Brexit – Ein schwarzer Tag für Großbritannien, Europa und die schwäbische Wirtschaft

24. Juni 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Die IHK Schwaben befürchtet Rückschläge für Geschäfte mit dem zweitwichtigstem Exportmarkt Bayerns.
Derzeit hat die IHK Schwaben über 500 schwäbische Firmen mit regelmäßigen UK-Aktivitäten registriert, knapp ein Drittel unterhält eine eigene Präsenz vor Ort. Schwerpunkte bilden die Branchen Maschinenbau, Kfz, Infrastruktur sowie Lebensmittel und Logistik.

„Als schwarzen und bitteren Tag“ bewertet die IHK Schwaben die Entscheidung Großbritanniens zum Austritt aus der EU. „Mit dem Brexit wird der Europäische Binnenmarkt, Schwabens wichtigster Wirtschaftsraum, deutlich geschwächt mit noch nicht absehbaren Folgen für die Unternehmen. Mit dem EU-Austritt verliert Schwaben die politische Verlässlichkeit eines sehr dynamischen Absatzmarkts“, hält Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben fest.

Brexit-Die Folgen für die Schwäbische Wirtschaft, 24.06.2016

Das britische Votum hat unmittelbare Auswirkungen auch auf die politischen Institutionen der EU. Brüssel muss sich den neuen Gegebenheiten stellen und seine Funktionsfähigkeit sichern. Das bedeutet deutliche interne Veränderungsprozesse parallel zur Rückabwicklung der britischen Mitgliedschaft. Ein vielleicht Jahre andauernder Prozess der politischen Unsicherheit.

„Die Wirtschaft braucht klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Unsicherheit ist Gift“, fürchtet Kopton auch im Hinblick auf weitere Separationsbestrebungen in anderen Mitgliedsstaaten. Kopton: „Die EU muss jetzt den Zusammenhalt der restlichen Mitgliedsstaaten sichern.“

Allein im vergangenen Jahr exportierten die Unternehmen im Freistaat Bayern Waren im Wert von 15,5 Mia. Euro nach Großbritannien mit einem Plus von 22 % zum Vorjahr. „Geschäfte mit diesem wichtigen Auslandsmarkt werden mittelfristig für schwäbische Firmen komplizierter“, so Kopton in einer ersten Einschätzung zu den Folgen des Referendums.

Auch wenn der Brexit keine unmittelbaren rechtlichen Veränderungen auslöse, werden die jetzt zu beobachtenden Währungsturbulenzen wohl auch eine Verteuerung von Exporten bedeuten.
Langfristig seien die wirtschaftlichen Folgen des Austritts von den künftigen Vereinbarungen zwischen der EU und Großbritannien abhängig. Dazu müsse Großbritannien nun Handelsverträge weltweit, aber auch mit der EU komplett neu aufsetzen.

Die EU-Verträge sehen für eine Neuregelung einen Zeitraum von zwei Jahren vor. „In dieser Phase der Unklarheit ist eine Investitionszurückhaltung von beiden Seiten zu erwarten“, prognostiziert Andreas Kopton.

Folgende Ansprechpartner der IHK stehen den Unternehmen zu diesem Thema zur Verfügung:

Axel Sir, Tel.: 0821 3162-251, axel.sir(at)schwaben.ihk.de,
Andrea Reischl, Tel.: 0821 3162-324, andrea.reischl(at)schwaben.ihk.de.

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