Intact GP beim Grand Prix von Großbritannien: ein Top-5-Finish und eine spektakuläre Aufholjagd

7. September 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Im Großen Preis von Großbritannien hielt Jonas Folger trotz Grip-Problemen mit der Spitze mit und erreichte zum Schluss einen soliden fünften Platz. Sandro Cortese zeigte eine bärenstarke Aufholjagd zur 12. Position, nachdem er durch ein elektronisches Problem beim Start das 18-Runden-Rennen von ganz hinten starten musste.

Das Wochenende auf dem Silverstone Circuit war vor allem vom britischen Spätsommer-Wetter geprägt. Nach einem komplett nassen Qualifying am Samstag und Regen über Nacht, war die Strecke am Sonntagmorgen während des Warm-Ups noch feucht. Das Dynavolt Intact GP-Team nutzte die Session lediglich für einen Funktionstest. Der Himmel blieb bewölkt und es herrschte ein frischer Wind, aber der Moto2-Lauf am Nachmittag konnte als Trockenrennen gestartet werden.

Intact GP-Grand Prix GB, 04.09.2016

Intact GP-Grand Prix GB, 04.09.2016

Jonas Folger kam wieder ultraschnell vom Start und bog als Führender in die erste Kurve. Kurz darauf zog Sam Lowes an ihm vorbei und dann auch Johann Zarco. Runde für Runde musste Jonas den Rest der Spitzengruppe vorbeilassen. Zwar konnte der 23-Jährige den hohen Speed mitgehen, aber hatte mit Grip-Problemen in der Kurve keine Chance, einen erneuten Angriff zu starten.

Zum Schluss holte der Schweizer Tom Lüthi den Sieg und verdrängte damit Jonas in der Meisterschaft auf den fünften Rang, dennoch waren die elf gewonnenen Punkte ein wichtiger Schritt im WM-Kampf.

Bei Sandro Cortese hingegen ist es wie verhext! Die Pechsträhne des 26-Jährigen scheint einfach nicht abreißen zu wollen: In der Startaufstellung streikte die Elektronik und sein Motorrad sprang nicht mehr an. Er musste in die Boxengasse zurück und von dort aus in die Einführungsrunde.

Intact GP-Grand Prix GB, 04.09.2016

Intact GP-Grand Prix GB, 04.09.2016

In allerletzter Sekunde schaffte er es zum Start, allerdings musste er anstatt von Platz 14 vom Ende des Feldes ins Rennen gehen. Mit Rundenzeiten, wie sie teilweise an der Spitze gefahren wurden, gelang es dem Kalex-Piloten, einen Rivalen nach dem anderen hinter sich zu lassen. Am Ende erntete er den zwölften Platz und vier Punkte. In der Weltmeisterschaft geht es für den Berkheimer Piloten weiterhin mühsam voran. Nach zwölf Rennen liegt er momentan auf dem 21. Rang.

Bereits kommende Woche geht es vom 09. bis 11. September im italienischen Misano mit der Punktejagd weiter.

Kommentare aus dem Team

Jonas Folger (P5)

„Nach dem Start hatte ich einen guten Rhythmus. Aber als ich den Jungs vor mir gefolgt bin, habe ich gesehen, dass sie eine andere Linie gefahren sind. Ich wollte mich daran anpassen, aber dann hat es gar nicht mehr funktioniert. Daraufhin bin ich meinen eigenen Stil weitergefahren, konnte aber leider nicht richtig aufholen. Zum Schluss hatte sich die Balance des Motorrades ziemlich nach hinten verlagert, wodurch es sich nicht mehr so gut anfühlte. Auch mit dem Grip hatte ich zu kämpfen. Zwar konnte ich mit der Spitze mithalten, mich aber nie richtig hinarbeiten. Sobald mich einer überholt hat, konnte ich nicht zurückattackieren. Die Probleme traten vor allem von der Kurvenmitte bis zum Ausgang auf, sodass ich nicht in der Lage war, mich vorbeizubremsen. Das war etwas schwierig. Also habe ich versucht, meine Position zu halten. Ansonsten waren wir von den Rundenzeiten her genauso schnell wie die Spitze.“

Sandro Cortese (P12)

„In der Startaufstellung ist das Motorrad nicht angesprungen und ich musste in die Boxengasse zurück. Wir haben einige Male versucht, die Maschine anzubekommen, aber erst mit dem MotoGP-Starter hat es geklappt. Ich bin dann eine sehr schnelle Einführungsrunde gefahren, um es überhaupt noch rechtzeitig zum Start zu schaffen. Im Rennen habe ich 110% gegeben. Ich denke, am Axel Pons und Marcel Schrötter hätte ich noch vorbeifahren können. Aber ich bin in jeder Runde wirklich ans Limit gegangen, um aufzuholen. Es ist unerklärlich. Wenn einfach einmal alles normal laufen würde, wäre ich heute sicherlich unter den ersten sechs gelandet.“

Jürgen Lingg, Team Manager

„Es sieht so aus, dass sich bei Sandros Motorrad in der Startaufstellung beim Ausschalten die ECU (elektronische Kontrolleinheit) aufgehängt hat. So etwas kommt sehr selten vor. Eigentlich muss man in so einem Fall kurz abwarten und das System in Ruhe wieder hochfahren. Aber das ist natürlich kurz vorm Start schwierig. In der Boxengasse sprang das Motorrad wieder an. Das ist wirklich Pech! Wenn so eine Situation in der Box oder während des Trainings passiert, denkt sich niemand etwas dabei. In der Startaufstellung allerdings ist das natürlich bescheiden. Trotzdem ist Sandro ein super Rennen gefahren und hat das Beste daraus gemacht. Mit seiner Performance können wir zufrieden sein. Jonas hatte wie immer einen super Start. Am Anfang war er zu aggressiv. Dadurch ist er ein wenig aus dem Rhythmus gekommen, weil er zu viele Rutscher hatte. Zur Rennmitte ging es besser, aber zum Schluss konnte er sich einfach nicht mehr wehren. Der Kantengrip scheint nicht optimal gewesen zu sein, im Vergleich zu seinen Mitstreitern. Aber das müssen wir in Ruhe analysieren.“

Ergebnisse – Rennen:

  1. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
  2. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX
  3. Takaaki NAKAGAMI / JPN / KALEX
  4. Jonas FOLGER / GER / KALEX
  5. Sandro CORTESE / GER / KALEX

WUP

  1. Sam LOWES / GBR / KALEX – 2’16.695
  2. Isaac VIÑALES / SPA / TECH 3 – 2’18.507 / +1.812
  3. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX – 2’18.842 / +2.147
  4. Jonas FOLGER / GER / KALEX – 2’20.822 / +4.127
  5. Sandro CORTESE / GER / KALEX – 2’26.052 / +9.357

WM-STAND:

  1. ZARCO Johann / FRA / 181
  2. RINS Alex / SPA / 171
  3. LOWES Sam / GBR / 137
  4. LUTHI Thomas / SWI / 131
  5. FOLGER Jonas / GER / 119
  6. CORTESE Sandro / GER / 24

Fotos: © IntactGP

Ein paar mehr Fotos vom Grand Prix rennen am vergangenen Sonntag auf unserer Facebookseite.

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