Goldener Herbst – Der Arbeitsmarkt im Oktober

4. November 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Arbeitslosenquote: 2,7% – bester Wert seit gut vier Jahren – Anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften – Weniger jüngere Menschen arbeitslos. Kraftvoller Start in den Herbst – darauf lässt sich das Arbeitsmarktergebnis für den Oktober zusammenfassen.

Grafik-1-Arbeitsmarktbericht Okt.2016, MM-KE

Deutlich weniger Menschen waren zuletzt im Allgäu arbeitslos gemeldet bei einer gleichzeitig hohen Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Arbeitslosenquote erreichte mit einem Wert von 2,7 Prozent den niedrigsten Wert seit gut vier Jahren.

Aktuell arbeitslos gemeldet:
9.863 Frauen und Männer waren bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den Jobcentern arbeitslos gemeldet, 970 weniger als im September.

Beschäftigungsangebote:
Insgesamt mehr als 6.400 Beschäftigungsangebote stellten Betriebe für Vermittlungsaktivitäten im Oktober zur Verfügung.

„Im Oktober entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Allgäu insgesamt erfreulich. Vor allem bei jüngeren Menschen ging die Arbeitslosigkeit im Oktober zurück. Stabilität verleiht dem Arbeitsmarkt aber auch der weiter hohe Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften“, fasste Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen zusammen.

Das günstige Oktoberergebnis verdeutlicht die folgende Grafik:

Grafik-2-Arbeitsmarktbericht Okt.2016, MM-KE

Arbeitslose Menschen – weniger Jüngere gemeldet

970 weniger Frauen und Männer waren aktuell arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor, was eine Verbesserung um 82 Personen im Vergleich mit dem Oktober des vergangenen Jahres bedeutet.

Der gegenwärtige Rückgang bei Jüngeren unter 25 Jahren fällt besonders ins Auge: In dieser Altersgruppe waren knapp 550 Menschen weniger arbeitslos als noch im September.
Viele besuchen ab Herbst eine weiterführende Schule, starteten in ein Studium oder nahmen eine neue Beschäftigung auf.

Auch insgesamt herrschte auf Seiten der arbeitslosen Menschen im Oktober ein reges Kommen und Gehen:

Neu arbeitslos gemeldet:
Knapp 1.600 Frauen und Männer sprachen nach einer Erwerbstätigkeit neu bei den Vermittlern in der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern vor.

Neue Arbeitsaufnahmen:
1.350 arbeitslose Menschen begannen im selben Zeitraum eine neue Tätigkeit.

Sektoren bei den Arbeitsaufnahmen:

Arbeitsaufnahmen erfolgten unter anderem in der

  • Gebäudetechnik
  • der Lebensmittelherstellung
  • in Handel und Dienstleistung, sowie in
  • der Gastronomie.

Betriebe suchen Mitarbeiter

Neu zur Verfügung gestellte Stellenangebote:
1.966 Stellen stellten Arbeitgeber im Oktober neu zur Verfügung, was eine Steigerung um mehr als 400 Angebote im Vergleich zum Vormonat bedeutet. Auch im Vergleich zum Oktober des Vorjahres war der Zuwachs signifikant.

Sektoren, in denen Stellenangebote neu hinzukamen:

  • Tätigkeiten in der Metallverarbeitung: Betriebe aus Metallbearbeitung, Maschinenbau und Schweißtechnik suchten allein knapp 400 zusätzliche Kräfte.
  • Energie- und Elektrotechnik: hier galt es 135 Arbeitsplätze neu zu besetzen.
  • Logistik und Warenzustellung: 150 neue Jobs stellten Arbeitgeber zur Verfügung.
  • Hotelpersonal: Im gesamten Allgäu wurden 150 zusätzliche Mitarbeiter in Form von Köchen, Servicefachkräften und weiterem Hotelpersonal gesucht. Groß war das Angebot dafür vor allem im südlichen Oberallgäu, wo es allein mehr als 90 zusätzliche Arbeitsplätze zu besetzen gab.
  • Handwerk: Knapp 100 neue Beschäftigungsmöglichkeiten stellten Betriebe in den verschiedenen Gewerken des Handwerks im Oktober zur Verfügung.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Im Allgäu erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,7 % den niedrigsten Wert seit gut vier Jahren. Diese günstige Entwicklung drückte sich auch in den einzelnen Wirtschaftsräumen aus:
In der Mehrzahl der Regionen ging die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich zurück oder stabilisierte sich auf dem Wert des Vorjahres. Auch verzeichneten nahezu alle Regionen eine Zwei vor dem Komma.

Den niedrigsten Wert erreichte auch diesmal der Wirtschaftsraum Mindelheim mit einer Arbeitslosenquote von genau zwei Prozent, gefolgt von Lindau mit 2,3 % und Memmingen mit 2,5%.

Leichte Erhöhungen verzeichneten die Wirtschaftsräume Füssen und Marktoberdorf um 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte. Demgegenüber verbesserte sich der Arbeitsmarkt in der Region Kaufbeuren. Das Vorjahresergebnis von 3,7 % wurde um 0,2 Prozentpunkte unterschritten auf nun 3,5 %.

Grafik-3-Arbeitsmarktbericht Okt.2016, MM-KE

Unterschiedliche Entwicklung in Arbeitslosenversicherung und sozialer Grundsicherung

Arbeitslose Menschen werden seit der Einführung der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) von der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut.

Im Vergleich zum Vormonat waren in beiden Bereichen weniger Menschen ohne Beschäftigung:
Während die Agentur für Arbeit im Oktober insgesamt 5.172 Menschen betreute (gut 600 weniger als im September), belief sich der Rückgang auf Seiten der Jobcenter auf ein Minus von 355 Kräften von insgesamt knapp 4.700 arbeitslosen Frauen und Männern im Agenturbezirk.

Ein anderes Bild zeigt der Vergleich mit den Daten des Vorjahres: Im Oktober dieses Jahres waren im Bereich der Agentur für Arbeit 360 Frauen und Männer weniger gemeldet als vor einem Jahr.
Demgegenüber gingen in den Jobcentern die Vergleichswerte nach oben: Hier lag der Zuwachs bei knapp 280 arbeitslosen Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Jobcentern hat vor allem die Zahl der zu betreuenden Ausländer deutlich zugenommen. Die Jobcenter sind auch für Flüchtlinge zuständig, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Asylberechtigte oder mit einem vergleichbaren Status anerkannt hat.

Ein erheblicher Teil der Bezieher von „Hartz IV“-Leistungen ist im Übrigen nicht arbeitslos, da diese Menschen kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen, sich in einer Ausbildung befinden oder mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Grafik-4-Arbeitsmarktbericht Okt.2016, MM-KE

Darstellung nach Wirtschaftsräumen/Regionen

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Darstellung nach kommunalen Strukturen

Grafik-6-Arbeitsmarktbericht Okt.2016, MM-KE

Ausbildungsmarktbilanz – Chancen und Risiken

Zum 30. September endet das Beratungsjahr (1. Oktober bis zum 30. September) der Berufsberatung und die Agentur für Arbeit zieht Bilanz: Gut 4.600 junge Menschen meldeten sich bei den Berufsberatern aus Interesse an einer Ausbildung.

Mit mehr als 6.200 Ausbildungsstellen wurde die höchste Zahl der letzten Jahre erreicht, was die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen von Betrieben betrifft. In nahezu allen Regionen des Allgäus gaben Betriebe den Vermittlern der Agentur für Arbeit eine höhere Zahl an Stellen zur Besetzung herein als im Jahr zuvor.

Grafik-7-Arbeitsmarktbericht Okt.2016, MM-KE

„Auch in diesem Jahr präsentiert sich der Ausbildungsmarkt mit zwei Gesichtern: Während junge Menschen die Wahl unter zahlreichen verfügbaren Ausbildungsmöglichkeiten haben, tun sich insbesondere kleine Betriebe und bestimmte Branchen schwer bei der Suche nach einer geeigneten Nachwuchskraft“, erklärt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.  „Mit unseren Spezialisten im Arbeitgeberservice unterstützen wir Betriebe auch bei der Suche nach möglichen Alternativen“.

Innerhalb dieses Beratungsjahres interessierten sich 4.615 junge Menschen für eine betriebliche Ausbildung. Ende September suchten 76 Jugendliche weiter nach einem Ausbildungsplatz, der ihren Vorstellungen entsprach, 674 Ausbildungsplätze waren gleichzeitig noch zu besetzen.

Insbesondere in der Hotellerie und Gastronomie, sowie in Handel und Handwerk gab es weiter freie Stellen (Details siehe Grafik).

Auch bei einem hohen Angebot an Ausbildungsplätzen tun sich schwächere Schülerinnen und Schüler mitunter schwer, eine geeignete Ausbildungsstelle zu erhalten. Um auch diesen jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen, unterstützt die Agentur für Arbeit entsprechende Betriebe mit der so genannten „Assistierten Ausbildung“: Benachteiligte junge Menschen, wie auch ihre Ausbildungsbetriebe werden damit während der gesamten Ausbildungszeit eng begleitet und aktiv – auch finanziell – unterstützt.

Ausbildungsverhältnisse können dadurch stabilisiert werden, Abbrüchen wird vorgebeugt. Dabei hilft ein gezielter Förderunterricht mit Vorbereitung auf Prüfungen sowie Hilfestellung bei weiteren Problemen innerhalb der Ausbildungszeit.

In allen Wirtschaftsräumen des Agenturbezirks standen mehr Ausbildungsstellen als jugendliche Bewerber zur Verfügung.

Die Details:

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