Skulptura 2016 – Künstlerische Freiheit Kontra (klein-) kariert

11. April 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Die Ausstellung von Skulpturen und Objekten Skulptura 2016 der Berufsverbände Bildender Künstler in Schwaben öffnete seine Pforten mit einer gelungenen Vernissage am vergangenen Freitag in der Kartause Buxheim.

40 Werke von 16 Künstlern aus dem Raum Schwaben wurden für die Skulptura 2016 von einer Jury aus Vertretern der Gemeinde Buxheim, sowie Vertretern der BBK ausgewählt. Mit seinen langen, stillen, weitverzweigten Gängen und hohen, weißgetünchten Wänden bildet das ehemalige Kartäuserkloster

den ausgewählten plastischen Objekten einen denkbar geeigneten und würdevollen Rahmen.

Skulptura 2016, Buxheim, April 2016

Das Konzept der Skulptura ist es, Künstlern der Region Schwaben eine Plattform zu bieten, auf der ihre Werke plastischen Gestaltens in Form von aktueller, zeitgenössischer Kunst einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Plastische Kunst, die in ihren Ausführungen neue formale Interpretationen zulässt, überrascht, provoziert, und Antworten gibt auf aktuelle Fragen unserer Zeit.

Gerhard Menger, Vorsitzender des BBK Schwaben Süd erinnert in seiner Ansprache an den Dadaismus, als eine Kunstbewegung, die dieses Jahr das 100-jährige Jubiläum feiert. Diese künstlerische und literarische Bewegung zeichnete sich aus durch Ablehnung konventioneller Kunst und Kunstformen, sowie bürgerlicher Ideale.

Satirisch und übertrieben, arbeitete man im Dadaismus mit irritierenden, provozierenden Darstellungen. Es war eine Kunstbewegung, an der sich seither und bis heute viele Künstler entzündeten und deren gesellschaftliche Funktion ein radikaler Neubeginn war. Ein Aufbruch aus kleinkariertem Denken hin zu Offenheit und Freiheit in der künstlerischen Erfahrung, sowie der künstlerischen Darstellung.

Skulptura 2016, Buxheim, April 2016

Eine künstlerische Freiheit, so Gerhard Menger, von der Künstler noch heute profitieren. Denn die Gesellschaft brauche Querdenker, die Dinge spielerisch, künstlerisch in Frage stellen, und durch ihre Authentizität zu einer neuen Wahrnehmung unserer Umwelt anregen.

Aus den 16 Künstlern wurde bei dieser Skulptura 2016 Chrtistina Weber als Preisträgerin ausgewählt.

Chrtistina Weber, Künstlerin, Vorsitzende des Kunstverein Bobingen und Mitglied des BBK wuchs in Grafenau auf. Sie absolvierte ein Studium an der Fachhochschule Augsburg zur Diplom Designerin (FH) und seit 1986 ist sie freiberuflich als Künstlerin tätig. Sie bildete sich weiter in Steinbildhauerei, Bronzeguss und Páte de Verre, Heißglas, Licht und Installation.

Bei Christina Weber ist der Mensch Thema. Ihre Menschen haben keine Füße, scheinen Halt zu suchen im Miteinander. – Die Künstlerin hat das Schwarmverhalten der Fische am See beobachtet und Parallelen zu uns Menschen entdeckt: Auch Menschen verhalten sich manchmal wie im Schwarm, lassen sich von der Masse mitziehen und manipulieren.

Skulptura 2016, Buxheim, April 2016

Ihre drei ausgestellten Arbeiten heißen Ohne Entwicklung, Vorstadium und Fischbecken. Ohne Entwicklung zeigt weißliche, transparent anmutende, leere Menschenhüllen, die übereinander umgefallen zu sein scheinen – an Stelle der Füße ein larvenähnliches Ende. Vorstadium zeigt 4 Cocon-ähnliche, larvenartige Gebilde, die nebeneinanderliegen, daneben eine Rosafarbene Larve, die jedoch einen erwachsenen Menschenkopf trägt. Fischbecken zeigt eine Gruppe fischartiger, rosafarbener Wesen mit stilisierten Menschenköpfen. – Interpretationen ihrer Werke überlässt die Künstlerin gerne dem Betrachter selbst. In ihren Werken arbeitete sie mit Knochenleim-Machee und Silikonüberzug, die eine zarte Transparenz erzeugen und Feuchtigkeit suggerieren.

Doch auch die Werke der 15 weiteren Künstler sind sehr sehenswert: Von interessanten Arbeiten mit Holz, über Bronzefiguren mit eigenwilligen Proportionen, skurrilen Werken aus Draht, Objekten aus Stein oder bewusst gerostetem Metall bis hin zu einer Kugel aus Fotolinsen, die den jeweiligen Hintergrund verzerrt wiedergeben, wird bei dieser Skulptura 2016 eine sehr interessante Vielfalt an Techniken und Objekten ausgestellt.

Die 15 weiteren Künstler sind: Benedikt Zink, Michael Vogler, Jochen Rüth, Stephan Rustige, Ulrike von Quast, Anna Ottomann, Daphne Kerber, Andrea Matheisen, Elke Wieland, Matthias Buchenberg, Lioba Abrell, Gisela Frank, Rita Maria Mayer, Gerhard Menger und Pit Kinzer.

Skulptura 2016, Buxheim, April 2016

Veranstaltet wird die Skulptura vom Verband Schwäbischer Künstlerinnen und Künstler BBK Schwaben Süd in Kooperation mit dem Heimatdienst Buxheim e.V.

Die Ausstellungsdauer ist vom 09.04.-28.04.2016, die Öffnungszeiten der Kartause Buxheim sind täglich von 10.00 – 17.00 Uhr.

Mehr Fotos zur Ausstellung auf unserer Facebookseite.

Weitere Infos über den Berufsverband BBK Schwaben finden Sie auf http://kunst-aus-schwaben.de/.
Weitere Infos über die Angebote der Kartause Buxheim finden Sie unter http://www.kartause-buxheim.de/.

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