Sonne trotz Regen beim Memminger Folk Festival 2016

21. Juni 2016 von Christine Hassler - 1 Kommentar

Der Tag des Folk Festivals im Rahmen der Memminger Meile begann vielversprechend mit blauem Himmel, durchzogen von ein paar Wolken und einer angenehmen Temperatur. Dennoch war es einer dieser Tage, an dem man von Sonnenbrille und T-Shirt bis zum warmen Pulli, Regenschirm und Regenjacke am besten alles mit sich trug…

Den Start um 15:00 Uhr machten das Trio Kleznova (Günter Schwanghart, Enes Ludwig, und Perkussion von Wolfgang Ruof), die an diesem Tag ohne Alwin Zwibel auskommen mussten und für einen Mix aus

Klezmer mit Elementen aus Rock, Jazz und Blues stehen. Abseits sah man ausgebreitete Decken auf den Grasflächen – die erstaunlich trocken und griffig waren nach dem vielen Regen – und Kinder, die neben der Wassertretanlage mit dem Wasser am Pumpbrunnen spielten. (Mehr über sie auf www.schwanghart.de).

Auch während der Musik vom Duo Martin überwogen noch die Sonnenstrahlen. Die bereits recht zahlreichen Zuschauer lauschten Klassikern und eigenen Liedern von Martin Engelmeier aus Landsberg, der zusammen mit dem Memminger Bassisten Martin Doll unter anderem über eine Welt ohne Grenzen sang, während ein paar Kinder ihre Füsse in der Ach baumeln ließen und an einer Pizza knabberten. (Mehr über Martin Engelmeier auf www.martin-engelmeier.de).

Jammu Afrika, die sich in einer Flüchtlingsunterkunft in Memmingerberg formiert haben bestehen momentan aus Ibrahim, Malik und Nongo aus Senegal, unterstützt durch Markus, Edgar am Bass, Martin und „Mama Afrika“, wie Marion Gaumert mit Spitznamen genannt wird.
Mit ihrer Musik, die für sie selbst eine sinnvolle und kreative Beschäftigung war, um die Zeit des Wartens zu füllen, möchten sie in ihren recht zahlreichen öffentlichen Auftritten den Menschen hier etwas zurückgeben für die Freundlichkeit und Gastfreundschaft, die sie hier erleben durften. Dafür haben sie sogar eine Hommage an Memmingen geschrieben, das sie jedoch in ihrer Sprache sangen. Das einzige Wort, das dabei hervorstach war „Memmingen“, das sie immer in guter Erinnerung haben werden, erzählt uns Markus Fleckenstein im Anschluss über seine senegalesischen Bandmitglieder.

Das Memminger Folk Festival, 18.06.2016

Der Himmel begann sich zu verdunkeln, doch No Worries, Mate!, bestehend aus dem Australier Rick und Harry aus Augsburg, begleitet an der Ziehharmonika von Walter Schwegele sandten uns nicht nur mit ihrem Namen eine Nachricht: Rick schenkte uns sein „No-Worries-Lächeln“ und meinte, es gäbe keinen Grund zur Unruhe, es würde jetzt nicht regnen.
Er behielt Recht, außer ein paar vereinzelten Tropfen, und die verschiedenen Digeridoos, die Harry abwechselnd spielte, wurden nicht nass, inklusive einer seiner Eigenkonstruktionen, mit denen er jedes Jahr beim Folk Festival überrascht: Letztes Jahr war es ein Kunsstoffrohr aus dem Baumarkt, dieses Jahr war es ein Blasrohr, bestehend aus drei verschiebbaren Metallrohrteilen, mit denen er so den Klang verändern konnte. Die Farben der drei Rohrteile: schwarz, rot, gold – ganz im Zeichen der Fußball EM. (Mehr zu No Worries, Mate! auf www.noworriesmate-infos.de).

Das Memminger Folk Festival, 18.06.2016

Blueball spielten im Anschluss angenehmen, freundlichen Rhythm and Blues aus dem Illerdelta um das Memminger Urgestein Ali Hefele, unterstützt durch die Harp-Legende Peer Engström, Perkussionist Jojo Schick und Sebastian Kühn alias „Mr. Groove“ am Doublebass. (Zu ihrer Facebookseite geht es hier).

The Ghost Cats, die wie vorhergehende Band das Glück hatten, noch unter einigen letzten Sonnenstrahlen zu spielen, überzeugten vor allem durch die klare und starke Stimme der Sängerin Dianne Schratt aus Liverpool, begleitet von Gitarrist und Songwriter Stefan Schratt und Bassist Udo Jahnke. Neben gecoverten Folk-Songs stellten sie uns auch eigene Songs vor, darunter sogar ein schwäbisch vertextetes Lied über „des Gfrett in d´r Friah mit´m Aufsteah“. (Mehr über The Ghost cats auf www.theghostcats.com).

Das Memminger Folk Festival, 18.06.2016

Mainfelt bekam dann gegen Ende den Regen ab, der sich den ganzen Tag über angekündigt hatte, doch die enthusiastisch fröhlichen und ansteckend positiven Musiker Patrick, Kevin, Veit und Willy aus dem Südtirol machten das absolut wett und ließen die Sonne in den Herzen der Zuhörer aufgehen. Ihre Musik strahlt so viel Freude aus, dass nur wenige der insgesamt rund 700 Zuschauer dieses Folk Festivals spontan die Heimreise antraten, sondern drängten sich stattdessen unter den großen Tuch-Dächern, unter Regenschirmen oder Kapuzen, magnetisch angezogen vom fröhlichen Charme der vier süd-tiroler Musiker.
Für sie wurde kurzerhand ein Tuch-Dach über die Instrumente gestellt, daneben zwei große Sonnenschirme, und nach einer kurzen Unterbrechung ging es weiter, zur großen Freude der Besucher. Zum größten Teil spielten sie eigene Songs aus ihrer neuesten „Midsummer EP“, und nachdem die Zuhörer sie nicht gehen lassen wollten, spielten sie 2 Zugaben, darunter die freudigste Version von „Halleluja“, die ich je gehört habe – ein Lied, das für gewöhnlich eher getragen gespielt wird. (Mehr über Mainfelt, ihre Live-Sessions, etc. auf www.mainfelt.com).

Casŭ, die Band um die irische Sängerin Máirin Ní Coiléir, die wir bereits beim Folk Festival im letzten Jahr kennengelernt haben, beruhigten den Puls wieder etwas mit ihrer authentischen Interpretationen irischer Musik, die viel Tiefe und Melancholie trägt. (Mehr über sie auf www.casu-irishmusic.com).

Das Memminger Folk Festival, 18.06.2016

Nachdem Al Jones witterungsbedingt ausfallen musste, auch die Session abgeblasen wurde, doch trotz Regen viele Gäste noch keine Lust zum Aufbrechen verspürten, spielte der in Memmingen bereits altbekannte Australier Rick Rogers von No Worries Mate! allein für uns auf seiner Gitarre, während viele Zuschauer mitsangen und schloss den schönen Abend im Stadtpark bei der Remise mit dem Lied „Schön war die Zeit“.

Ein großes Lob möchten wir an dieser Stelle an das Kulturamt Memmingen und den vielen helfenden Händen des Teams der Kleinkunstbühne PiK richten, die den Tag wieder toll organisiert haben und auch beim einsetzenden Regen nicht um gut funktionierende Improvisation verlegen waren.

Viel mehr Fotos vom Event auf unserer Facebookseite.

Eine Antwort zu “Sonne trotz Regen beim Memminger Folk Festival 2016”

  1. Hallo Christine Hassler,
    Danke für den ausführlichen Artikel zum Folk Festival.
    Zum Abschnitt über The Ghost Cats möchte ich berichtigen, dass wir an diesem Abend ausschließlich unsere eigenen, selbstgeschriebenen Lieder gespielt haben, keine gecoverten Lieder.
    Viele Grüße
    Stefan

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