Eintauchen in das Leben im Mittelalter

1. August 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Eine ganze Woche war Memmingen nun in die Zeit versetzt, als der große Feldherr Wallenstein sein Lager mit seiner großen Armee in der Stadt Memmingen aufschlug. Doch waren es nicht nur die Abendveranstaltungen, die die Stadt in diese Zeit versetze. In den Lagern der Armeen Wallensteins auf der Grimmelschanze und im Raichshain konnten alle Besucher beim Lagerleben in den Alltag der Vergangenheit eintauchen,

wurden vom mittelalterlichen Flair verzaubert, doch auch mit der rauen Realität eines Soldatenlebens im Dreißigjährigen Krieg konfrontiert.

Lagerleben-Wallensteinwoche Memmingen, Juli 2016

Lagerleben-Wallensteinwoche Memmingen, Juli 2016

Laute Befehle und Knallen der Musketen und Kanonen ertönen über das Lager, wenig später sieht man singende und lachende Bewohner, die die illustre Gesellschaft genießen, zechen oder Karten spielen. Kinder drücken sich hinter den Zelten herum und spielen ihre eigenen Spiele oder imitieren ihre Vorbilder.

Plötzlich gibt es Aufruhr, ein Bediensteter wird abgeführt, es gibt einen Menschenauflauf. Ein Richterspruch ertönt, das Urteil ist gefällt. Der für schweren Diebstahl Bezichtete wird verurteilt und kurzerhand hingerichtet.

Lagerleben-Wallensteinwoche Memmingen, Juli 2016

Lagerleben-Wallensteinwoche Memmingen, Juli 2016

Müde Soldaten ruhen sich auf Rupfensäcken aus oder reinigen ihre Waffen, während die Frauen ihren eigenen Geschäftigkeiten nachgehen oder über dem Feuer in großen Kesseln das Mahl zubereiten.

Die Nacht fällt herein und die Lagerfeuer leuchten auf, flackern gespenstisch oder romantisch, die Soldaten und die Lagerbewohner scharen sich darum. Bei Fackelschein wird Karten gespielt oder sich Geschichten erzählt… Ein Tag, wie er 1630 ausgesehen haben könnte.

Soldaten, Pikeniere, Musketiere, Trosse, Leibwachen und Kanoniere lebten hier zusammen ihren Alltag im Lager mit Handwerkern, Künstlern, Gauklern und Bediensteten im Gefolge ihres Feldherren.

Mit köstlichen Düften wurden die Besucher an jeder Ecke eingeladen, ihrer Nase zu folgen, die verschiedensten Köstlichkeiten zu probieren und sich zu einer Rast und einer deftigen Speise nach Art des Mittelalters dazuzugesellen beim Klang von Drehleier, Flöte, Laute und Trommel. Auch konnten die Besucher selbst aktiv werden, wie beim Armbrustschießen oder bei verschiedenen Spielen, die nicht nur Kindern großen Spaß machten.

Lagerleben-Wallensteinwoche Memmingen, Juli 2016

Doch waren es bei der historischen Woche in Memmingen auch die kleinen Dinge, die dieses Fest zu etwas ganz Besonderem machten: Lenkte man sein Augenmerk auf die Details, war es erstaunlich, wie viel Mühe und Sorgfalt sich hier hinter den kleinsten Dingen verbarg.

Angefangen bei den Gewändern, die an sich schon manchmal kleine Kunstwerke waren, über Alltagsgegenstände wie Körbe, Küchenutensilien, Kinderwagen, Kessel und Zuber, über selbstgebaute Tische, geschmückt und mit Sitzgelegenheiten mit Fellen und Rupfenkissen ausgerüstet, historische Gegenstände wie Schwerter und Waffen, Handwerkszeug und Pferdegeschirr, Karren und Wagen oder deren naturgetreue Nachbauten, bis hin zu Hinweisschildern wurde hier eine unheimliche Sorgfalt fürs Detail gelebt.

Alte Bekanntschaften rückten durch die andersartige Situation in ein neues Licht, neue Bekanntschaften wurden geknüpft. Großartig waren die Bemühungen, die jeder Einzelne hier erbrachte, um diese historische Woche zu einer fantastischen und unvergesslichen Erfahrung werden zu lassen.

Viel mehr tolle Bilder über das Lagerleben auf unserer Facebookseite.

Fotocredit und Textvorlage: Philipp Hampp

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