Ein voller Erfolg – Die Memminger Musiknacht

2. Mai 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Auch Regen, der zwischendurch fiel, konnte die zahlreichen Musikbergeisterten und Partyfreunde, die am vergangenen Samstag in der Innenstadt von einem Konzert zum nächsten tingelten, nicht daran hindern, auch einmal bei der Band nebenan hineinzuhören.

Schließlich war ja genau das der Anreiz. Und auch wenn man sich dabei auf eine Band konzentriert hat, hat sich das in den allermeisten Fällen immer noch gelohnt.

Mein Abend begann im Münchner Kindl…

Der Hauptgrund war dabei nicht eine Priorität gegenüber einer Band, sondern um ehrlich zu sein die zentrale Lage des Parkhauses nebenan.

Als ich das recht kleine Lokal betrat, war es bereits zum Bersten gefüllt, und die Jungs von Jiggle and the Hairstylers spielten gerade Tutti Frutti, den Kultsong in Sachen Rock´n Roll und Rockabilly, wofür die Band steht.

Jiggle and the Hairstylers
Jiggle and the Hairstylers

Meine nächste Station war das Valentino, in dem die sympathische Memminger Nachwuchsband Residence NoName ihre größtenteils selbst geschriebenen Songs präsentierten, und als ob es verabredet war, spielten sie einen meiner zwei Lieblingssongs: Hey Juni!

Einmal über den Theaterplatz ging meine Tour im Zick-Zack-Kurs weiter in die Chaplin Sky Lounge mit Analog Spin, die gerade Don´t let me be misunderstood von Santa Esmeralda spielten und mit spanisch klingenden Gitarrenriffs die Zuschauer beglückten. Doch wenn man herausfinden möchte, was für einen Genre sie spielen, stolpert man über eine endlose Liste von Retro Early Rock n Roll, über… Blues bis Funk und Contemporary.

Um die Ecke ging es vorbei an den Coffee Fellows mit DJ T-Rich, der sich auf Black & House spezialisiert hat. Ich hoffe ihr vergebt mir, aber DJs sind einfach undankbare Zielobjekte für Fotografen: Sie halten nie still, und wenn, dann mit Kopf nach unten und unter enormen Kopfhörern versteckt. Die Musik klang jedoch sehr gut und über Mangel an Tanzwütigen konnten sich die Coffee Fellows sicher nicht beklagen.

Weiter ging es ins Neumanns, und bereits auf der Höhe der Coffee Fellows hörte man die rockigen Bässe und Beats der Band The End. Sie empfingen mich mit In the Midnight hour von Billy Idol – einer von diesen Songs, die in den 1980ern entstanden sind und einfach immer noch rocken. Auch das Neumanns war sehr gut besucht.

Ich beschloss meinen Kreis zu erweitern und landete zunächst im Irish Pub Green Tree. Ein wahrer Kultsong des Irish Folk wurde gerade von den Paddy goes to Holyhead gespielt: Whiskey In The Jar von den Dubliners, und für die Läng eines Songs war ich mitten in Irland, so sehr ähnelt das Green Tree den originalen Irish Pubs auf der Insel.

Wo die Tanne ist, musste ich Google fragen, um festzustellen, dass ich es doch schon kannte: auch von einer Musiknacht, die jedoch Jahre zurückliegen muss. Einmal quer durch das Lokal, das sich wohl seit 20 Jahren nicht verändert hat, gelangte ich in den großen Saal mit enorm hoher Decke, und was erwartet mich? Der Sharp dressed man von ZZ Top! HA! Ich fand ihn zwar nicht in der Menge, aber in dem Gedränge konnten man nicht einmal mehr seine eigenen Füße sehen. Auf der großen Bühne rockte die 6-köpfige Band Wild N´ Rough und was ich hörte, war Coverrock vom Feinsten.

Memminger Musiknacht 2016-ein voller Erfolg, 30.04.2016

Nun ging es an die Extremitäten der Innenstadt, also fragte ich mich wohin zuerst: Villa Euphoria, die für mich immer noch die Flach-Villa ist, oder das Pegasus in der Maximilianstrasse mit dem Duo Italiano? Ich entschied mich für das Weiteste zuerst, wurde in Villa Euphoria jedoch enttäuscht: die Musiker schienen eine Dauerpause zu machen, und mein Abend war noch lang.

Also wieder zurück, und da fiel mir Saray Shisha Lounge ein. Dort war Exotik angesagt, nämlich Akku Bakarr Spirit mit African Raggae. Wie der Song hieß, weiß ich leider nicht, aber was zu mir drang waren ein paar der typischen verbalen Puzzlesteine von African Raggae: Human Rights, Yeah-Yeah und Rastapharai. Zwischen dem und dem nächsten Stück erzählte uns der Sänger, er hieße Schneeflocke, und wenn man das Allgäu überlebt, dann schaffe man es überall. – Sehr entspannend jedenfalls nach viel Rock und viel Fussmarsch.

Am Frechdax vorbei war ich magisch von der Menge angezogen, die sich vor dem UNO gebildet hatte und beschloss dem Frechadchs nachher einen Besuch abzustatten.

Ins UNO kam ich nur noch hinein, indem ich zum letzten Mittel griff: Meinem Presseausweis. Und nur deshalb, weil die Gäste alle supernett und kooperativ waren, gelangen mit ein paar wenige Fotos, denn auf Tuchfühlung ging es rund im Beat von Balls to the Wall von Accept. Wow! Da ging es richtig zur Sache in Sachen Heavy Metal, gespielt von der 5-köpfigen Band Dark Rose.

Memminger Musiknacht 2016-ein voller Erfolg, 30.04.2016

Als ich wieder draußen war, schnappte ich erst einmal nach Luft, ging um die Ecke und da fiel mir ein, dass ich in meiner Innenstadt-Tour Las Carretas fast vergessen hätte. Also los zu mehr Exotik. Karibik Tropical hießen die drei, die die Gäste im Las Carretas das Tanzbein zu Salsa und Latin schwingen ließen, und die drei Musiker sahen genau so aus, wie man sich Karibik Tropical vorstellen würde: Drei breit grinsende Latinos, die mit Güira, Tambora und Gitarre die Karibik auf die Bühne brachten. Nachdem ich nur Spanisch Wahlfach hatte, waren die einzigen Worte, die ich an meinem „Empfangslied“ wiedererkannte La Vida (das Leben).

Weiter ging es ins Pegasus zum Duo Italiano und war gespannt, was mich dort erwartete, denn  Italienisch spreche ich fließend. Tja, Italienisch. Aber was sie spielten bzw. der Sänger sang, muss ein Dialekt gewesen sein. Eine Tarantella war es nicht, da hätte ich auch kein Wort verstanden, aber am Rhythmus hätte ich es erkannt. Vielleicht war es ein Lied non Pino Daniele in napoletanischem Dialekt, das verstehe ich auch fast nicht, aber wenn es von ihm war, kannte ich es nicht. Und herauszufinden war es nicht. Aber es wurde getanzt in dem kleinen Pegasus, und der Sänger lächelte unentwegt in die Kamera, also ging ich dennoch versöhnt.

Karibik Tropical
Karibik Tropical

Was für ein aufregender, toller und internationaler Abend! Meine Knochen taten weh, da ich im intuitiven Zick-Zack zweimal die Stadt durchquert hatte, und als ich bereits im Auto saß, wurde mir klar, dass ich nicht nur den Frechdax vergessen hatte, sondern auch das Rohrbecks an der MEWO Kunsthalle UND den zweiten DJ geskippt habe: DJ Mexx Pain in Ceasar´s Lounge. Ich hoffe Ihr verzeiht!

Im Auto reihte ich meine „Empfangs“-Songtitel und das gehörte gedanklich zusammen und musste lachen: Tutti Frutti – Hey Juni – Don´t let me be misunderstood – Sharp dressed man – In the Midnight hour – Balls to the Wall – oder Whiskey In The Jar – Human Rights, Yeah-Yeah, Rastapharai – La Vida – und zum Schluss ein italienisches Lächeln…

Mehr Bilder vom Event auf unserer Facebookseite.

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