EU – Wozu?

27. April 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Knapp 400 Jugendliche folgten der Einladung des städtischen Europabüros zu einem „bewegenden“ Vortrag von Politikwissenschaftler und Soziologen Andreas Christ, und Mitglied im Rednerdienst „Team Europe“ der Europäischen Kommission.

Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger begrüßte den studierten Politikwissenschaftler und Soziologen Andreas Christ und freute sich besonders, die zahlreichen Schülerinnen und Schüler des Vöhlin-Gymnasiums, der Städtischen und Staatliche Realschulen, der FOS/BOS, des BBZ,

sowie die Auszubildenden von Magnet Schultz, der Stadt Memmingen und die Mitglieder der Europa Union in dem gefüllten großen Saal der Stadthalle willkommen zu heißen. Es sei sehr erfreulich, dass die Veranstaltung auf so großes Interesse stoße. Er dankte den Schulen für die großartige Unterstützung sowie der deutschen Vertretung der Europäischen Kommission.

Andreas Christ präsentierte das Thema „EU-Wozu“ auf eine unerwartete, wahrlich „bewegende“ Art und Weise, wofür er ein „4-Ecken Spiel“ wählte: Er stellte den Zuhörern sechs Fragen, zu deren Beantwortung sie sich jeweils in eine Ecke des Raumes begeben mussten.

EU-Wozu? - Vortrag in Memmingen, 25.04.2016

Die Fragen drehten sich um das Thema Politik- und EU-Verständnis, wie beispielsweise:

1. “Was gefällt Ihnen nicht an der EU? – Mir gefällt an der EU nicht, dass… “. Vier mögliche Antworten standen zur Auswahl:
1.1. „… ich nicht verstehe, dass man nicht alle politischen Entscheidungen in Deutschland treffen kann“,
1.2. „…es so viel Geld und Risiko für alle kostet, wenn es einem Land finanziell schlecht geht“,
1.3. „… nicht jedes Land einfach beitreten kann (z. B. die Türkei), und
1.4. „…ich gar nicht mitbekomme, was überhaupt die EU ist und wer, was, wann entscheidet“.

Klarer Favorit in dieser Frage war die letzte Auswahlmöglichkeit 4.

Bei einer weiteren Frage wurde deutlich, dass sich die Jugendlichen weniger als „Bürger Memmingens und Umgebung, noch als Deutscher, Europäer oder sonstiger Zugehörigkeit eingliedern möchten, denn ein überwiegender Anteil wählte einfach die Alternative „Ich bin ich“.

In einer anderen Frage wiederum zeigte der Großteil wenig Verständnis auch dafür, dass die EU-Länder helfen müssten, wenn es anderen Mitgliedssaaten finanziell schlecht geht.

Um das Verständnis für die EU und den Wert der Europäischen Union zu unterstreichen, veranstaltet die Leiterin des Memminger Europabüros Alexandra Störl häufig ähnliche Veranstaltungen. „Wir wollen die Jugendlichen für das Thema Europa sensibilisieren. Ein geeintes Europa ist keine Selbstverständlichkeit. Dies gilt es zu schützen und zu bewahren“, erklärt Alexandra Störl.

Andreas Christ legte in seinem anschließenden Vortrag den Schwerpunkt auf die Frage „Warum eigentlich ein gemeinsames Europa?“ Denn in Zeiten der sich überlagernden Krisen sei es wichtig, dass man sich auf die grundlegende Idee hinter der europäischen Einigung besinne.

Er erinnerte daran, dass es nach den verheerenden Weltkriegen in Europa zwei zentrale Interessen gab: „Frieden und Wiederaufbau mit Entwicklung der Wirtschaft. Beide Motive sind heute noch so aktuell wie damals. Kriegerische Handlungen finden nicht weit von der europäischen Grenze entfernt statt und wirtschaftliche Entwicklung brauchen wir heute noch genau so, wie vor 70 Jahren“.

Hinzu kamen die neuen Herausforderungen der Globalisierung, einer multipolaren Welt und die jüngsten Erfolge national-fokussierter Parteien bei Wahlen innerhalb Europas. Auch scheute er sich nicht, Bezug zu nehmen auf einige gängige Kritikpunkte an der EU.

Dennoch gab er zusammenfassend zu bedenken: „Gerade in schwierigen Zeiten für die europäische Idee müssen wir uns immer Fragen: Warum ist Europa eine gute Idee? – Vieles wurde in den letzten Jahren schon selbstverständlich und man weiß viele Errungenschaften gar nicht mehr entsprechend zu würdigen, die uns heute das Leben einfacher und friedvoller machen.“ Beispiele seien dafür die Reisefreiheit, der einheitliche Binnenmarkt und natürlich, seit 70 Jahren Frieden.

Foto:
Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, die Leiterin des Europabüros, Alexandra Störl, der Referent Andreas Christ, Mitglied im Rednerdienst Team Europe der Europäischen Kommission, der Vorsitzende der Europa Union Memmingen, Lajos Oszlari mit den zahlreichen Jugendlichen und Mitgliedern der Europa Union, die dem Vortrag beiwohnten.

Fotoquelle: Madlener/Europabüro

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