Walter Weyers letzte Inszenierung „Die Rosenkriege“

31. Mai 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Walter Weyers inszeniert zum Ende seiner Theater-Ära „Die Rosenkriege“ von Shakespeare, eine Hommage an den bekanntesten englischen Dramatiker anlässlich dessen 400. Todestages.

„Wenn die Seele bereit ist, sind es die Dinge auch“, sagte einst der englische Dramatiker William Shakespeare. Bereit für seine letzte Inszenierung ist nun auch Walter Weyers, nach 19 Jahren Intendanz am Landestheater Schwaben in Memmingen.

Mit einer Shakespeare-Inszenierung des Klassikers „Hamlet“ begann 1997 das Wirken von Intendant Walter Weyers in Memmingen und mit Shakespeare wird es auch enden.

Die Aufführung „Die Rosenkriege“ kombiniert naturwissenschaftlich physikalische Theorien mit moderner Philosophie und ist somit seit 400 Jahren ein aktuelles Thema. Das Drama behandelt die Auseinandersetzung der Häuser Lancaster und York und deren Auswirkungen auf das England des 15. Jahrhunderts.

Die Geschichte der Rosenkriege beginnt 1455 und reicht bis ins Jahr 1485. Auf dem Thron sitzt Heinrich VI. aus dem Hause Lancaster – ein junger, frommer Mann, der mit seiner Herrschaft als König überfordert ist, obwohl er mit dem Reichsprotektor Gloster einen fähigen Mann an seiner Seite hat. Dieser jedoch hat einen machtgierigen Gegner, Kardinal Beaufort, der ihm in England die Stirn bieten möchte.

Rosenkriege-letztes Stück von Intendant Walter Weyers am Landestheater Schwaben in Memmingen, ab 24.06.2016

Heinrichs Heirat mit Margareta macht es politisch nicht einfacher, da die junge Frau intrigant, ehrgeizig und unheilstiftend gegen die Regierungsweise ihres Mannes vorgeht und dadurch die Autorität des Thrones Heinrichs VI. schwächt. Das Haus York meldet neue Herrschaftsansprüche an. Eine blutige Rebellion bricht aus.

William Shakespeares Werke zählen zu den bedeutendsten Bühnenstücken der Weltliteratur. Die drei Dramen um Heinrich VI. bilden zusammen mit einem Stück über Richard III. die sogenannte York-Tetralogie, die die englischen Rosenkriege des 15. Jahrhunderts beschreibt. Die Darstellung Shakespeares der politischen und gesellschaftlichen Zerwürfnisse in England zur Zeit der Auseinandersetzung zwischen den Häusern Lancaster und York ist ein Sittengemälde von apokalyptischer Kraft, ausgestattet mit Charakteren von beklemmender Eindrücklichkeit und bestechend durch die Opulenz seiner Sprache.

Die Inszenierung von Walter Weyers komprimiert die drei Teile über Heinrich VI. in einer Fassung, die sich auf politische Machtspiele konzentriert. Walter Weyers Ziel ist dabei aufzuzeigen, wozu Machthunger und ein Mangel an Moral einzelner Menschen führen kann.

Walter Weyers (re.) bei der kleinen After-Party des Kleinen Prinz, mit (v. li.) Dr. Holzinger, Wolfgang Lackerschmid und
Walter Weyers (re.) bei der kleinen After-Party des Kleinen Prinz, mit (v. li.) Dr. Holzinger, Wolfgang Lackerschmid

Das Stück wurde inszeniert von Walter Weyers, für die Bühne sorgte Sabine Manteuffel, die Kostüme stammen von Franziska Harbort, für die Dramaturgie engagierte sich Lars Kersten, die Choreographie übernahm Jakob Yaw. Regieassistenz führte Oliver Eisenmenger und Greta Lindermuth, und für die Projektionen sorgte Thomas Pfaus.

Die Personen

Heinrich VI. – Julian Ricker, Gloster – André Stuchlik, Winchester – Joséphine Weyers, Clifford – Fridtjof Stolzenwald, Suffolk – Chris Urwyler, York – Dino Nolting, Richard – Jan Arne Looss, Eduard  – Christian Müller, Warwick – Anke Fonferek, Margareta – Michaela Fent, Leonore – Josephine Bönsch, Lady Grey – Barbara Weiß, König Ludwig – Peter Höschler, Hume – Philippe Wolk, Hexe – Anastasia Tichomir, Bote – Greta Lindermuth.

Termine

Premiere: Freitag, 24. Juni 2016 um 19:00 Uhr im Großen Haus des LTS.

Weitere Vorstellungen in Memmingen:
30. Juni 2016, 03. + 06. + 12. Juli 2016, 19:00 Uhr und 16. Juli 2016, 18:00 Uhr.

Karten und Info: 08331/94 59-16, sowie auf www.landestheater-schwaben.de.

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