Ein Abend mit Residence NoName – ein Abend auf Reise

19. April 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Bevor die Memminger Band Residence NoName am vergangenen Samstag die Bühne des Maximilian-Kolbe-Hauses einnahmen, stellten sie uns zwei Support Bands vor: La Bähm und Five and One. Alle, die gut sind und zudem sympatisch, sollten eine Chance haben, sagt Felix Binder in einem kleinen Interview nach dem Konzert. Doch dazu später.
Residence NoName, das sind die beiden Brüder Leon Binder (Gitarre, Gesang, Piano) und Felix Binder (Bass und Gesang) und seit ca. einem halben Jahr heißt ihr neuer Drummer Joschi Babel.

Die Band formte sich erst 2012, 2013 erschien ihre erste CD „So it goes“, und ihre nachfolgende CD ist noch brandneu. Sie heißt „Always carry on“ und mit der sind sie bereits auf Europa-Tour.
Doch an diesem Abend ist die sympatische Band „zu Hause“ in Memmingen, und haben sich vermehrt: Ihre Verstärkung heißt Melanie Niedermaier (Backgroundsängerin) und Adrian Hörnle (keyboards/piano). Als ich sie beim letzten Mal sah, spielte Leon abwechselnd Gitarre und Keyboards, diesmal konnte er sich ganz seiner Gitarre und dem Gesang widmen – besser gesagt seinen Gitarren, denn er wechselt gern von der Elektro-Gitarre zur akustischen und umgekehrt.

Residence NoName, Memmingen, April 2016

Residence NoName läßt sich in Musikgenres schwer zuordnen, denn sie haben Vorlieben für mehrere Stilrichtungen, aus denen sie ihren eigenen entwickelt haben, den sie kurzum Residence-Rock tauften. Überwiegend geht ihre Musik in Richtung Brittrock / Brittpop, doch manche Songs haben deutliche Folk-Elemente.

Als ersten Song an diesem Abend spielen sie „Reachin out“ für uns aus dem neuen Album. Das neue Album sei ihr Meisterstück geworden, sagt Felix stolz, jedoch völlig ohne Arroganz, vielmehr merkt man, dass sie ihr Herzblut darin investiert haben. Über den Abend hinweg hören wir Stücke aus beiden Alben und zwischen den Songs gehen wir mit ihnen auf Reisen: Felix nimmt uns in seinen Erzählungen mit auf ihre spannende Europa-Tour.

Residence NoName, Memmingen, April 2016

Sie begann in Berlin, dann Köln, wo sie die Fotos für ihr neues Album machten. Nach einem weiteren Song sind wir mit ihnen in Paris, mitten im chaotischen Verkehr, und versuchen mit ihnen die Verkehrsregeln dieser Stadt zu ergründen.

Mit dem Schiff fahren wir nach einem weiteren Song mit ihnen nach England und landen zunächst in Manchester. In der Lokalität in der sie spielten, erzählt Felix, war ein Gast, der leerte eine Flasche Bier pro Lied, nach 10 Songs waren das 10 Flaschen Bier, doch man habe es ihm kaum angemerkt. Er fragte jemanden danach, und der antwortete nur, ja, das ist in Manchester nicht ungewöhnlich.

Weiter geht es nach Saltburn. Am Strand von Saltburn fanden sie viel Inspiration und drehten auch ihr Video dort. Und endlich spielen sie einen meiner Lieblingssongs: Good girls don´t cry, aus ihrem ersten Album – ein Song, den sie für eine Freundin geschrieben haben, als diese Liebeskummer hatte.

Residence NoName, Memmingen, April 2016

Von Saltburn geht es weiter nach London. London sei überwältigend gewesen, das Publikum sang mit wie nirgendwo, rief ihnen London loves you zu und kommunizierten mit ihnen während dem Konzert.
Nach einem weiteren Song sind wir mit Ihnen in Abingdon, bevor es wieder nach Deutschland ging, mit Hamburg als nächstes Ziel. Dann Stuttgart, Bad Wörishofen, München und dann Memmingen, allerdings noch nicht als letzte Etappe, denn danach geht es weiter nach Lindau und Würzburg.

Und als ich schon dachte mein zweites Lieblingslied bleibt auf der Strecke dieser Reise, spielten sie es: Hey Juni. Beide meiner Lieblingssongs kommen also eher aus der Residenc-Brittrock-Richtung.

Als letztes Stück spielen sie einen Coversong, bei dem auch in Memmingen alle mitsingen: Angels von Robbie Williams.

Residence NoName, Memmingen, April 2016

Leon lässt sich von Größen wie Queen, ELO, Toto, Eric Clapton, Oasis, Fun. oder Dawes inspirieren. Er entwickelte bereits in frühen Jahren erste Songideen auf dem Keyboard, nahm sie im Homerecordingstudio auf und arrangierte erste Songs. Motiviert durch seinen Bruder Felix begann Leon mit 16 Jahren Gitarre zu spielen. Nach eineinhalb Jahren als Gitarrist und Songwriter in einer „Songwriter-Pop“ Band beschlossen die beiden Brüder, eine neue Band zu gründen, die Residence.

Neben Gitarre, Piano, Gesang und dem Schreiben von Songs kümmert sich Leon auch um Producing, Recording und Management. Songs wie „Summer Revolution“, „Always carry on“ und „Give it all away“ stammen aus seiner Feder und sind bestimmt von harmonischen Melodien und klaren Gesangslinien. Er spielt neben E-Gitarre und akustischer Gitarre auch mit Begeisterung Bass, Piano und Drums, letzteres hat er sich selbst beigebracht.

Felix Binder brachte sich mit 15 Jahren das Bassspielen selbst bei. Nach kurzer Banderfahrung in der Grungeband „Second Kingdom“ fing er an, erste eigene Lieder zu schreiben, u.a. „So it goes“. In einem kleinen Homerecordingstudio nahm er diese Songideen auf. Von da an träumte er davon, mit seinem Bruder gemeinsam auf einer Bühne zu stehen und ermutigte ihn, Gitarre zu lernen.

Im August 2012 war es dann so weit, als die beiden Brüder die „Residence NonAme“ gründeten. Felix ist für Lieder wie z.B. „Cherie“, „Rock´n Roll“, „Can´t teach heart“ und „Juni“ verantwortlich, die eingängige, harmonische Refrains haben und mit seiner eher rauen Stimme gesungen werden. In der Band kümmert er sich auch um das Booking und Management. Bands wie Oasis, Led Zeppelin, The Beatles, Mando Diao, Fun., Robbie Williams, Bon Jovi, Eminem, Prinz Pi, Chuck Berry, Rolling Stones und REM inspirieren ihn.

Joshi Babel, der neue Drummer, der auch Gitarre spielt, ist erst seit ca. einem halben Jahr festes Bandmitglied. Er macht eine kaufmännische Ausbildung und kümmert sich neben dem Schlagzeugspielen auch um das Marketing der Band.

Residence NoName, Memmingen, April 2016

Interview am Tag nach dem Konzert

Frage: Wie kamt ihr auf die beiden Support-Bands? Und warum zwei?
Felix: wir kennen beide Bands seit einer Weile, in der Musikszene der Umgebung kennt man sich. Sie sind sehr nett und wir finden sie gut, gerade solche sollten eine Chance bekommen.

Frage: Wie ist es Euch bei Eurer Tour bisher ergangen? Vieles habt ihr ja bereits im Konzert erzählt. Was hat Euch besonders beeindruckt?
Wieder antwortet Felix (er ist der extrovertierte von beiden, also spricht er meistens 😉 ): Am meisten beeindruckt hat uns England. Das überraschende an England war, dass Brittrock dort entstanden ist, und wir kamen als deutsche Band nach England, und spielten dort Brittrock. Wir waren zuerst gespannt, wie wohl die Resonanz sein wird, aber die Engländer liebten es! Vor allem in London war es außergewöhnlich, wir bringen ja immer so etwa 3-4 Coversongs mit hinein, und sie kannten sie alle Strophe für Stophe, sangen lauter als wir auf der Bühne und riefen „London loves you“. Es entstand eine Kommunikation zwischen uns und dem Publikum, das war wirklich toll.

Frage: Was inspiriert Euch?
Felix: Musikalisch haben Leon und ich ein paar Bands, die uns beide inspirieren, wie z.B. Oasis, Fun., er überlegt, und aus dem Rockn´n Roll.
Leon: Es ist nicht nur der Musikstil, der inspiriert, ich meine, ich singe und spiele überwiegend Gitarre, also beeindrucken mich Leute wie Eric Clapton, Toto, ELO. Queen finde ich auch deshalb spannend, weil sie Lieder geschrieben haben, die praktisch keinen Refrain haben, ich habe das in einem unserer Lieder aufgegriffen.
Felix: Ja und neben der musikalischen Inspiration gibt es noch etwas anderes: Der Spirit (Geist) der 60-er, 70-er Jahre, als man zu Livemusik tanzte und Bands viel auf der Straße unterwegs waren, dieses Road-Feeling, wo man tourt, live auftritt, und wieder weiterfährt, sich inspirieren lässt von allem, was dabei passiert.

Ich: Das passt dazu, dass ihr gerne von Euren Reisen und Erlebnissen erzählt, ich erinnere mich, dass ihr das auch bei Eurem letzten Konzert gemacht habt.
Felix: Ja genau, einige unserer Songs sind auch im Auto entstanden, andere aus Erfahrungen, die ich mache und in meinen Songs verarbeite. Auf Reisen sind wir eben oft eng zusammen, und da entsteht so einiges. Bei Leon sind es oft Träume oder Visionen, die ihn zu Songtexten inspirieren, und auch dazu ist eben „unterwegs“ im Auto oft der Raum dazu.

Frage: Toll, wenn sich zwei Geschwister so gut verstehen, aber ihr seid auch sehr unterschiedlich. – Macht ihr jetzt eigentlich hauptberuflich Musik?
Leon: Nein, es ist zwar eine Leidenschaft, aber ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen in Rosenheim.
Felix: Ich habe erst Sport studiert, und jetzt studiere ich Jura. In Köln. Komische Kombination, ich weiß.

Frage: Und was macht Joshi?
Leon: Joschi macht eine kaufmännische Ausbildung und kümmert sich bei uns jetzt vermehrt um das Marketing.

Frage: Wie sind Eure weiteren Pläne? Gibt es schon Pläne für eine weitere CD?
Felix sieht zu Leon rüber. Erst feiern wir dieses 2. Album, das ist unser Meisterstück geworden. Und nach dieser Europa-Tour hängen wir im September gleich die nächste dran. Jetzt geht es erst einmal on the road, wie in den 60ern…Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind in der falschen Zeit geboren (grinst, und auch Leon schmunzelt). – Dabei sehe ich in zwei junge und frische Gesichter, die so ganz im hier und jetzt zu sein scheinen…

Frage: Was gefällt Euch am meisten an Memmingen?
Felix: Wir hängen an unserer Heimatstadt mit den alten, schönen Häusern, die Landschaft hier ist wunderschön und am meisten freuen wir uns, wenn wir in Memmingen unsere Familie sehen.

Frage: Ok, und jetzt wollen wir natürlich noch wissen, wie es so mit Freundin aussieht. Habt ihr beiden eine Freundin? (Ich muss schmunzeln und füge hinzu), ich meine, jeweils eine Freundin. Sie lachen beide.
Leon: Felix ist vergeben, Joschi und ich sind Single.

Ich: Ok. Vielen Dank Euch beiden! Und weiterhin viel Erfolg!

Das neue Album gibt es übrigens jetzt bei Osiander in Memmingen, auf YouTube könnt ihr in ein paar Songs von Residence reinhören, sie sind auf der Song-cloud präsent und hier ist ihre Webseite:  www.residencenoname.com.

Ein paar mehr Bilder vom Konzert auf unserer Facebookseite.

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