Interview mit Erik Riss, Mark Riss und Matthias Meggele

26. Oktober 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Bei einem Interview im Showroom von Mössmer Automobile, Memmingen, hatten wir Gelegenheit, Erik Riss, der im September 2016 zum zweiten Mal Langbahn-GP Weltmeister wurde kennenzulernen, neben seinem Bruder Mark Riss (Speedway) und Matthias Meggele, der mit dem neu gegründeten »Dynavolt Intact GP Junior Team« 2016 in der Moto3 Standard-Klasse unterwegs ist.

Neben seiner Teilnahme im ADAC NEC mit der Intact GP-Crew ist Matthias Meggele nun auch auf den Grand Prix-Strecken der MotoGP-Weltmeisterschaft unterwegs. Der rasante Aufsteiger startete dieses Jahr auch im Red Bull MotoGP Rookies Cup, nachdem er bei der Sichtung im vergangenen Jahr als einer der Besten aus mehr als 100 weiteren Kandidaten für die Teilnahme 2016 ausgewählt wurde und auch 2017 wird er beim talentierten Nachwuchs im Red Bull MotoGP Rookies Cup wieder dabei sein.

„Wenn andere gerade den Führerschein machen, fährst Du bereits seit sieben Jahren im Straßenrennsport. Wie fühlst Du Dich dabei?“ fragt ihn Moderator Andreas Schales, der das Interview mit den jungen Erfolgsfahrern führte.

Interview mit Erik Riss, Mark Riss und Matthias Meggele, 19.10.2016

2011 war Matthias Meggeles erste Saison im Minibike Cup, 2014 belegte er den 3. Gesamtrang beim ADAC Junior Cup und 2015 machte er dann einen Riesensprung: Im gleichen Jahr nämlich saß er erstmals auf einer Moto3-Rennmaschine und holte nur kurze Zeit später in Schleiz (Thüringen) seinen ersten Sieg. In der gleichen, ersten Moto3-Saison erzielte er insgesamt drei zweite und zwei dritte Plätze und sicherte sich gleich einmal den Vizemeistertitel. Ein Senkrechtstart für den heute 16-Jährigen.

Natürlich ist er darauf stolz, sagt ein bescheidener, aber schon recht Medien-gewandter Matthias Meggele, sieht jedoch eher in die Gegenwart: Denn mittlerweile fährt er unter anderem im Juniorteam für IntactP und freut sich über seine erste Saison dieses Jahr mit dem IntactGP-Team im ADAC Northern Europe Cup in der Moto3 Standard-Klasse.

Besonders spannend war für ihn parallel dazu seine erste Teilnahme am Red Bull MotoGP Rookies Cup. Den Red Bull MotoGP Rookies Cup sieht er als einen Weg in die Internationalen Weltmeisterschaften. Denn der Rookies Cup findet als Rahmenprogramm für die großen Europa-Rennen statt. „Das ist natürlich toll, da dabei zu sein, denn man fährt praktisch im gleichen Feld mit dem besten Nachwuchs der Welt.“

Matthias Meggle wuchs mit Motorradsport auf: Sein Vater war früher Speedway-Rennfahrer und eröffnete später ein Motorradgeschäft. Als Matthias 6 Jahre alt war, pflügte er mit einem Kinder-Quad durch den häuslichen Garten. Ein Jahr später stand im Motorradgeschäft seines Vaters ein Kinder-Motorrad. Als sein Vater ihm sagte, dass er es fahren dürfe, wenn er das Bike zum Laufen bekäme, weckte das seinen Ehrgeiz und der Rest ist für den erst 16-jährigen bereits Geschichte.

Auf die Frage, wo er denn üben gehe, sagte er, dass Rennstrecken in der Region rar gesät seien, doch das AMC-Gelände eigne sich gut zum üben, denn für die nächste Rennstrecke müsse man bis zum Hockenheimring fahren.

Auf die Frage, wie er Schule und Rennen fahren gleichzeitig bewältigt, sagt er, er habe dieses Jahr seinen Abschluss an der Realschule gemacht, gute Planung und Zeiteinteilung sei hier alles.

Interview mit Erik Riss, Mark Riss und Matthias Meggele, 19.10.2016

Erik Riss

Der in Memmingen geborene Erik Riss ist gerade 22 Jahre alt geworden, hat sich der Langbahn und dem Speedway verschrieben und in diesem Jahr in Vechta (Niedersachsen) seinen zweiten WM-Titel im Langbahn-GP geholt, und das mit maximalen 28 Punkten.

Obwohl seine Präferenz beim Speedway liegt, sind seine Erfolge beim Langbahnfahren die überzeugenderen. Fahrtechnisch sieht Erik keinen großen Unterschied zwischen Langbahn und Speedway, vor allem sei die Motorabstimmung sehr unterschiedlich.

„Beim Langbahnmotorrad habe ich den Vorteil, dass mein Vater da über alles Bescheid weiß. Mein Vater war mir in dieser Beziehung immer eine sehr große Hilfe.“ Doch seit letztem Jahr ist er dabei auf sich selbst gestellt. Der Weltmeistertitel habe für ihn durch seinen Vater etwas Historisches, deshalb wollte er ihn unbedingt wieder holen, denn er möchte seinen Vater stolz machen.

Interview mit Erik Riss, Mark Riss und Matthias Meggele, 19.10.2016

Auf die Frage, ob es auch einmal eine Durststrecke für ihn gibt, lehnt er klar ab: Durststrecken gebe es für ihn nicht, auch keine Niederlage. Es gebe für ihn nur gewinnen oder etwas zu lernen.

Auf die Frage, wie er seine Zukunft sieht, erwiderte er, im Moment verhandle er mit mehreren Clubs in England und Polen. Die Popularität von Sandbahnrennen sei dort heute im Vergleich zu Deutschland viel höher. Zu Zeiten seines Vaters habe es in ganz Süddeutschland auch noch regelmäßig Grasbahnrennen gegeben, heute jedoch gebe es in ganz Süddeutschland nur noch das des AMC in Memmingerberg, das dieses Jahr leider buchstäblich ins Wasser fiel.

Die Szene für Speedwayrennen (Sandbahn) sei in Deutschland recht geschlossen, vor allem in England sei das ganz anders und grundsätzlich viel populärer. Wichtig für ihn als Fahrer sei die Vermarktung, doch darum können sich die Fahrer nicht kümmern. Hier seien die Veranstalter gefragt, in Landshut beispielsweise klappe das hervorragend.

Weitere Pläne? Die Titelverteidigung seines WM-Titels im Langbahn-GP steht für Erik Riss an erster Stelle. Genauere Pläne werden diesen Winter geschmiedet.

Mark Riss

Zu Mark Riss gewandt fragte Andreas Schales, wie man sich denn im Windschatten seines auch noch kleineren Bruders fühle. Mark lachte entspannt, und sagte, es sei ihm so viel lieber, er hielte sich gerne etwas im Hintergrund. Zudem sei seine Stärke das Speedway.

Dass das alles kein Problem für beide ist, ist gut so, denn die beiden fahren auch im Team: Im Speedway Team Cup fahren die beiden mit einem weiteren Fahrer und vielleicht der einzigen FahrerIN in dieser Disziplin als „die Herxheim Drifters“ zusammen und sicherten sich 2016 zum dritten Mal den Titel.

Interview mit Erik Riss, Mark Riss und Matthias Meggele, 19.10.2016

Fotos:

Bild 1: Fotos Matthias Meggele: @ Sportfoto – Nico Schneider & Peggy Reichel
Bild 2, 4 und Titelbild: aus eigener Quelle (Bild 4 v.li.: Mark Riss, Matthias Meggele und Erik Riss)
Bild 3: Fotos Erik Riss: Fotoquellen: Bild links: von Ron MacNeill, Bild rechts: von Johannes Brock.

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