter Norbert Kopczynski und Expansionsmanager Andreas Glötzl-Dinauer stellten sich vergangene Woche in der Stadthalle den Fragen von Bürgern zur geplanten IKEA-Niederlassung in Memmingen.

IKEA präsentierte sich auch in dieser Versammlung bürgernah und offen für Gespräche, der Dialog mit den Bürgern sei IKEA wichtig. Grundtenor war daher: „IKEA möchte ein guter Nachbar sein“.

Die Eckpfeiler der geplanten Niederlassung nahe des Autobahnkreuzes Memmingen kurz im Überblick:

  • IKEA plant, insgesamt knapp 148.000 Quadratmeter Grund in der Nähe des Autobahnkreuzes zu kaufen, wonach die dort angesiedelte Rinderbesamung auf das Volkratshofer Gebiet umsiedeln wird.
  • Wie bereits bei der Präsentation im Dezember 2015 angekündigt, soll das IKEA Einrichtungshaus selbst 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten, während für die Fachmärkte 31.500 Qadratmeter vorgesehen sind, insgesamt also knapp 57.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.
  • Innerhalb dieser Fachmärkte sind neben einem weiteren Möbelhändler mit 9.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Bau- und Gartenmarkt mit 6.000 Quadratmetern geplant und weitere Geschäfte für den Verkauf von Lebensmitteln, Elektrogeräten, Babybedarf, Sportartikeln und Kleidung. Auch hier sind die Planungen also im Vergleich zum Dezember unverändert.
  • Auch das Investitionsvolumen von 100 Mio Euro steht nach wie vor.
  • Unverändert ist auch die geplante Zahl der neu zu besetzenden Stellen aus der Region von insgesamt 350 neuen Mitarbeitern, aufgeteilt in einen Bedarf an 150 Mitarbeitern für das Einrichtungshaus und 200 Kräfte für die Fachmärkte.
  • Und zuletzt bleibt auch der Zeitplan wie bereits im Dezember 2015 vorgestellt bei einer voraussichtlichen Eröffnung der Niederlassung gegen Ende 2019.

IKEA Memmingen-Bürgergespräch, 16.03.2016

Interessant ist daher vor allem einmal, was uns IKEA in diesem Bürgergespräch an Neuem mitteilen möchte, und natürlich die gestellten Fragen der über 200 interessierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die daran teilnahmen.

Zu den gestellten Fragen:

1. Thema Fachmärkte

  • Stellen die geplanten Fachmarktzentren neben dem Einrichtungshaus eine Gefahr für den Handel in der Innenstadt dar? – Antwort: Nein. Vielmehr sei dies ein weiterer attraktiver Anziehungspunkt für Kunden aus dem Umkreis, die dadurch in die Stadt Memmingen gelockt würden.
  • In wie weit überschneidet sich das Warenengebot der geplanten Fachmärkte mit dem Angebot in der Innenstadt? – Antwort: Nur geringfügig. Einige wenige benennbare Reibungspunkte gäbe es teilweise bei Schuhen, Kleidung, und bei Sportartikeln. Jedoch seine maximal 3 Bekleidungsgeschäfte geplant, zudem wäre die Qualität der Produkte nicht vergleichbar mit der in der Innenstadt angebotenen Produkte.
  • Wie viele Geschäfte wird es in den Fachmärkten geben? – Antwort: „In den Fachmärkten wird es keine 50 Geschäfte wie in einem großen Einkaufszentrum geben, sondern lediglich 15 – 16“, so Expansionsmanager von IKEA Andreas Glötzl-Dinauer. Den Mammutanteil werden der Fachmärkte würden ein zweiter Möbelanbieter, sowie der Bau- und Gartenmarkt ausmachen.
  • Welche Bereiche werden konkret in den Fachmärkten angeboten, neben den bereits genannten? – Antwort: Babyartikel, Sportartikel und Lebensmittel – Spielzeug beispielsweise hingegen nicht. Grundsätzlich sollen die Fachmärkte das bestehende Angebot in Memmingen nicht kopieren, sondern ergänzen.Expansionsmanager von IKEA Andreas Glötzl-Dinauer richtet sich mit Blick in die Zukunft an alle Händler und Organisationen: „Wir müssen gemeinsam Konzepte entwickeln, wie wir möglichst viele IKEA-Kunden in die Innenstadt bringen“. Doch selbst, wenn dies lediglich 5 % der Besucher ausmachte, mache das bereits ca. 150.000 Kunden pro Jahr aus, geht man von der durchschnittlichen Besucherdichte aus.

2. Thema Verkehrsaufkommen

Wir haben schon heute regelmäßig Staus am Autobahnkreuz Memmingen. Wie wird das erst werden, wenn der Verkehr zu IKEA dazukommt? – Antwort von Projektleiter Norbert Kopczynski: Laut einem Verkehrsgutachten müsse es am Memminger Kreuz so oder so bauliche Veränderungen geben, um dem Problem mit den Staus entgegenzuwirken. Das gleiche Gutachten besage, dass es aufgrund der IKEA-Ansiedlung keine zusätzlichen Staus geben werde. Auch im eigenen Interesse von IKEA soll die Zufahrt zum IKEA-Gelände derart gestaltet werden, dass der Verkehrsfluss reibungslos verlaufen kann. Das sei für IKEA selbst extrem wichtig.

3. Thema Anwohner

Als direkte Nachbarn hätten wir IKEA praktisch im Zimmer nebenan. Wir haben bedenken, dass unsere Häuser an Wert verlieren. – Antwort Norbert Kopczynski: Die Immobilienpreise neben IKEA könnten sich im Gegenteil sogar steigern. Die Gebäude sind architektonisch sehr attraktiv und zur Umgebung passend ausgearbeitet. Zudem werde viel Wert auf Lärmschutz gelegt: „Nachts wird nichts angeliefert und tagsüber erhöhen sich die Messwerte lediglich um etwa ein dezibel. Das ist praktisch nicht wahrnehmbar“.

4. Thema Steuern

Wird IKEA überhaupt Steuern zahlen in Memmingen? – Antwort Chantal Gilsdorf: „Wir zahlen an allen unseren Standorten Steuern. Und zwar jährlich einen siebenstelligen Betrag pro Niederlassung.“

5. Thema Arbeitsplätze

Welcher Art sind die etwa 350 geplanten neuen Arbeitsplätze? – Antwort Chantal Gilsdorf: Es würden Vollzeit- als auch Teilzeitstellen angeboten, Minijobs jedoch nicht. Alle Stellen seien Sozialversicherungspflichtig.

6. Thema: zu gestaltende Gesamtfläche

Wieviel Quadratmeter Land wollen Sie insgesamt kaufen und wieviel davon wird versiegelt? – Antwort des Projektleiters: Als gesamtes Areal seien knapp 148.000 Quadratmeter geplant. Zusätzlich zu den Gebäuden werden 2100 Parkplätze entstehen, später eventuell noch ein weiteres Parkdeck. Zwischen und um die bebauten Flächen herum würden Grün-und Ausgleichsflächen geschaffen. Sogar ein Bienen-Hotel werde eingeplant, denn bislang habe ein Imker auf dem Gelände mehrere Bienenvölker, das habe sie auf die Idee gebracht.

Nicht gefragt, jedoch sehr erwähnenswert finden wir auch das Thema IKEA und erneuerbare Energien: IKEA strebt an, 2020 energieunabhängig zu sein und technologisch sind sie dabei auf vielen Wegen unterwegs. Sie planen gerade in Karst weltweit das erste Projekt in Bezug auf Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energien in einem Einrichtungshaus.

Das Projekt Karst soll 2017 fertiggestellt sein und IKEA will viel daraus lernen, um es in zukünftige Projekte einfließen zu lassen. Was sie heute bereits nutzen sind Technologien wie Geothermie, Solar, Fotovoltaik, oder eigene Windkraftanlagen. Was die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz angeht, ist IKEA auf einem Weg, den, wie sie es selbst ausdrückten „machen müssen, aber den wir auch gehen wollen“.

Um sich eine Vorstellung von der geplanten Größe der Memminger Niederlassung von IKEA zu machen, hier ein Vergleich mit Ulm: Nach der Erweiterung wird Ulm bei knapp 20.000 m2 Verkaufsfläche liegen, Memmingen wird 25.500 haben, also noch etwas größer ausfallen.

Hier noch einmal die IKEA-Präsentation vom Dezember 2015, dessen Struktur und Inhalte gleich blieben.

Präsentation IKEA Memmingen

Für Fragen und Anregungen zum Standort IKEA wird von memmingen-online ein Bürgerforum angeboten, hier der Direktlink.

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