Ein „Liberales Stadtgespräch“ zwischen Markus Kennerknecht und der Memminger FDP

25. Mai 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Am gestrigen Dienstag stellte sich OB-Kandidat Markus Kennerknecht den Vorsitzenden der FDP Memmingen beim „Liberalen Stadtgespräch“ vor.

Als OB-Kandidat der Schwesterpartei in der SPD/FDP-Fraktion im Memminger Stadtrat wollten die Mitglieder des FDP-Kreisverbandes Markus Kennerknecht besser kennenlernen, um zu sehen, ob und hinter wen Sie sich in den anstehenden Oberbürgermeisterwahlen stellen werden.

Nach einer kurzen Begrüßung der FDP-Kreisvorsitzenden Heike A. Schalk und dem Stellvertretenden Kreisvorsitzenden Dirk Grube wurde Markus Kennerknecht in lockerer Atmosphäre gleich einmal von Frau Schalk mit einem komprimierten Dutzend Fragen auf einmal überhäuft. Markus Kennerknecht hörte sich die Fragen aufmerksam an und holte tief Luft.

Ohne sich eine Notiz gemacht zu haben, ließ er keine der gestellten Fragen unbeantwortet und fügte noch Informationen hinzu, wie Motivationen oder Hintergründe. Zu Beginn hören wir seinen spannenden Lebenslauf, den wir hier nicht nochmals wiederholen wollen, da wir darüber bereits ausführlich berichtet haben (hier verlinkt).

Dieser endet mit seiner aktuellen Aufgabe als Stadtbaumeister der Stadt Immenstadt seit 2014 und Geschäftsfüher der Nahversorgung Waltenhofen GmbH.

Was ich persönlich dabei dazugelernt habe, war eine ausführliche Liste seiner nebenberuflichen Ehrenämter und Mitgliedschaften, die den Deutschen Alpenverein Kempten, den Radsportclub Kempten (Triathlon), die Bayerische Ingenieurekammer Bau (als Ehrenamtlicher Richter) und die Föderation Europäischer Nationaler Ingenieurverbände einschließt.

Liberales Gespräch mit Markus Kennerknecht, 24.05.16

Im Folgenden möchten wir die spannendsten Fragen der FDP-Kreisvorsitzenden Heike A. Schalk wiedergeben:

Was sind Sie für ein Mensch?

Markus Kennerknecht selbst sagt über sich, er sei ein Familienmensch, der in einfachen, doch behüteten Verhältnissen in Kempten aufgewachsen sei und habe sich innerhalb vieler Stationen nach oben gearbeitet. Einerseits kann er dadurch seinen Mitmenschen egal welcher Herkunft oder sozialer Schicht mit Offenheit und ehrlichem Interesse gegenübertreten, andererseits weiß er auch, wozu man in der Lage sein kann, wenn man sich Herausforderungen stellt und sich seinen Weg nach oben bahnt.

Er habe Erfahrung in Verwaltungsaufgaben, jedoch ebenso Bezug zur freien Wirtschaft und als Ingenieur Erfahrung im Bauwesen und allem, was damit zusammenhängt.

Dass all dies von Vorteil ist, liegt auf der Hand: als Stadtbaumeister leitet er somit das Bauamt in Immenstadt, und ist maßbeblich an der infrastrukturellen, sowie baulichen Entwicklung der Stadt beteiligt.

Als Geschäftsführer wiederum muss man delegieren können, fachlich kompetenten Mitarbeitern Verantwortung übergeben, und dennoch den Überblick und die Vision haben, um ein Boot zu steuern.

Bezug zur freien Wirtschaft ist in jedem Falle hilfreich, und wenn es „nur“ darum geht, strategische Mittel zur Verbesserung von existierenden Strukturen anzuwenden, die sich in der freien Wirtschaft bewährt haben. Das kann von Analyse-Methoden wie beispielsweise der SWOT-Analyse (kurz: Stärke-Schwächen-Analyse, lang: „Strength-Weakness-Oportunities and Threats“, also Stärke-Schwächen-Möglichkeiten und Risiken), bis hin zu systemischen Lösungsansätzen reichen. Denn diese strategischen Mittel, tragen zur Optimierung von Arbeitsabläufen bei, sei es in einem produzierenden Betrieb oder in einem komplexen Verwaltungsapparat.

Würden Sie sich in Memmingen wohlfühlen?

Ganz bestimmt, sagt er und lächelt. Er mag die malerische Memminger Altstadt, die Größe der Stadt und die Freundlichkeit, der er begegnet. Zudem ist seine Frau in Memmingen aufgewachsen und hat hier das Bernhard-Strigel-Gymnasium besucht. Überall würde er nicht Oberbürgermeister werden wollen, sagt Markus Kennerknecht, hier jedoch sehr gerne.

Was fiel Ihnen in Memmingen auf bei Ihrer Erkundungsreise über die letzten Wochen hinweg? Und: Was würden Sie als anstehende Aufgaben sehen?

In den letzten Wochen sei er in vielen Stadt- und eingemeindeten Ortsteilen unterwegs gewesen, habe viele verschiedene Vereine, Verbände und Firmen besucht. Grundsätzlich sei er sehr viel Offenheit, Freundlichkeit und Interesse begegnet. Wirklich brennende Themen oder großen Missständen sei er nicht begegnet, doch gebe es einige Themen, bei denen er einen Ansatzpunkt sieht.

Das Memminger Klinikum – Ein wichtiger Punkt sei hierbei das Memminger Klinikum und die Frage, ob dies in Zukunft auch vom Landkreis mitgetragen werden solle. Städte und Landkreise seinen eng miteinander verknüpft, was nun die bessere Lösung sei, müsse geprüft werden, jedoch ist er zuversichtlich, dass hier eine vernünftige Lösung gefunden werden kann.

Kommunikation mit den Bürgern – Es gibt Bedarf an mehr Kommunikation mit den Bürgern, den Vereinen und Verbänden, die sich mehr Gehör wünschen würden. Dies sei ihm mehrfach zugetragen worden bei seinen zahlreichen Gesprächen mit Vereinen und Verbänden, die vielfach nur oder vor allem mit ehrenamtlichen Mitarbeitern funktionieren. Dabei kam ihm die Idee, Jour-fix Termine einzurichten: Z.B. einmal pro Monat hat die Freiwillige Feuerwehr ihren festen Gesprächstermin, der Sportverein Amendingen, oder der Handwerkerverband. Mit der Entwicklung eines Ortsteiles, einer Veränderung im Verein oder der Alterung von essentiellen Gebrauchsgegenständen im Verein zwickt immer einmal jemandem der Schuh. Mit regelmäßigen Gesprächen könne man hier Druck oder Frustration abbauen und anstatt dessen Motivation schaffen. Zudem gäbe es oftmals verwalterische Hürden, was ihn zum nächsten Thema überleiten ließ.

Verwaltungsabläufe überdenken – Verwaltungsabläufe müssten geprüft, hinterfragt und gegebenenfalls überarbeitet werden. Das Problem sei, dass bei einer nicht leistungsorientierten Bezahlung, wie es beim öffentlichen Dienst der Fall ist, oftmals die Selbstreflexion fehlt, und die ist die Basis für Verbesserung. Dennoch gebe es auch dafür Lösungsansätze, wie ein gegenseitiges Bewertungssystem zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter. Durch den Vergleich der zwei Perspektiven – der, wie man sich selbst sieht, und der, wie man von einem anderen gesehen wird – führe ebenso zu Selbstreflexion.

Sozialer Wohnungsbau – Den sozialen Wohnungsbau sieht Markus Kennerknecht als sehr wichtigen Ansatzpunkt in Memmingen. Junges Wohnen in der Stadt, Mieten in der Stadt, die erschwinglich sind auch für Nicht-Großverdiener oder Jugendliche. Zudem Städtebaufördermittel, die auch Herrn Hans Maier-Müller-Huber zugänglich gemacht werden, der beispielsweise ein Haus in der Memminger Altstadt besitzt, die Fassade oder der Hof renovierungsbedürftig wäre und ihm jedoch momentan die Mittel dazu fehlen – denn das sei sehr wohl möglich.

Jugendfreundlichkeit – In Gesprächen mit der Jugend habe ihn besonders die Aussage betroffen, „dass sie sich nicht wahrgenommen fühlen“. Neben erschwinglichem Wohnraum ist somit die Jugendfreundlichkeit der Stadt, auch im weitesten Sinne, ein relevantes Thema.

Tourismus in Memmingen – Der Tourismus in Memmingen habe ein großes, jedoch wenig ausgeschöpftes Potential, so Markus Kennerknecht. Memmingen könne sich besser vermarkten. Warum zum Beispiel ist die Homepage der Wallensteinfestspiele nicht auch in Englisch verfügbar? Vom Allgäu Airport gibt es zahlreiche Flüge nach London und in andere Europäische Städte, und Englisch ist die Universalsprache. Städtetourismus boomt und Memmingen hätte die besten Voraussetzungen, mehr als nur eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 1-2 Tagen zu erreichen. Zudem könne besser ins südliche Allgäu vernetzt werden.

FDP-Kreisvorsitzenden Heike A. Schalk bedankte sich für die bereits sehr umfangreichen Erkenntnisse und stellte Markus Kennerknecht ein paar Memmingen-Quiz-Fragen, wie:

Was bedeutet der Memminger Mau?

Markus Kennerknecht weiß die perfekte Antwort, das einzige Detail, was er nicht wusste war, aus welchem Gasthaus die drei betrunkenen Memminger kamen, die den Mond aus dem Bach fischen wollten: Nämlich genau aus dem Gasthaus, in dem wir bei diesem Gespräch saßen, dem Gasthaus Löwen.

Welches ist Memmingens Wahrzeichen? – Das war natürlich auch eine trickreiche Frage, wenn man weiß, dass es 7 Memminger Wahrzeichen gibt: Das Siebendächerhaus, die Blaue Saul, die Wasserkunst, der Gaul in der Wiege, der Basilisk, die heilige Hildegard und der grüne Teufel von St. Martin.

Markus Kennerknecht musste passen, und ich als geborene Memmingerin hätte dabei mit zwei Treffern schlecht abgeschnitten. Einige dieser Wahrzeichen sind heute zudem gar nicht mehr sichtbar, sondern nur überliefert, wie der grüne Teufel von St. Martin, ein Fresko, das übermalt wurde und verloren ging, oder die Wasserkunst, von der nur noch eine einzige Wasserfalle übrig geblieben ist, oder der Basilisk, der einem mittelalterlichen, puren Mythos entsprang. – Wie auch immer, es sind nach wie vor die 7 Memminger Wahrzeichen.

Abschließend stellte die Kreisvorsitzende Markus Kennerknecht noch zwei weitere Fragen:

Warum meinen Sie hat Dr. Holzinger eine solch große Popularität? Und:

Warum sind Sie der bessere als Ihr Gegenkandidat?

Die erste Frage beantwortet Markus Kennerknecht schnell: Dr. Holzinger sei erfolgreich, kompetent und bürgernah.

Die zweite Frage möchte er gerne umformulieren in: Wie unterscheidet er sich, denn wer der bessere sei, entscheide die Wahl der Bürger. – Er sieht sich für die Aufgaben, die in Memmingen anstehen sehr geeignet. Er habe Erfahrung in Kommunalverwaltung, der freien Wirtschaft und in der baulichen Stadtentwicklung.

Weitere Infos über Markus Kennerknecht finden Sie auf www.markus-kennerknecht.com.

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