Der Rotary Club Memmingen-Allgäuer Tor feiert seinen 15.ten Geburtstag

28. September 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Der Rotary Club Memmingen-Allgäuer Tor feierte am vergangenen Samstag mit einer öffentlichen Matinee in der Aula des Vöhlin-Gymnasiums in Memmingen sein 15-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, stand der Vortrag des bekannten Historikers, Prof. Dr. Michael Wolffsohn, der über das Thema „Weltkonflikte der Gegenwart – Diagnosen und Therapien“ referierte.

15-Jahresfeier Rotary Club Memmingen-Allgäuer Tor, 24.09.2016

Der im Juli dieses Jahres neu gewählte Präsident des Rotary Clubs Memmingen-Allgäuer Tor Herbert Schluck begrüßte neben zahlreichen anwesenden Gästen den Gründungsbeauftragten Klaus Dörwald, die Schulleiter des Vöhlin Gymnasiums OStD Burghard Arnold und StD Florian Hindelang, OB Dr. Ivo Holzinger, natürlich den Referenten Prof. Dr. Michael Wolffsohn, neben Vertretern des Lions Club, des Round Table 34, sowie anderer Rotary Clubs, Vertretern des Stadtrates, einiger Schulen, sowie einige anwesende Schüler.

Governor-Nominee 2018/2019 Dr. Hans-Peter Sonnenborn war leider erkrankt auf einer Reise zur Etablierung von Berufsschulen im Libanon zur nachhaltigen Unterstützung der Menschen vor Ort und übermittelte dem Club seine Grüße über Herbert Schluck.

Präsident Herbert Schluck ließ die Gäste, zusammen mit seiner Vorgängerin Sigrun Erber-Faller, teilhaben an einem Rückblick auf die vergangenen 15 Jahre, seit der Patenclub Rotary Club Memmingen die Initiative ergriffen hatte zur Gründung des Rotary Club Memmingen-Allgäuer Tor.

Präsident des RC Memmingen-Allgäuer Tor Herbert Schluck und seine Vorgängerin Sigrun Erber-Faller
Präsident des RC Memmingen-Allgäuer Tor Herbert Schluck und seine Vorgängerin Sigrun Erber-Faller

Eine beeindruckende Anzahl spannender Projekte wurden dabei vorgestellt wie die Stiftung „Zuhören“ des Bayerischen Rundfunks, eine Art Hörclub zur Sprachförderung, das Schulprojekt in Nepal, das Hands-on Projekt Singen im Altersheim, Unterstützung für Flüchtlinge in Memmingen, das jüngst erfolgreich veranstaltete Benefiz-Golfturnier und den Lesewettbewerb als Förderung der Lesekompetenz von Grundschülern.

Doch das war noch nicht alles, was der Club in den vergangenen 15 Jahren auf die Beine gestellt hat, in denen sich der RC Memmingen-Allgäuer Tor im Dienst am Mitmenschen auf internationaler, wie auch auf lokaler Ebene engagiert hat. Auf lokaler Ebene waren und sind weiterhin die Initiativen wie die alljährliche Ausbildungsmesse im BBZ zu nennen, wobei der RC Memmingen-Allgäuer Tor es sich zusammen mit dem RC Memmingen zur Aufgabe gemacht hat, die gymnasiale Jugend zu beraten, die kurz vor der Fach- bzw. Hochschulreife steht und noch keine klare Vorstellung von dem über das Studium in Aussicht genommenen Beruf hat.

Des Weiteren fördert der Club junge Menschen auch individuell, wie beispielsweise einzelnen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme am KidsCamp vom Club finanziert wurden. Ein besonderes Herzensanliegen ist dem Club der JugendMusikFörderpreis Allgäu, der zusammen mit dem RC Wörishofen diesjährig erneut vergeben werden konnte. Auch gemeinnützige Organisationen wie Lebenhilfe, Kinderschutzbund, Donum Vitae, Caritas, Diakonie, SKM, die Tafel oder gemeinnützige Unternehmen wie Pallium GmbH wurden und werden vom RC Memmingen-Allgäuer Tor unterstützt.

Musikalisch untermalt wurde die 15-Jahresfeier dann auch von einem diesjährigen Teilnehmer am JugendMusikFörderpreis Allgäu Robin Toth, der uns auf dem Marimbaphon, wie auch auf Perkussionsinstrumenten eigene Stücke präsentierte. Karl Falla begleitete auf dem Piano hingegen eine der Preisträger_innen Lisa Maria Günther an der Violine und zusammen begleiteten sie uns musikalisch durch den Morgen.

Bild 1 (v.li.): (Alt-) Präsidentin Sigrun Erber-Faller, Karl Faller, Lisa Maria Günther. Bild 2: Robin Toth.
Bild 1 (v.li.): (Alt-) Präsidentin Sigrun Erber-Faller, Karl Faller, Lisa Maria Günther. Bild 2: Robin Toth.

Der damalige Gründungsbeauftragte Klaus Dörwald erinnerte sich, dass damals in nur fünf Monaten 25 Freunde und Gründungsmitglieder für den RC Memmingen-Allgäuer Tor gefunden wurden, von denen bis heute 24 dem Club weiterhin erhalten blieben, dessen Zahl an beteiligten Freunden sich mittlerweile fast verdoppelt hat.

OB Dr. Ivo Holzinger würdigte die fruchtbaren Initiativen des Clubs, der „viel Gutes tut und eine vorbildliche Weltoffenheit verbreitet.“

Nach einem spontanen Grußwort vom RC Bad Wörishofen hören wir dann den hochinteressanten und im Anschluss mit viel Applaus gewürdigten Vortrag von Prof. Dr. Michael Wolffsohn, der bereits bei der initialen Charterfeier 2002 einen solch eindrucksvollen Vortrag gehalten hatte, dass der Club beschloss, ihn für die 15-Jahresfeier erneut einzuladen.

Der Rotary Club sei ein vorbildliches Beispiel, wie im Kollektiv schöpferische Kräfte umgesetzt werden können, so Prof. Dr. Wolffsohn, der uns überleitend zu seinem Referatsthema „Weltkonflikte der Gegenwart – Diagnosen und Therapien“ die offene Frage stellt: Was ist der Kern der Konflikte in der Welt?

Prof. Dr. Michael Wolffsohn
Prof. Dr. Michael Wolffsohn

Zunächst gebe es eine historische Urkraft zur kollektiven Selbstentfaltung und Selbstbestimmung, das ein „Wir-Gefühl“ innerhalb von Volksgruppen beinhalte. Das Kernproblem entstehe dann, wenn man diese historische Urkraft zur Selbstbestimmung unterdrücke. Wenn also Volksgruppe A von anders gearteten Volksgruppen B oder C – sei es in Mehrheiten oder in Minderheiten – untergeordnet und unterdrückt werden, baue sich ein Druck auf, der über kurz oder lang zur Explosion führe.

Wenn die Rahmenbedingungen für eine Volksgruppe nicht übereinstimmen mit den Bedürfnissen dieser Gruppe, kommt es zum Konflikt. Die historische Urkraft zur Selbstbestimmung und Selbstentfaltung von Gruppen mit einem gemeinsamen „Wir-Gefühl“ müsse demnach respektiert werden und Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Entfaltung dieser Kollektive ermöglicht.

Auch Friedenskonferenzen führten nicht zu Frieden, solange sehr verschiedene Gruppen unter einem politischen Dach wohnen müssen, wobei er in Europa Catalanien, das Baskenland oder Groß-Britannien als Beispiele nennt, im Nahen Osten die verschiedenen Volksgruppen in Syrien oder die palästinensische Völkergruppe im Westjordanland und dem Gazastreifen.

Nachhaltiger Frieden, stellt Prof. Dr. Wolffsohn hervor, sei nur möglich durch Föderalismus und politisch verteilte Kräfte. Frieden könne nur durch politische Befriedigung = Selbstbestimmung erzielt werden. Die Lösung beispielsweise für Syrien wäre also eine „Bundesrepublik Syrien“ mit „Allevitistan“, „Kurdistan“, „Sunitistan“ und „Schiitistan“ als „Bundesländern“ mit einem großen Maß an Selbstbestimmung.

Eine Friedensordnung, so erinnert uns Prof. Dr. Wolffsohn, ist nicht möglich, wenn falsch gedacht und daher falsch gemacht wird und Völkergruppen unterdrückt werden.

Der Rotary Gedanke stehe vorbildlich für die Unterstützung von Selbstbestimmung unterdrückter Minderheiten und „Rotary hilft Menschen“ formuliere eindrücklich eine gelebte Anwendung von Freiheit und Selbstentfaltung.

Schön formuliert sei dieses Prinzip im amerikanischen Freiheitsbekenntnis „Life, Liberty and Persuit of happiness“.

Mehr Infos über den Rotary Club Memmingen-Allgäuer Tor finden Sie auf www.memmingen-allgaeuer-tor.roweb1841.de.

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