Ansturm auf die Frauenklinik Memmingen

9. September 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Babybetten so weit das Auge reicht: Gynäkologie‐Chefarzt Privatdozent Dr. Felix Flock rechnet heuer mit einem Anstieg der Geburten um rund 20 Prozent!

Durch das Aus der Geburtenstation in Illertissen und dem allgemeinen, deutschlandweiten Geburtenanstieg, ist der Ansturm auf das Klinikum Memmingen heuer so groß wie nie zuvor. Die Ärzte, Schwestern und Hebammen der Frauenklinik in Memmingen arbeiten am Limit.

„Wir rechnen heuer mit knapp 2.000 Geburten im Vergleich zu 1.600 im Jahr zuvor. Das ist ein Anstieg um fast 20 Prozent“, prognostiziert Frauenklinik‐Chefarzt Privatdozent Dr. Felix Flock. Er hat auf die Mehrarbeit bereits personell reagiert: „Wir haben neue Ärzte und Pflegekräfte eingestellt und sind dringend auf der Suche nach weiteren Hebammen.“

Aus der Illertalklinik Illertissen, die im Mai ihre Geburtsabteilung bis auf weiteres geschlossen hat, seien Pflegekräfte nach Memmingen gewechselt. Allerdings gestalte sich die Hebammensuche schwierig: „Das geht allen Kliniken gleich. Denn viele Hebammen wandern in andere Bereiche ab, weil der Hebammenberuf in der Klinik sehr kräftezehrend ist.“

„Seit 2010 nimmt die Geburtenrate zu“, weiß Chefarzt Flock. Deutschlandweit stieg die Geburtenrate um 8,8 Prozent, am Klinikum Memmingen um ganze 17 Prozent. Warum das so ist? „Weil wir für unsere niedrige Kaiserschnittrate, sowie unsere sehr gute Geburts‐ und Wochenbettbetreuung bekannt sind“, erklärt Flock.

Klinikum Memmingen, Geburtenrate auf Höchststand, 09.09.2016

„Die meisten Frauen wünschen sich eine natürliche Geburt. Das versuchen wir zu ermöglichen.“ Durchschnittlich komme ein Kaiserschnitt bei jeder dritten Geburt vor, am Klinikum Memmingen allerdings nur bei jeder vierten. Deutlich niedriger als in anderen Häusern sei auch die Dammschnittrate. „Wir betreiben generell eine sehr patientenorientierte Geburtshilfe mit hoher Empathie und Individualisierung.“

Weil auch die monatlichen Schwangereninformationsabende aus allen Nähten platzen, wurde im August ein zusätzlicher Termin angeboten.

Der Geburtenzuwachs hat auch Auswirkungen auf die Räumlichkeiten im Klinikum: „Im Bereich des Kreißsaals haben wir zusätzliche Überwachungszimmer geschaffen und die Wochenstation wurde um zwei weitere Patientenzimmer vergrößert.“ Denn bei einer Liegezeit von drei bis fünf Tagen sind jetzt durchgehend bis zu fünf Patientinnen mehr auf Station.

Insgesamt zeigt sich Chefarzt Privatdozent Dr. Felix Flock sehr erfreut darüber, „dass durch das hohe Engagement aller beteiligten Mitarbeiter die erhebliche Mehrarbeit mit der gewohnten hohen Qualität bewältigt werden kann“.

Die nächsten Informationsabende für schwangere Frauen und ihre Partner finden übrigens statt an den Donnerstagen, 15. September, 20. Oktober, 17. November und 8. Dezember 2016, um jeweils 19 Uhr im Sozialpädiatrischen Zentrum am Klinikum Memmingen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Foto: Gynäkologie‐Chefarzt Privatdozent Dr. Felix Flock.

Fotoquelle: Koch/Klinikum Memmingen

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