Die Bürger werden entscheiden

6. August 2016 von Christine Hassler - 1 Kommentar

In der Sitzung des Plenums am vergangenen Donnerstag hat der Memminger Stadtrat nun durch ein Votum entschieden, dass im September ein Bürgerentscheid stattfinden wird und damit das letzte Wort in der Entscheidung um die Sanierung oder Nicht-Sanierung des Steinheimer Zehntstadels die Bürger selbst haben werden.

Nachdem vor etwa zwei Jahren ein Bürgerbegehren auf Grund eines Formfehlers abgelehnt wurde, fiel das Votum für einen Bürgerentscheid nun einstimmig dafür aus,

da die Initiatoren des Bürgerbegehrens 3175 Unterschriften gesammelt haben und damit knapp 1000 mehr Unterschriften, als nötig gewesen wären.

Damals wurde in der Memminger Kommunalpolitik für eine Sanierung gestimmt, als einziger Gegner einer Sanierung trat der Christliche Rathausblock (CRB) auf. Einer der drei Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Sanierung war Thomas Mirtsch, der den CRB im Stadtrat vertritt.

Zehntstadel Steinheim, Plenum Memminger Stadtrat, 04.08.2016

Die Stimmen für und gegen eine Sanierung

Platzangebot

Für die Befürworter sollen auf 147 Quadratmetern 108 Personen Platz finden. – Die Gegner stellen dies mit einem rechnerischern Beispiel in Frage: Beispielsweise bei Hochzeitsgesellschaften würden für eine Tanzfläche ca. 50 Quadratmeter wegfallen. Abzüglich der Gänge und Fluchtwege bliebe keine Fläche übrig, die 108 Personen unterzubringen vermag.

Stellplätze

13 Stellplätze seien geplant für die beabsichtigte maximale Personenanzahl von 143 Personen. – Für die Gegner eine absolut unzureichende Zahl. Der Parkdruck würde zwangsläufig in die angrenzenden Wohngebiete verlagert, was zu Lasten der Anwohner ginge.

Die Finanzierung

Knapp 4 Mio. Euro würde die Sanierung kosten, etwa die Hälfte dieser Summe würde über Zuschüsse abgedeckt. – Die Sanierungsgegner sehen dies als einen unangemessen großen Kostenaufwand für ein unzureichendes Resultat. Ihrer Auffassung nach könnte im Ortsteil Steinheim mit einem deutlich geringeren Kostenaufwand ein bedarfsorientiertes und zweckdienliches Gebäude als Neubau erstellt werden. Auf entsprechende Vorschläge und Alternativen des Bürgerausschusses bzw. des Fördervereins in Steinheim warte man jedoch seit zwei Jahren.

Nach Meinung der Initiatoren sollten die Planer sich Holzgünz als Beispiel nehmen: So baute die Gemeinde Holzgünz ihren Hoschmi-Stadel in Form einer modernen, zukunftsfähigen Multifunktionshalle mit mehr als 300 Sitzplätzen für weniger als 2 Mio. Euro.

Förderungen und Steuergelder

Zudem, so die Gegner, wüchsen Zuschüsse nicht auf Bäumen, sondern kommen in irgendeiner Form von den Bürgern, sei es durch direkte oder indirekte Steuern, Umlagen oder Gebührenerhöhungen an anderer Stelle. Die hierfür verwendeten Steuergelder beinhalten nicht nur städtisches Steuergeld, sondern alle Geldmittel, die Kommunen, Landkreise, Bezirke, Länder und der Bund zu verteilen haben, welche nach Ansicht der Sanierungsgegner sinnvoller eingesetzt werden könnten.

Die Position des Zehntstadels

Was für die Befürworter der Sanierung eine zentrale Lage ist, ist für die Gegner ein Problem für die Anwohner: Bei Veranstaltungen und dem geplanten Musikprobenraum im oberen Teil des Gebäudes würde der Lärm im direkt angrenzenden Wohngebiet zu Problemen führen. Die Sanierungsgegner fürchten daher ein Schicksal wie in Trunkelsberg, wo genau dieser Faktor auf eine Schließung oder weitreichende Sanktionen hinauslief. – Nach einer Investition von knapp 4 Mio. Euro wäre dies wohl alles andere als wünschenswert.

Zehntstadel Steinheim, Plenum Memminger Stadtrat, 04.08.2016

Zehntstadel und Denkmalschutz

Die Befürworter einer Sanierung geben zu bedenken, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht und in der Liste als „Denkmal von überregionaler Bedeutung“ geführt wird. Es sei „in seiner Architektur und Konstruktion ein typisches Beispiel für Bauernhäuser in unserer Region“. – Für einen Abbruch des heruntergekommenen Gebäudes müsste also der neue Oberbürgermeister eine Ausnahmegenehmigung beim Landesamt für Denkmalpflege erwirken.

Denn Die Sanierungsgegner sehen bei einem Blick auf den Zehntstadel ein marodes, rechteckiges Haus mit einem Giebeldach und einem großen Tor an der Flanke – ohne Fachwerk oder irgendetwas auch nur annähernd Erhaltenswertem.

Was sehen Sie?

Denn Sie, die Bürger Memmingens werden es sein, die am 18. September darüber abstimmen können, ob sich Ihrer Ansicht nach eine Sanierung des Zehntstadels in Steinheim für ca. 4 Mio. Euro rentiert, oder eben nicht.

Eine Antwort zu “Die Bürger werden entscheiden”

  1. Hallo, aus der Sicht einer Veranstalterin, sage ich…Spart das schöne Geld bitte! WER soll DA hin kommen, wenn sie schon zu wenig in unsere Konzerte nach Memmingen kamen? Das da brauch ma doch nicht wirklich, oder??? lG Sanne Riha

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