Wo Freiheit nicht zu Hause ist, hat der Frieden keine Chance

27. April 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Unternehmer Fritz Brey und Historiker Prof. Dr. Peter Blickle wurden für ihre Verdienste um den „Memminger Freiheitspreis 1525“ ausgezeichnet.
Der Memminger Unternehmer Fritz Brey hat die hohe Dotierung des „Memminger Freiheitspreises 1525“ mit 15.000 Euro, die dieses Jahr zum 4. Mal vergeben wird, durch eine persönliche Stiftung ermöglicht. Prof. em. Dr. Peter Blickle begleitete die Freiheitspreisverleihung von Beginn an durch seine profunde Fachkenntnis

von wissenschaftlicher Seite und wirkte als Mitglied der Jury an der Auswahl der Preisträger mit.

Beide zählen zu den ersten, die von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger eine neu geschaffene Ehrennadel für besondere Verdienste um den Memminger Freiheitspreis 1525 entgegengenommen haben. „Für Ihr großes Engagement, das eine nachhaltige Wirkung zeigt, möchte ich mich im Namen der Stadt Memmingen herzlich bei Ihnen bedanken“, betonte der Oberbürgermeister bei der Ehrung im Rathaus.

Ehrung für die Verdienste um den Memminger Freiheitspreis 1525, April 2016

Fritz Brey erinnerte sich an den Besuch vor über 16 Jahren von Stadtrat Herbert Müller, der heute auch den Vorsitz des Freiheitspreis-Kuratoriums bekleidet: „Er hatte schon drei Stationen hinter sich und war dann doch erstaunt, als ich meine finanzielle Unterstützung spontan zugesagt habe.“

Damals habe es in Deutschland unzählige Friedensappelle, Friedensaufrufe und Friedensdemonstrationen gegeben, doch der Ruf nach Freiheit sei nicht zu hören gewesen. „Wo Freiheit nicht zu Hause ist, hat der Frieden keine Chance.“ – Für Fritz Brey ist dies die Motivation, sich für das Bewusstmachen des Freiheitsgedankens und damit für den Memminger Freiheitspreis einzusetzen.

Prof. Dr. Peter Blickle blickte auf die wissenschaftliche Forschung zur Proklamation der Zwölf Bauernartikel im Jahr 1525 und ihre politische Bewertung in den vergangenen Jahren. „Die Akzentuierung auf die Zwölf Artikel der oberschwäbischen Bauern hat einen prinzipiellen Wandel in der Bewertung dieses Ereignisses in Deutschland herbeigeführt“, so der Historiker.

Der Memminger Freiheitspreis sei weit über Memmingen hinaus von Bedeutung. Während man sich früher in der Forschung um die Bauernkriege vor allem auf den Reformator Thomas Müntzer in Thüringen stützte, seien nun auch der Memminger Prediger Christoph Schappeler und die oberschwäbischen Bauern in den Vordergrund gerückt. „Man hat festgestellt, dass das gute Deutschland nicht erst 1948 beginnt, sondern schon 1525“, spitzte es Prof. Dr. Blickle zu.

Mit der Ehrennadel für besondere Verdienste um den Memminger Freiheitspreis sollen nun auch der ehemalige Dekan Kurt Kräß und der frühere Landesbischof Johannes Friedrich ausgezeichnet werden. Die Ehrung soll gemeinsam mit der Verleihung des Freiheitspreises 2016 an Bischof Erwin Kräutler am 25. September dieses Jahres stattfinden.

Ehrung für die Verdienste um den Memminger Freiheitspreis 1525, April 2016

Foto 1:
(Von li.): Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, Fritz und Elisabeth Brey, Prof. Dr. Peter Blickle und Herbert Müller, Vorsitzender des Freiheitspreis-Kuratoriums

Foto 2:
Die Ehrennadel ist bezugnehmend auf die Zwölf Bauernartikel als Zwölfeck konzipiert worden und in den Memminger Stadtfarben gehalten. Die Mitte bildet ein Kreuz als Zeichen der Freiheit und der Verbundenheit mit der Kirche.

Fotoquelle: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen

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