Zwei Stürze beim Heim-Grand-Prix am Sachsenring für Sandro Cortese

18. Juli 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Im spannenden Sachsenring-Qualifying vor vollen Zuschauerrängen sicherte sich Sandro Cortese (Berkheim) am vergangenen Samstag die Reihe zwei und den sechsten Startplatz im 27-Fahrer-starken Moto2-Feld. Beim Rennen hatte Sandro weniger Glück, denn er stürzte zweimal, fuhr das Rennen jedoch zu Ende. –

Im 45-minütigen Kampf um die besten Ausgangspositionen für den Grand Prix von Deutschland verpasste Sandro Cortese am Samstag die erste Reihe nur knapp um ein Zehntel.

Dynavolt Intact GP-Kollege Jonas Folger musste sich nach Grip-Problemen mit Startposition 13 zufriedengeben, machte im Rennen am Sonntag jedoch alles wett.

Am Samstag bekamen die heimischen Fans beim GoPro Motorrad Grand Prix Deutschland eine tolle Show geboten. Nach einem kühlen, regnerischen Freitag war am Samstag die Sonne an den Sachsenring zurückgekehrt, als die letzten Freien Trainings und die Qualifyings für den neunten Grand Prix des Jahres stattfanden.

Bereits am Vormittag wurde klar, dass die Rundenzeiten auf der Strecke von 3,7 Kilometern äußerst eng ausfallen würden. Bis zu Position 21 (von 27) teilten sich 21 Fahrer eine Sekunde auf. In der letzten „Freien Session“ galt es, den Schweizer Tom Lüthi zu schlagen. Jonas Folger, der lange Zeit Positionen zwei und drei besetzte, lag zum Schluss mit seiner Zeit von 1’24.993 nur 0,148 Sekunden hinter der Spitze auf Platz fünf. Sandro Cortese folgte in nur zweieinhalb Zehntel Distanz zum Ersten an neunter Stelle.

Sandro Cortese beim Qualifying am Samstag
Sandro Cortese beim Qualifying am Samstag

Im Qualifying am Samstagnachmittag sah es ähnlich knapp aus im Moto2-Feld. Pole-Mann Takaaki Nakagami konnte als einziger einen größeren Vorsprung von über zwei Zehntel herausfahren. Der Rest war sich gegenseitig um wenige Hundertstel auf den Fersen.

So verpasste Sandro Cortese mit 1’24.754 auf Platz sechs die erste Startreihe um nur 0,113 Sekunden, nachdem der Kalex-Pilot bis zu seinem letzten Run an vierter Position lag. Intact GP-Teamkollege Jonas Folger tat sich etwas schwerer im Qualifying, obwohl er in allen Trainings bis dahin in der Spitzengruppe mitmischte. Mit 1’25.053 und 0.779 Rückstand blieb er hinter seinen Erwartungen.

Das Rennen am Sonntag

Sandro Corteses Teamkollege Jonas Folger stürmte beim Rennen am Sonntag im Heim Grand Prix auf den zweiten Platz.

Dynavolt Intact GP-Pilot Jonas Folger fuhr auf dem Sachsenring im Regen ein beeindruckendes Rennen und verpasste den Sieg gegen Johann Zarco nur um Haaresbreite. Sandro Cortese befand sich auf Top-4-Kurs, als er innerhalb der letzten fünf Runden zweimal stürzte. Trotzdem beendete er das Rennen noch auf dem 15. Platz.

Jonas Folger am Sonntag beim Rennen
Jonas Folger am Sonntag beim Rennen

Extrem tückische Bedingungen herrschten an diesem Rennsonntag zum Deutschland Grand Prix. Starker Dauerregen machten aus den 29 Runden auf dem Sachsenring eine Zerreißprobe.

Mit einem Raketen-Start schnellte Jonas Folger aus der fünften Reihe zur vierten Position und war von Anfang an auf Podiums-Jagd. In der achten Runde schnappte sich der 22-Jährige kurzzeitig die Führung, doch ab Mitte des Rennens legten die Spitzenjungs einen außerordentlichen Speed an den Tag und gingen ein hohes Risiko ein. Jonas ließ sich etwas zurückfallen und beobachtete das Geschehen vom Ende der Gruppe.

Nachdem Franco Morbidelli auf Platz eins stürzte, startete er seine Aufholjagd und kam den Führenden Johann Zarco und Alex Rins Runde für Runde näher. Als Rins ebenfalls zu Boden ging, hatte Jonas den Sieg vor Augen. In der letzten Kurve ging er vor der tobenden Zuschauermenge an Zarco vorbei, doch der Franzose schaffte es, erneut zu überholen und doch noch ultraknapp vor Jonas die Ziellinie zu überqueren. Mit seinem dritten Podium des Jahres sackte der 22-Jährige Jonas Folger 20 Punkte ein und verbesserte sich in der WM auf Rang sechs.

Sandro Cortese hatte sich, nachdem er anfänglich auf Position 14 zurückgefallen war, bis zur Top-5 nach vorn gearbeitet, als er fünf Runden vor Schluss im Omega von der Strecke rutschte. Es gelang ihm, als Zehnter ins Rennen zurückzukehren. Doch er stürzte erneut. Nachdem mittlerweile 12 Fahrer ausgefallen waren, sah er die Chance, immer noch Punkte zu holen. Er stieg abermals auf seine Kalex und fuhr schließlich als 15. ins Ziel. Angesichts dessen, dass vor den heimischen Fans, die den ganzen Tag im Regen ausharrten, nach dem Ausfall von Rins der vierte Platz für ihn drin gewesen wäre, war die Enttäuschung natürlich dementsprechend groß.

Jonas Folger feiert den 2. Platz beim Heim-Grand-Prix in Moto2 am Sachsenring
Jonas Folger feiert den 2. Platz beim Heim-Grand-Prix in Moto2 am Sachsenring

Nach der Sommerpause geht es vom 12. bis 14. August zum ersten Mal auf den Red Bull Ring nach Spielberg in Österreich.

Jonas Folger nach dem Rennen

„Das Sachsenring-Rennen war immer schwierig für mich. Und jetzt beim Heim-Grand-Prix auf dem Podium zu stehen, ist ein schönes Gefühl. Auch wenn ich den Sieg ganz, ganz knapp verpasst habe. Es war ein verdammt langes Rennen, weil es unberechenbar ist, im Regen zu fahren. Ich war enorm angespannt, weil ich versucht habe, schnell zu fahren und gleichzeitig nicht zu stürzen. Ich wusste nie wirklich, wie weit ich gehen kann und habe mich an den anderen orientiert. Mitte des Rennens haben die Jungs vorn ganz schön Druck gemacht und extrem viel riskiert. Ich habe versucht, vernünftig zu bleiben und abzuwarten, es waren schließlich 29 Runden. Das hat sich dann ja auch ausgezahlt. Die letzten drei Runden habe ich sehr viel mehr Risiko auf mich genommen als Johann (Zarco). Ich dachte, jetzt gehört er mir. Er war sehr spät auf der Bremse und es war nicht einfach, genau in der letzten Kurve den Angriff zu starten. Ich habe versucht, die Linie ganz eng zu halten, hatte dann aber im Ausgang den Speed nicht, um wegzufahren. Ich dachte, wenn ich in der Kurve abbremse, dass er im Scheitelpunkt dieselben Schwierigkeiten bekommen würde wie ich und er nicht mehr vorbeikommt. Aber irgendwie hat er es geschafft.“

Jonas Folger und das intactGP-Team
Jonas Folger und das intactGP-Team

Sandro Cortese nach dem Rennen

„Es ist natürlich sehr schade und ärgerlich, dass ich das Rennen nicht dort beenden konnte, wo ich bis kurz vor Schluss lag. Wir haben den Sturz angeschaut und analysiert, konnten aber keinen großen Fehler erkennen. Es war einfach ein Rennen auf Messers Schneide heute. Ich habe den ersten Sturz nicht kommen sehen, denn ich habe alles genauso gemacht wie in der Runde vorher. Ich bin im Omega einfach weggerutscht. Der zweite Sturz kam dann durch das Adrenalin. Ich bin weitergefahren und hoffte, doch noch Punkte zu holen. Am Ende war es Platz 15. Nach so einem hochkonzentrierten Rennen war es sehr schade, denn ich habe nicht gepusht, bin aber trotzdem gestürzt. Eigentlich war ich im Regen gut unterwegs. Es tut mir leid fürs Team. Wir haben über das Wochenende auf dem Sachsenring alles gegeben und einen guten Schritt nach vorne gemacht. Die Resultate werden kommen, davon bin ich überzeugt.“

Jürgen Lingg, Teamteilhaber und Teammanager nach dem Rennen

„Es war von beiden ein sehr gutes Rennen heute. Sandro ist stark gefahren, hatte aber leider etwas Pech und ist kurz vor Schluss gestürzt. Trotzdem müssen wir das positiv sehen, denn es wäre eigentlich ein vierter Platz drin gewesen. Der zweite Platz von Jonas freut uns natürlich sehr. Er hätte fast gewonnen, und das daheim, besser geht es fast nicht mehr!“

Ergebnisse – Rennen:
1. Johann ZARCO / FRA / KALEX
2. Jonas FOLGER / GER / KALEX
3. Julian SIMON / SPA / SPEED UP
15. Sandro CORTESE / GER / KALEX

WUP
1. Xavier SIMEON / BEL / SPEED UP – 1’35.992
2. Johann ZARCO / FRA / KALEX – 1’36.073 / +0.081
3. Jonas FOLGER / GER / KALEX – 1’36.292 / +0.300
9. Sandro CORTESE / GER / KALEX – 1’36.887 / +0.895

WM-STAND:
1. ZARCO Johann / FRA / 151
2. RINS Alex / SPA / 126
3. LOWES Sam / GBR / 121
4. LUTHI Thomas / SWI / 93
5. NAKAGAMI Takaaki / JPN / 83
6. FOLGER Jonas / GER / 83
7. SYAHRIN Hafizh / MAL / 69
8. MORBIDELLI Franco / ITA / 66
9. AEGERTER Dominique / SWI / 65
10. CORSI Simone / ITA / 59
11. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 47
12. SALOM Luis / SPA / 37
13. PONS Axel / SPA / 34
14. SIMEON Xavier / BEL / 28
15. PASINI Mattia / ITA / 27
16. SIMON Julian / SPA / 26
17. OLIVEIRA Miguel / POR / 24
18. SCHROTTER Marcel / GER / 22
19. MARINI Luca / ITA / 20
20. CORTESE Sandro / GER / 15

Mehr Infos über intactGP, Memmingen, auf www.intactgp.de.

Fotocredit: © IntactGP

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