Wir wollen überforderte Familien nicht allein lassen

4. Mai 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Der Kinderschutzbund Memmingen-Unterallgäu feierte sein 40-jähriges Bestehen. – Vor 40 Jahren wurde der KSB Memmingen-Unterallgäu in einer Memminger Gaststätte gegründet. Heute ist er in Stadt und Landkreis längst unverzichtbar geworden mit seinen vielen Angeboten und Initiativen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern.

„Familien müssen bei ihrer schwierigen Aufgabe der Erziehung Hilfe und Zuspruch erfahren und dürfen bei einer Überforderung nicht allein gelassen werden“,

nannte Bürgermeisterin Margareta Böckh das grundlegende Ziel des Kinderschutzbundes bei der Feier im Rathaus. Sie selbst führt seit knapp 20 Jahren den Verein, in dem sie 1998 den Vorsitz übernahm.

Margareta Böckh, Bürgermeisterin und 1. Vorsitzende des Kinderschutzbund Memmingen-Unterallgäu
Margareta Böckh, Bürgermeisterin und 1. Vorsitzende des Kinderschutzbund Memmingen-Unterallgäu

„Der Kinderschutzbund ist ohne Sie gar nicht mehr denkbar“, betonte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger beim Festakt und dankte Margareta Böckh für die vielen Jahre ehrenamtlichen Engagements zugunsten der Kinder und ihrer Familien. Auch stellvertretender Landrat Dr. Stephan Winter drückte Margareta Böckh seine Glückwünsche aus.

Gründungsmitglied Erich Feiner erinnerte sich an die Gründungsvorsitzende Ruth Würfel, die den Kinderschutzbund in den ersten beiden Jahrzehnten seines Bestehens geprägt hat. „Schwierigkeiten hat sie nicht gekannt. Sie ist zu Hinz und Kunz gegangen um Geld zu sammeln, und hat einiges bewegt.“ In einer Gesprächsrunde, die von Bürgermeister (Bad Grönenbach) und Vorstandsmitglied Bernhard Kerler moderiert wurde, berichtete Erich Feiner über die Anfänge.

Bürgermeister von Bad Grönenbach und Vorstandsmitglied Bernhard Kerler im Gespräch mit Gründungsmitglied Erich Feiner (re.)
Bürgermeister von Bad Grönenbach und Vorstandsmitglied Bernhard Kerler im Gespräch mit Gründungsmitglied Erich Feiner (re.)

Ulrike Gäble-Titze, die ehrenamtlich im Kinderschutzbund begonnen hat und erste hauptamtliche Fachkraft im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe wurde, stellte heraus: „Das Besondere am Kinderschutzbund ist die Kombination von Ehren- und Hauptamtlichen, die sich gemeinsam engagieren. In unserer Geschäftsstelle ist auch immer sehr viel Herz dabei.“

Von fröhlichen Momenten erzählten der frühere Zivildienstleistende im KSB Andreas Wagner, und Sina Fuhrmann, die Bundesfreiwilligendienst leistete, als sie zum Beispiel mit dem Spielmobil unterwegs waren. Auch erinnerten sie sich an berührende Erlebnissen mit Familien in schwierigen Situationen. – „Wenn ein Vater sein Kind nach einer Scheidung nur zwei Stunden lang sehen darf – das zu erleben hat schon weh getan“, so Andreas Wagner.

Edeltraud Wagner, Vertreterin des Landesverbandes.
Edeltraud Wagner, Vertreterin des Landesverbandes.

Im Bereich der Familienhilfe bietet der Kinderschutzbund hierfür einen so genannten „begleiteten Umgang“ an, wenn Elternteile nach einer Scheidung ihre Kinder treffen.
„Danke für so tolle Projekte wie das Kids-Point“, dankte Edeltraud Wagner und gratulierte als Vertreterin des Landesverbands zum 40-jährigen Bestehen. „Sie sind Ruheinseln in unserer leistungsorientierten Gesellschaft.“ Gemeinsam mit der Kinderbrücke Allgäu hat der KSB mit dem Kids-Point ein Konzept für Betreuung benachteiligter Kinder nach der Schule entwickelt.

Vorsitzende Margareta Böckh dankte den Hauptamtlichen, sowie den vielen ehrenamtlich Engagierten für ihren oft langjährigen Einsatz, und allen Spendern für ihre Unterstützung, ohne die der Kinderschutzbund seine Angebote nicht stemmen könnte.

Zu den Aktionen des Kinderschutzbundes übers Jahr zählen das Spielmobil, der Losverkauf auf dem Jahrmarkt oder das Adventskranzbinden im Rathaus.

Die Torte zum 40. Geburtstag: "Eine Lobby für Kinder 40 Jahre" kreiert von Karl Standhartinger
Die Torte zum 40. Geburtstag: „Eine Lobby für Kinder 40 Jahre“ kreiert von Karl Standhartinger

Fotoquelle: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen

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