Lachen, träumen und staunen

21. August 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

hat sich der Cirkus Krone auf die Fahne geschrieben und zelebriert dies eindrücklich in seinem Jubiläums-Programm „EVOLUTION – 111 Jahre Circus Krone“ mit den Besten aus der internationalen Circuswelt und einer Mischung aus klassischer Circuskunst und moderner Show.

Die Premiere-Show am Freitag war bereits am Nachmittag gut besucht. Es riecht nach Zuckerwatte, süßen Leckereien und Tieren, als ich den Eingangsbereich betrete.

Im noch abgedunkelten Circuszelt leuchten vor allem eines: die Augen vieler neugieriger Kinder, die voller Erwartung auf das Circusrund blicken.

Und eben diese bekommen mit PETRA UND ROLAND DUSS und ihren drei Seelöwen CHICO, TINO und JOE gleich viel zu lachen, denn die kalifornischen Ohrenrobben sind geborene Artisten und perfekte Komödianten. Sie jonglieren, tanzen, klatschen sich selbst Beifall und scheinen für jeden Spaß zu haben zu sein. Am liebsten aber spielen sie ihren Tierlehrern freche Streiche und fordern regelmäßig ihren Tribut: Heringshäppchen und Streicheleinheiten.

Circus Krone, Memmingen, 19-24.08.2016

Als nächstes lernen wir FUMAGALLI – die Legende des Lachens kennen. Er ist ein Clown von Weltruf und sieht genauso aus, wie ich mir einen Clown vorstelle: in reiferem Alter, mit einem Gesicht, das Bände spricht und viel Humor mit einer Prise Melancholie wiederspiegelt. Zusammen mit Bruder DARIS präsentiert der Spaßvogel mit dem feuchten „f“ seine ersten legendären Circusspäße.

Die folgenden Artisten sind riesig, grau und bewegen sich mit Anmut ins Circusrund: Elefanten, Krones gelehrige Wappentiere in einer Choreographie aus Schwergewicht und Anmut, vorgeführt von JANA MANDANA, der Juniorchefin des größten europäischen Circus-Unternehmens Krone, zusammen mit JAMES PUYDEBOIS. Auch schwierige Trickfolgen meistern die rieseigen Tiere aus Krones Dickhäuterherde, die aus vier indischen und drei afrikanischen Elefanten besteht, mit viel „Rüsselspitzengefühl“.

Dass JANA MANDANA sich ausgerechnet Elefanten zu ihren neuen Lieblingstieren erkor, liegt an dem Besonderen, das diese „Giganten des Dschungels“ für sie haben: Ihre Anmut und Eleganz, ihre Liebenswürdigkeit und auch ihre Augen. Jana kennt die Gedanken ihrer Tiere und liebt sie dafür. Und das erhält sie von ihnen zurück: „3.5 Tonnen Zärtlichkeit“, sagt Jana Mandana über ihre geliebten Dickhäuter.

Jede Rüsseldame besitzt ihren eigenen Charakter, sagt Alpha-Lady Jana Mandana, die es in all den Jahren gelernt hat, die Körpersprache ihrer Schützlinge ganz genau zu verstehen und ihre Launen zu respektieren. „Angst kenne ich nicht“, sagt sie. „Ich kenne nur Respekt, Einfühlungsvermögen und innere Stärke“.

Circus Krone, Memmingen, 19-24.08.2016

TONITO ALEXIS aus Spanien unterhält uns nun als der neue Weißclown des Circus Krone. Der Spaßmacher in fünfter Generation ist trotz seines jugendlichen Alters schon ein Blödelprofi erster Güte und spinnt den roten Faden voller Spielfreude durch das Programm. Er singt, jongliert, balanciert, ist Clown und Pantomime.

Doch vor allem zum Weißclown – der an Pierrot erinnert – gehört immer eine Prise Melancholie. Mit dieser von ihm perfekt kombinierten Mischung aus frischen Gags, der Nachahmung von Stars und dem Klang einer melancholischen Trompete oder Saxophon erobert er schnell die Herzen der kleinen und großen Besucher.

Die TRUPPE KHADGAA aus der Mongolei kündigt sich nun an durch eigentümliche, tiefe und kehlige Klänge. Noch wissen wir nicht, woher die Klänge stammen, doch dann sehen wir den Sänger, der die stärksten Männer der Welt live mit mongolischem Kehlkopfgesang auf seiner Pferdekopfgeige spielend in die Manege führt.

12 Kraftstrotzende Akteure, begleitet von schönen Frauen in ausgearbeiteten, folkloristischen Kostümen verbringen unglaubliches vor unseren Augen: Sie stemmen 150 Kg-Gewichte in die Luft, auf dessen beiden Kugeln noch jeweils eine Artistin thront und heben diese Last mit den Zähnen, wirbeln ihre gelenkigen Kolleginnen wie Daunenfedern durch die Luft und zeigen elegante Handvoltigen.

Star der Gruppe ist der 120 Kilo schwere Koloss Suba, der zweimaliger Asien-Meister im Schwergewicht war. Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung gewann die Truppe den Bronzenen Clown auf dem internationalen Circus-Festival von Monte Carlo.

Circus Krone, Memmingen, 19-24.08.2016

JANA MANDANA gibt uns nach einer Einlage des KRONE-BALLETTs eine Kostprobe der Hohen Schule und ihrer „Freiheitsdressur“. Sie zeigt mit Lipizzanerhengst „Favory Servola“ eine perfekt gerittene Hohe Schule im Tango-Rhythmus und präsentiert ein Potpourri der schönsten Pferde: pastellfarbene Cremellos und etwa 20 bildschöne schwarze Hengste in einer prachtvollen Freiheitsdressur.

Zu feurigen Klängen aus „Carmen“ entstehen dabei Bilder voll Anmut und Magie. Den Abschluss macht ein weißer Hengst mit stahlblauen Augen, der uns zeigt, wie gewaltig ein Hengst ist, wenn er sich auf die Hinterbeine stellt.

Dann hören wir ein Motorrad aufheulen. CRAZY WILSON (Kolumbien) fährt auf einem Chopper in die Manege, doch das Motorrad, das er dann besteigt ist gigantisch: eine riesenhafte Harley Davidson hängt unter der Kuppel. Als akrobatisches Highlight der Krone-Zelebration schwebt er seit Jahren auf den Flügeln des Todesrades und zeigt darauf – mit viel Adrenalin im Blut – gefährlichste Akrobatik.

Jetzt hat er sein Requisit – sein Todesrad – umkonstruieren lassen zu einem riesenhaften Harley-Chopper. Auf, über und unter dem rotierenden Riesenmotorrad sorgt Wilson Dominguez für Hochspannung. Mehrfach geht ein Raunen durch das Publikum, als er in großer Höhe und atemberaubender Geschwindigkeit um die eigene Achse fliegt, dabei springt, Loopings dreht, und Salti schlägt.

Höhepunkt ist der Salto Mortale auf dem Außenrad in 10 Meter Höhe bei 120 km/h, bei dem er noch so viel Schwung mit auf die Erde bringt, dass er weiterrollt und sitzend neben einem Zuschauer in den ersten Reihen zum Stillstand kommt. Ausgezeichnet wurde CRAZY WILSON mit dem Silbernen Clown auf dem Internationalen Circus-Festival in Monte Carlo.

Circus Krone, Memmingen, 19-24.08.2016

Nach der Umbaupause erwartet uns MARTIN LACEY JR. mit seiner eindrucksvollen Raubtiernummer. Der attraktive und hoch dekorierte Dompteur präsentiert seine afrikanischen Löwen und weißen Tiger gewollt wild und stellt deren immense Kraft und Geschicklichkeit vor. Er lässt sie höchst effektvoll fauchen und drohen und man spürt den Atem der Raubtiere.

Andressierte Scheinangriffe wechseln ab mit weiten Sprüngen und am Ende beeindruckt am meisten der Austausch von Zärtlichkeiten mit diesen enormen Raubtieren, die sich mit all ihrem Gewicht an ihn schmiegen, ihn umarmen, sich mit ihm auf dem Manegenboden wälzen oder sich seinem Kraulen hingeben.

Angst kennt er nicht. Aufgewachsen mit Löwen, Tigern, Elefanten, Lamas und Kamelen spielte er als Kind nicht mit kleinen Miezekatzen, sondern neckte ausgewachsene Raubtiere. Im Alter von vier Jahren war er bereits mit Löwen auf Du und Du. Sie gehörten für ihn zur Familie, denn sein Vater arbeitete mit Raubtieren, dressierte und züchtete Tiger und Löwen. Ebenso wie seine Mutter Susan. Ebenso wie sein großer Bruder Alex.

„Löwen tun nichts, was sie nicht tun wollen“, sagt Martin Lacey über seine wilden Freunde. „Jede Aktion kommt aus der Natur. Selbst die Pyramide. Da posieren sich einige Tiere rechts, andere links. So kreisen sie in der Wildnis ihre Beute ein.“

Er verbringt viel Zeit mit seinen insgesamt 26 Raubtieren, die allesamt im Circus geboren wurden und zum Teil mit der Flasche aufgezogen wurden.

Lohn der vielen Arbeit von Martin Lacey waren Einladungen zu den renommiertesten Circus-Festivals der Welt. Der attraktive Star-Dompteur ist Gewinner des CRISTAL D’OR von Massy 1999 und Gewinner des SILBERNEN CLOWNS auf dem Internationalen Circusfestival von Monte-Carlo 2000. Mit dem begehrten GOLDENEN CLOWN wurde er 2010 in Monte Carlo ausgezeichnet.

Circus Krone, Memmingen, 19-24.08.2016

JANA MANDANA zeigt uns nun als Krones „Frau für alle Felle“ die Exoten des Hauses in ihrer orientalischen Exotenparade. Geführt von Grazien in aufwendigen orientalischen Kostümen wandern Kamele, Lamas, Zebras und Tiere an uns vorbei, deren Namen wir nicht kennen und verbreiten einen besonderen Zauber.

Dumpfe Trommeln ertönen: MARTIN LACEY JR. „schiebt“ zum Abschluss der Exotenschau NASHORNBULLE TSAVO in die Manege. 3.5 Tonnen schwer, 38 Jahre jung und seit 36 Jahren ein „Star der Manege“. Beeindruckend legt er seinen schweren Kopf auf den Außenring der Manege, bedrohlich nahe ist sein riesiges Horn. Doch Tsavo, der im Zoo geboren ist und im Alter von 2 Jahren zum Circus kam, ist friedfertig und zieht bedächtig seine Kreise im Circusrund.

Von tonnenschwer zu federleicht: ALESSIO FOCHESATO mit seinen farbenprächtigen Papageien, Aras und Sonnensittichen nimmt als nächster Act spielerisch-leicht die Manege ein.

Sechs farbenprächtige Aras, sechs Minipapageien, Kakadu „Jimmy“ und eine Vielzahl von Sonnensittichen fliegen über unsere Köpfe hinweg, durch Ringe hindurch und auf den Arm einer Zuschauerin, die Alessio aus dem Publikum wählt.

Dann holt Alessio drei Kinder aus dem Zuschauerraum und lässt sie die Hände waagrecht ausstrecken. Kurz darauf flattern Dutzende von Sonnensittichen heran und die Kinder werden von ihnen umschwärmt.

FUMAGALLI, zusammen mit Bruder DARIS und Weißclown TONITO ALEXIS bringen uns nochmals zum Lachen mit „Bienchen, Bienchen, gib mir Honig“, was in „flüssigen“ Kaskaden endet.

Seine ansteckende Komik und seine mimische Begabung sind nicht allein das, was ihn glaubwürdig komisch macht – man spürt, dass er sich als Clown einen Traum verwirklicht hat. Er selbst sagt: „Con una risata (= lachend) machtst Du Deine Träume wahr“.

Tatsächlich gewann er auf dem Internationalen Circus-Festival von Monte Carlo 2015 den GOLDENEN CLOWN, zusammen mit Bruder Daris.

Die FLYING SEPUVEDA werden nun angekündigt mit SAMBA IN DEN LÜFTEN DER CIRCUSKUPPEL. Mit heißen Samba-Rhythmen eröffnen sie auch ihre Flug-Show und fliegen temperamentvoll von Trapez zu Trapez. Scheinbar schwerelos schweben sie über den Köpfen des Publikums und landen mit traumwandlerischer Sicherheit in den Händen des Fängers.

Die beiden Damen des Quintetts sind nicht nur hübsche „Dekoration“, sondern zeigen eine gemeinsame Passage, eine der beiden springt sogar den Doppelsalto. Höhepunkt aber ist ein 3-facher Salto Mortale mit verbundenen Augen von Marlon Michaels (Gewinner des silbernen Clowns beim internationalen Circusfestival von Monte Carlo 2010).

Der zweite Teil der Truppe setzt sich aus den Flying Zuniga zusammen: Gewinner des Bronzenen Clowns auf dem Circus-Festival von Monte Carlo 2012.

Das KRONE-BALLETT aus Rußland, der Ukraine, und Kasachstan, das auch zwischen einigen Acts in Erscheinung trat, leitet nun den Abschied ein mit einer farbenprächtigen Tanzshow, in Szene gesetzt von dem berühmten US-amerikanischen Choreographen Gene Reed.

Drei Stunden vergingen wie im Flug und NIKOLAI TOVARICH, der die Vorstellung gestaltet verabschiedet uns, indem er nochmals die Namen aller Künstler und Artisten ins Gedächtnis ruft.

(Viel mehr tolle Fotos vom Jubiläums-Programm „EVOLUTION – 111 Jahre Circus Krone“auf unserer Facebookseite!)

Über den Circus Krone

Zum Cirkus Krone gehören gegenwärtig fast 400 Menschen, mehr als 200 Tiere, 330 Wohn-, Pack-und Gerätewagen und ein Spielzelt für nahezu 4.000 Personen. Es gibt ein rollendes Circus-Restaurant, ein eigenes Stromaggregat mit 1.000 KW Leistung, eine Circus-Schule, eine Betriebsfeuerwehr, eine Mannschaftsküche auf Rädern, Büros und Werkstätten aller Art (Schreinerei, Schlosserei, KFZ-Werkstätte, Sattlerei, Damen-und Herrenschneiderei).

Außerdem besitzt der „Bayerische Nationalcircus“ die einzige mobile Behinderten-Toilette der Welt.

Die meisten der Tiere im Circus Krone sind im Circus oder im Zoo aufgewachsen. Nashornbulle Tsavo zum Beispiel ist im Karlsruher Zoo geboren worden und kam im Alter von 2 Jahren zum Circus Barum. Als dieser aufhörte, gab es für den Circus Barum nur einen Circus, an den er den Nashornbullen abgeben wollte: den Circus Krone.

Denn dieser ist dafür bekannt, auf artgerechte Verpflegung und Haltung aller Tiere großen Wert zu legen, ihnen mit Außengehegen so viel Platz wie möglich einzuräumen und mit Liebe, Lob und Leckerli, sowie viel Geduld und der notwendigen Autorität zu begegnen.

Was auch für das Erlernen der Dressuren gilt. Dabei wird der natürliche Spieltrieb und das enge Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Tierlehrer genutzt. „Mit Zwang erreicht man bei diesen verspielten und intelligenten Tieren überhaupt nichts“, sagt beispielsweise JANA MANDANA über ihre Elefanten.

Circustiere sind Partner bei der Entwicklung neuer Nummern. Wie eine Mutter ihr Baby erzieht Krones Tierflüsterin JANA MANDANA die vierbeinigen Schüler mit sanfter Strenge. Jede Dressur besteht aus Respekt, Liebe, Vertrauen und Autorität. 1 1/2 Jahre dauert es, bis die Tier-Artisten ihrem Trainer hundertprozentig vertrauen, aber auch den nötigen Respekt haben.

Dabei verbirgt der Circus Krone nichts und lädt ganz im Gegenteil seine Besucher ein, ihren Zoo täglich zu besuchen, sich die Freigehege und Ställe anzusehen oder beim Trainieren zuzusehen.

Viel mehr tolle Fotos vom Jubiläums-Programm „EVOLUTION – 111 Jahre Circus Krone“auf unserer Facebookseite.

Weitere Infos über den Circus Krone finden Sie auf www.circus-krone.com/de. — http://www.circus-krone.com/de/startseite.html

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