„Noch nachts kann ich die Hektik fühlen“

28. September 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

26 Absolventen der Gesundheitsund Krankenpflege feiern ihr bestandenes Examen. – „Komm geh‘ ans Telefon, mach mal ‘ne neue Infusion, oder wechsel‘ den Verband, assistier‘ dem Doktorand“, sangen 26 Absolventen der Gesundheits- und Krankenpflege der Berufsfachschule am Klinikum Memmingen. Nach 1.087 Ausbildungstagen konnten sie jetzt ihr bestandenes Examen in der Memminger Stadthalle feiern.

„Hast du den Blutdruck schon gemessen, hast du das Essenholen vergessen? Ne Pause kannst du dir nicht gönnen, denn die Schüler müssen rennen!“, heißt es im Song, den 26 ausgelassene Absolventen vor Eltern, Geschwistern, Lehrern sowie zahlreichen Ehrengästen aus Klinik und Politik zum Besten gaben – nicht ohne im Vorfeld betont zu haben, dass man den Text nicht allzu ernst nehmen solle.

Nach 2.100 Schulstunden und 2.500 praktischen Stunden auf Station schlossen die Berufsschüler ihre dreijährige Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflege mit einer dreitägigen schriftlichen Prüfung, einem zweitägigen praktischen und einem eintägigen mündlichen Teil ab.

19 der frisch examinierten Pflegekräfte werden künftig am Klinikum Memmingen arbeiten. „Alle wurden mit unbefristeten Arbeitsverträgen ausgestattet.
Das gab es noch nie“, freut sich Pflegedirektor Hans-Jürgen Stopora und gibt den Absolventen eine Botschaft mit auf den Weg: „Die beste Therapie verliert an Bedeutung ohne Ihre einfühlsame Begleitung.“

Während ihrer Ausbildung lernten die Schüler allerhand über die Vorgänge im menschlichen Körper, über Ursachen, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen, auch Psychologie wurde gelehrt sowie Kommunikation, deutsche Rechtschreibung und natürlich die Theorie und Praxis der Pflege.

26 Absolventen der Gesundheits- und Krankenpflege der Berufsfachschule am Klinikum Memmingen, 27.09.2016
26 Absolventen der Gesundheits- und Krankenpflege der Berufsfachschule am Klinikum Memmingen, 27.09.2016

„Um uns bestmöglich in unsere Patienten hineinversetzen zu können, probierten wir vieles an uns selbst aus“, erzählt Absolventin Amelie Unger: „Von der Körperpflege über die Blutabnahme bis hin zum Legen einer transnasalen Magensonde war alles dabei.“

Und so heißt es im Liedtext folgerichtig weiter: „Noch nachts kann ich die Hektik fühlen, gejagt von Nadeln und Braunülen. Wach‘ ich auf und frage bang: Schatz, hattest du heute schon Stuhlgang?“

Auch die Schichtarbeit, Wochenend- und Feiertagsdienste, zahlreiche Schulaufgaben und Berichte „waren eine große Herausforderung für uns“, ergänzt Absolventin Svenja Strehl. „An das frühe Aufstehen und zwölf Tage Dienst am Stück mussten wir uns erst gewöhnen.“

Bei der Notenbekanntgabe dann „hätten wir einen Kardiologen brauchen können“, schmunzelt Schulleiter Fridolin Bruckner: „Kardiale Dekompensation, Bluthochdruckkrisen, Herzrasen, bleiche Gesichter, Tränen – alles war dabei.“

Bruckner dankt in seiner Rede dem gesamten Schul- und Klinikteam, den Klassenleiterinnen Erika Haas und Monika Galm sowie Klinikverwaltungsleiter Wolfram Firnhaber für seine „große Unterstützung. Wir haben alles an Ausstattung, was wir für eine gut funktionierende Ausbildung brauchen.“ Das sei nicht selbstverständlich. „Wie ich von Kollegen aus anderen Häusern weiß.“
Besonders ehrt der stolze Schulleiter Absolventin Svenja Strehl, die ihr Examen mit der Note eins abschloss.

„Sie haben eine hochqualifizierte Ausbildung und eine schwere Prüfung gut hinter sich gebracht und können mit großem Optimismus in die Zukunft schauen“, betont Professor Dr. Albrecht Pfeiffer in seiner Doppelfunktion als Ärztlicher Schulleiter und Ärztlicher Direktor des Klinikums den Absolventen zugewandt und nennt die Krankenpflegeschule einen „ganz wichtigen Standortfaktor, um Nachwuchspflegekräfte rekrutieren zu können“.

Foto: Geschafft! Die glücklichen Absolventen der Krankenpflegeschule am Klinikum Memmingen.

Fotoquelle: Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen

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