Der Arbeitsmarkt im April – ein gelungener Start ins Frühjahr

2. Mai 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,2 % – 11.615 Menschen sind arbeitslos – Die Nachfrage nach Arbeitskräften hält an – 

Jahreszeitliche Gründe führten zu einer weiteren Stabilisierung des Arbeitsmarktes im Allgäu. Das Ergebnis für den April 2016 ist gekennzeichnet durch den Anstieg an beschäftigten Menschen und die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften.

Grafik 1, Arbeitsmarktbericht Memmingen-Kempten, April 2016

Die Zahl der arbeitslosen Menschen

Etwas mehr als 11.600 Menschen werden in der Agentur für Arbeit und den sieben Jobcentern aktuell betreut, 725 Frauen und Männer weniger als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote

lag bei 3,2 %, wie bereits im April des vergangenen Jahres, und verbesserte sich im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte.

Neu zu besetzende Stellen

Knapp 1.700 Stellen wurden im April von Betrieben neu zur Besetzung bereitgestellt, knapp 90 mehr als im Monat zuvor.

„Der Arbeitsmarkt zeigte sich auch im April anhaltend robust. Vor allem für Tätigkeiten im Freien konnten zahlreiche Kräfte wieder eine Beschäftigung in dem Betrieb aufnehmen, bei dem sie zuletzt vor der Winterpause gearbeitet hatten“, fasst Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen zusammen. „Daneben haben wir auch für Tätigkeiten in Produktionsbetrieben eine ganze Reihe weiterer Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten.“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Branchen eingeteilt

Schwerpunkte bei den 1.700 neu zur Besetzung angebotenen Stellen bildeten die Bereiche:

  • Metallbearbeitung und Maschinenbau mit 300 neuen Stellenangeboten. Maschinen-/Anlagenführer, Industriemechatroniker und Konstruktionsmechaniker waren hier gefragt.
  • In der Energie- und Elektrotechnik äußerten Arbeitgeber einen Bedarf von knapp 100 zusätzlichen Mitarbeitern.
  • Fachkräfte im Baugewerbe wurden jahreszeitbedingt vermehrt gesucht – Vor allem Maurer, sowie Bau- und Transportgeräteführer.
  • Hotel- und Gastronomiebetriebe suchten im gesamten Agenturbezirk annähernd 200 weitere Arbeitskräfte für den anstehenden Start in die kommende Frühjahrssaison.
  • Busunternehmen gaben ebenfalls Angebote heraus für eine Beschäftigung als Busfahrer.

Aufnahme neuer Beschäftigungen

2.348 Frauen und Männer konnten im April eine neue Beschäftigung aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit beenden – so viele, wie seit Monaten nicht mehr. Darunter:

Zahlreiche Kräfte, die im Garten-/Landschaftsbau oder im Baugewerbe als Maurer, Baugeräteführer und Baugeräteführer beim früheren Arbeitgeber wieder eine Beschäftigung aufnahmen. Nach den eher kühlen Temperaturen im April ist von weiteren Arbeitsaufnahmen von ehemaligen Mitarbeitern in Außenberufen auszugehen.

In anderen Branchen: zum Beispiel eine Fachverkäuferin Konditorei, einige Sozialpädagogen und eine Service-Fachkraft fanden eine neue Enstellung.

Etliche ältere Kräfte konnten ebenfalls in eine neue Tätigkeit starten, wie eine 59-jährige Kassiererin, eine Küchenhilfe und zwei Kräfte im Baugewerbe im Alter von mehr als 60 Jahren.

Neu arbeitslos gemeldet

Im April meldeten sich 1.917 Frauen und Männer neu bei den Vermittlern arbeitslos.

Die sehr ähnlichen Ergebnisse der letzten Jahre verdeutlichen die stabile Entwicklung des Arbeitsmarktes im Allgäu.

Grafik 2-Arbeitsmarktbericht Memmingen-Kempten, April 2016

Qualifizierung steigert Vermittlungschancen

In Stellenbeschreibungen wird momentan deutlich, dass aktualisierte, berufliche Kenntnisse gefordert werden. Um die Chancen arbeitsloser Menschen zu erhöhen, führt die Agentur für Arbeit daher immer wieder Qualifizierungen durch. So startete vor einigen Wochen für insgesamt 21 Teilnehmer ein Kurs in Wirtschafts-Englisch. Bereits im Verlauf des Kurses erhielten sieben der Teilnehmer eine neue Abstellung. Weitere arbeitslose Menschen absolvieren derzeit Umschulungen, wie zum Industriemechaniker oder zum Speditionskaufmann.

Doch nicht nur für arbeitslose Menschen ist berufliche Weiterbildung wichtig. Um das Risiko, arbeitslos zu werden, zu verringern, kann die Arbeitsagentur unter bestimmten Voraussetzungen auch Arbeitgeber fördern, die Mitarbeiter ohne Berufsabschluss qualifizieren. Auch werden verschiedene Fortbildungen im Bereich Altenpflege oder zum Maschinen- und Anlagenführer derzeit durchgeführt.

Grafik 3-Arbeitsmarktbericht Memmingen-Kempten, April 2016

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Von Lindau über Füssen bis Mindelheim erreichte die Arbeitslosenquote denselben Wert wie im April 2015. Verbessert zeigte sich der Arbeitsmarkt im Jahresvergleich in den Wirtschaftsräumen Kaufbeuren, Marktoberdorf und Kempten.

Die Regionen Sonthofen und Memmingen hingegen hatten eine leichte Zunahme der Arbeitslosenquote um 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte zu vermerken. Im südlichen Oberallgäu endete die Wintersaison, wodurch sich bis zum Start des Frühjahr- und Sommergeschäfts im Tourismusgewerbe zahlreiche Menschen für wenige Wochen arbeitslos meldeten.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung

Wie wir wissen, werden seit Einführung der sozialen Grundsicherung arbeitslose Menschen von der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut. In beiden Bereichen waren im April weniger Menschen arbeitslos gemeldet.  Aufgrund von vielen Arbeitsaufnahmen von Menschen, die aus jahreszeitlichen Gründen wenige Wochen arbeitslos waren, fiel der Rückgang auf Seiten der Agentur für Arbeit mit einem Minus von gut 600 Kräften deutlich stärker aus. In den Jobcentern hingegen waren nur 118 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat.

Ein Großteil der Bezieher von „Hartz IV“-Leistungen ist nicht arbeitslos. Grund dafür ist, dass die betreffenden Personen kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen, sich in einer Ausbildung befinden oder mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Grafik 4-Arbeitsmarktbericht Memmingen-Kempten, April 2016

Der Ausbildungsmarkt zeigt gute Chancen für junge Menschen

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt blieb auch im April günstig für junge Menschen, die eine Lehrstelle suchten. Hingegen gestaltet sich vor allem für kleine Betriebe die Suche nach geeigneten Azubis schwieriger, denn deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber wurden gemeldet:

Mehr als 5.400 Lehrstellen wurden seit dem Start des Beratungsjahres von Betrieben zur Verfügung gestellt – die höchste Zahl der letzten Jahre.

Währenddessen meldeten sich 3.850 junge Menschen als Bewerber um eine Ausbildungsstelle, knapp 70 mehr als bis zum April des letzten Jahres, also ist auch hier ein Zuwachs zu verzeichnen.

Rein rechnerisch herrschte damit – wie in den Vorjahren – erneut ein starkes Übergewicht an gemeldeten Ausbildungsplätzen. Bis zum April waren noch gut 2.500 Ausbildungsplätze nicht vergeben, während sich etwas mehr als 1.600 junge Menschen noch nicht für einen Ausbildungsplatz entschieden hatten. – Nach gut der Hälfte des Beratungsjahres der Berufsberatung ist dies jedoch lediglich ein Zwischenergebnis, denn bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September ist mit weiteren Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt zu rechnen.

Grafik 5-Arbeitsmarktbericht Memmingen-Kempten, April 2016

Darstellung nach Wirtschaftsräumen/Regionen

Grafik 6-Arbeitsmarktbericht Memmingen-Kempten, April 2016

Darstellung nach kommunalen Strukturen

Grafik 7-Arbeitsmarktbericht Memmingen-Kempten, April 2016

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.