Begeisterung beim Poetry Slam der Memminger Meile

6. Juni 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Literatur nahm uns mit auf eine Reise an diesem Abend,
im Kulturzelt der Meile für eine Weile.

Wir: Auf Worten getragen als Fragen oder Klagen,
als Geflechte aus Gedanken wie Pflanzen die ranken,
oder Regen der prasselt, Stürme die toben
in lyrische Welten gehoben,
in Prosa wie Reimen beim Slam der Meile, ganz ohne Eile.

Sie: Fünf waren sie und man kann sie nur loben,
haben uns mitgenommen, mit Worten erhoben

Gedanken geteilt, die Sprache gefeilt,
mit Ideen gedealt, mit Rhythmus gespielt und – Stille erzielt.

Wir: Von der Sprache gebannt, von Worten betört,
von Gedanken gepackt, provoziert oder gestört,
manipuliert und verzaubert, erhöht, amüsiert,
in Situationen verstrickt, im Rhythmus gefangen,
der sich steigert, klackert, tackert, tickt und dann kippt
an den Lippen gehangen, mit dem Rhythmus gegangen und – Freude empfangen.

Poetry Slam Memminger Meile, 03.06.2016

Dalibor Marcovic, Alexander Burkrad, Malte Rosskopf, Jaromir Konecny und Esther Weickel erzeugten rasenden Applaus im Meilezelt auf der Grimmelschanze bei einem umwerfenden Poetry Slam vom Feinsten!

Keiner verlor, denn sie waren alle wirklich gut, doch einer gewann: Malte Rosskopf erhielt vor allem nach seiner zweiten Runde den spürbar dicksten Applaus von einem begeisterten Publikum in einem prall gefüllten Kulturzelt.

Poetry Slam Memminger Meile, 03.06.2016

Malte Rosskopf war nicht nur in seiner rasenden Geschwindigkeit mitreißend, er schien absolut eins zu sein mit dem was er las und man holte für ihn Luft, denn er kam nicht dazu. Dabei verlor er sich nie, seine Worte kamen wie Geschoße, doch sie taten nicht weh, denn sie waren wie bunte Pfeile, die aus ihm auf eine weiße Leinwand schossen, um erst zuletzt ein umwerfendes Bild zu ergeben.

Doch es gab noch einen zweiten Favoriten beim Publikum im finalen zweiten Rennen: Dalibor Markovic, der auf einzigartige Weise mit Rhythmus in seinen Texten arbeitet, woraus sich eine Art lyrischer Rap ergab. Auch ohne den Zusatz von Beatklängen, nur durch das Stakkato, den Rhythmus und den Einsatz der Sprache gelingt ihm dabei eine ganz außergewöhnliche Klangform.

Poetry Slam Memminger Meile, 03.06.2016

Und: Es gab noch eine unvorhergesehene Überraschung: Hao Tran aus Memmingen bot sich spontan an, einen Text vorzutragen. Doch als Moderator des Abends und Slam Poet Felix Römer erfuhr, dass Hao auch Rap-Texte verfasst, stellten sie spontan ein Duo aus Dalibor und Hao zusammen. Dalibor, der auch die Imitation von Rap-Beats beherrscht, begleitete Hao beim Vortragen seines Rap-Textes.

Die Zuschauer waren begeistert und auch Felix Römer erklärte uns, dass genau dies einer der Gründe sei, warum ihm dieses Format des Poetry Slam so gefiele: Es lässt Raum für Spontanität.

Ein großes Lob an dieser Stelle auch an das Kulturamt der Stadt Memmingen, die erst einmal das Format des Poetry Slam mit in die Veranstaltungen der Memminger Meile dazugenommen haben, und natürlich über die Auswahl der Artisten. Die Begeisterung des Publikums jedoch war wohl das größte Lob.

Poetry Slam Memminger Meile, 03.06.2016

Ein paar mehr Bilder zum Event auf unserer Facebookseite.

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