FC Memmingen setzt auf seine Pokalchance gegen Würzburg

19. April 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Der FC Memmingen wird im bayerischen Pokal-Halbfinale am morgigen Mittwoch gegen den Drittligisten Würzburger Kickers als Außenseiter antreten, wittert aber durchaus seine Chance.

„Wenn wir mit gleichem Einsatz, wie gegen Nürnberg II zu Werke gehen, ist was drin“, sagt FCM-Vorsitzender Armin Buchmann optimistisch, „zu verlieren haben wir nichts“. Sollte die Überraschung gelingen, würde am 28. Mai das Finale zu Hause winken, und das mit bundesweiter TV-Präsenz,

denn es ist geplant, alle Länderpokal-Endspiele live im Fernsehen zu übertragen. Der Rahmen ist bereitet, das Wetter wird mitspielen und so hoffen die Memminger trotz der frühen Anstoßzeit um 18.30 Uhr auf eine würdige Halbfinalkulisse mit 1.500 bis 2.000 Zuschauern in der Memminger Arena. Mit dem Allgäuer Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) bekommt die Begegnung sogar einen prominenten Leiter.

Die Situation

Memmingen ist der letzte echte Amateurvertreter im Wettbewerb. Aufgrund der aktuellen Konstellation hat der FC Memmingen eine Chance, nicht nur ins BFV-Toto-Pokal-Finale sondern noch weiter vorzustoßen. Würzburg hat gute Aussichten als mindestens Viertplatzierter der 3. Liga in die DFB-Pokalhauptrunde einzuziehen. Ähnlich beim SSV Jahn Regensburg, der das andere Halbfinale bereits am heutigen Dienstag gegen Unterhaching als bayerischer Amateurmeister in der Regionalliga bestreitet. Abhängig von den Resultaten beim Rest der Runde, könnte es unter Umständen auch für den Vize-Pokalsieger oder sogar den Dritten noch für den großen Coup reichen.

Die gegnerische Mannschaft

Nach ihrem Drittliga-Aufstieg spielen die Würzburger Kickers eine sehr gute Runde. Die Defensivspezialisten galten zunächst als Unentschiedenkönige, jetzt wird oftmals dreifach gepunktet, was die Franken vom Durchmarsch in die zweite Bundesliga träumen lässt. Momentan steht die Truppe von Trainer Bernd Hollerbach auf dem Relegationsplatz, der zu den Aufstiegsspielen berechtigt. Einzige Mitkonkurrenten sind die SG Sonnenhof Großaspach und der VfL Osnabrück.

Die Besetzung der Würzburger ist auch dann hochkarätig, wenn Reservisten zum Einsatz kommen, wie im Viertelfinalsieg beim SC Schalding-Heinig. Denn bei den Reservisten handelt es sich um Kräfte aus der letztjährigen Meistermannschaft, die nicht nur den Ehrgeiz haben weiterzukommen, sondern auch um ihre Verträge spielen.

Vorbericht FC Memmingen-Würzburger Kickers , 19.04.2016

Die Mannschaft des FC Memmingen

Bis auf Stefan Heger sind vermutlich alle Mann in der Startelf. Am Wochenende gab es zur Regeneration zwei Tage trainingsfrei, um alle Kräfte zu mobilisieren. „Wir haben die einmalige Möglichkeit, etwas zu erreichen. Das ist unser großes Ziel“, betont FCM-Trainer Christian Braun. Für Sebastian Bonfert wird es einer seiner letzten Auftritte im Memminger Trikot werden, denn so wie es aussieht, wird der 28-jährige aus beruflichen Gründen im Sommer gehen. Bis dahin stehen aber noch wichtige Aufgaben an. Fünfmal geht es in der Regionalliga-Runde noch um Punkte für den Klassenerhalt. Der Einzug ins Pokalfinale wäre natürlich noch ein Highlight seiner Karriere.

Die Würzburger Ankündigung, mit der besten Elf im Allgäu antreten und unbedingt gewinnen zu wollen, schreckt Trainer Christian Braun nicht: „Vielleicht gelingt uns eine Sensation. Wenn die Leistung der letzten Punktspiele auf den Platz gebracht wird, ist auf jeden Fall etwas drin. Wenn, ja wenn die Chancen genutzt und in Tore umgemünzt werden. Und ein bisschen Glück gehört auch dazu.“ Das lief zuletzt den Memmingern nicht unbedingt hinterher. Zumindest in Sachen Fortuna wird nichts dem Zufall überlassen. Hymnensänger Kevin Prinz hat immer Glück gebracht. Wenn er live in der Arena aufgetreten ist, ging der FCM nie leer aus. Er sollte zum Zeitpunkt des Spiels zwar fast schon im Flieger sitzen, wird in einer Punktlandung kurz vor dem Anpfiff aber dennoch die „Macht im Allgäu“ singen.

Modus BFV-Toto-Pokal
Der Endspielsieger erhält 5.000 Euro Prämie und zieht in die erste DFB-Pokalhauptrunde ein. Hier gibt es ein Startgeld von über 100.000 Euro und die Chance einen attraktiven Erst- oder Zweitligisten zugelost zu bekommen.

Der Weg des FC Memmingen ins Halbfinale: 4:2 beim TSV Buchbach (Regionalliga/Viertelfinale), 1:0 beim FC Gundelfingen (Landesliga/Achtelfinale), 2:0 beim FC Deisenhofen (Landesliga), 3:1 bei der SpVgg Kaufbeuren (Landesliga).

Der Weg der Würzburger Kickers ins Halbfinale: 3:1 beim SV Schalding-Heining (Regionalliga/Viertelfinale), 3:2 beim FC Eintracht Bamberg (Bayernliga), 4:0 beim TSV Großbardorf (Bayernliga), 6:0 beim FC Reichenbach (Kreisliga).

Risikospiel

Die Einstufung der Partie durch die örtlichen Behörden als „Risikospiel“ mit strikter Fantrennung hat für Verstimmung beim FCM-Vorstand gesorgt. Denn es bedeutet für den Verein erneut einen erhöhten Aufwand an Security, Ordnern, Kassen- und Kioskpersonal.

1. Vorsitzender des FC Memmingen Armin Buchmann geht nicht davon aus, dass aufgrund des Spieltermins sich überhaupt die 50 avisierten Kickers-Anhänger auf den Weg ins Allgäu machen. In Schalding-Heining befanden sich im Viertelfinale unter den 500 Zuschauern nur eine Handvoll Gästefans und auf den Kosten für den Zusatzaufwand bleibt der FCM sitzen. – Durch die Teilung der Einnahmen mit Würzburg und dem Verband müssen laut Buchmann über 1.200 Zuschauer kommen, damit Memmingen finanziell mit dem Pokalschlager eine schwarze Null schreibt.

Rund um die Begegnung

Der Vorverkauf der Tribünenkarten lief nach Vereinsangaben für den Pokalschlager ordentlich. Es wird aber noch ausreichend Sitzplätze an den Tageskassen geben. Nachdem frühlingshafte Temperaturen vorhergesagt wurden, wird mit 1.500 bis 2.000 Zuschauern gerechnet. Insgesamt fünf Kassen sind ab der Stadionöffnung um 17.30 Uhr für den Ansturm gerüstet. Kickers-Fans werden über den Eingang an der Eissporthalle in den Gästeblock geleitet.

Dauerkarten und Freikarten gelten nicht, bei den VIP-Karten ist die Begegnung enthalten.

Die voraussichtliche Aufstellung des FC Memmingen

Tor: Beigl – Abwehr: Nikolic, Schmeiser, Weiler, Buchmann – Mittelfeld: Mayer, Hoffmann, Bonfert, Eisenmann – Angriff: Salemovic, Krogler.

Auswechselspieler: Anzenhofer, Friedrich, Robinson Zuka, Lhotzky, Geldhauser, Sapina, Gruber (Tor).

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen); Assistenten.

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