Drei junge Jazz-Virtuosen und eine neue CD

15. November 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Einen Jazz-Abend der besonderen Art präsentierten drei junge Jazz-Virtuosen mit ihrem CD-Release Konzert am vergangenen Samstag in der Memminger Kulturwerkstatt: JUNG//JUNG präsentierten ihre neue CD „Trio Recordings“. Die beiden in Memmingen geborenen Brüder Alex und Heiko Jung scheinen die Jazz-Gene nicht nur gemeinschaftlich in die Wiege gelegt bekommen zu haben, sie scheinen eine brüderliche Geheimsprache zu sprechen, mit der sie während des Spielens kommunizieren.

Und auch wenn ich dabei nur staunend „von außen“ teilhaben konnte, schwappte das, was sie musikalisch auszudrücken haben auf ein begeistertes Publikum in einem vollen Saal über.

CD-Release Konzert Jung//Jung, Memmingen, 12.11.2016

Alex Jung spielt sechssaitige Gitarre, Heiko Jung sechssaitigen Bass. Zwei Instrumente, die ebenso ähnlich wie unterschiedlich sind – genau wie die, die diese Instrumente meistern. Alex Jung ist dabei der Virtuose, der mit der Intensität, der Weichheit aber auch harten Klarheit von Klängen spielt wie ich es selten oder vielleicht nie gehört habe. Durch sehr unterschiedlichen Anschlag, sanftes Zupfen, Streichen, dann wieder prägnant kontrastierend angeschlagene einzelne Töne oder Akkorde aus seiner Gitarre zaubert er von einem leichten Schwingen und zarten, getragenen Klangfarben alles bis akzentuierte, platzierte Ausrufezeichen.

Auch wenn die Musik, die daraus entsteht, vielleicht nicht für jeden verständlich ist – der anwesende Großvater der beiden Brüder sagte zu ihnen, das sei ja sehr progressiv, was sie da spielten und fragte, ob sie nicht einmal einen Swing spielen könnten, worauf Alex antwortete „so weit kommt´s noch“ – so sehr wird man von der rätselhaften Klangwelt gefangen genommen.

CD-Release Konzert Jung//Jung, Memmingen, 12.11.2016

Heiko Jung hingegen bildet mit seinem sechssaitigen Bass weit mehr als die tragende Basis, zusammen mit dem Münchner Schlagzeuger Matthias Gmelin, der sich auf wundersame Weise wie der fehlende dritte Mann in die so in sich geschlossen scheinende Musikwelt der beiden Brüder wie selbstverständlich einfügt.

Heiko Jungs Bass kommuniziert mit Alexes Gitarre, bekommt und nimmt sich jedoch auch sehr viel Raum, um sein Klangvolumen selbst sprechen zu lassen. Die sechs Saiten seines Basses und die Hand des Spielers zaubern dabei eine unglaublich weite Tonwerteskala in den Raum, den er auch gut und gern allein füllt, nur zart unterstrichen von angehauchten Akkorden auf der Gitarre und einem äußerst sensiblen Schlagzeug von Matthias Gmelin, der ebenfalls, wenn sich Raum bietet, sein Können nicht in Frage stellen lässt.

CD-Release Konzert Jung//Jung, Memmingen, 12.11.2016

Dem jedoch Erstaunlichsten an all dem begegnet man, wenn man die Augen schließt beim Live-Konzert ihrer Musik und sie nach einer Weile wieder öffnet: Kaum möchte man seinen Augen glauben, dass solch junge Musiker Jazz dieser Klasse, in dieser Lockerheit und mit dieser Selbstverständlichkeit in der Lage sind zu erzeugen.

Dennoch ist ihre Musik frisch und sehr eigen und auch wenn sie, wie an diesem Abend neben Eigenkompositionen aus der neuen CD, die meist von Alex Jung komponiert wurden, Stücke spielten, die aus der Feder eines anderen Komponisten stammen – wie ein Stück von Charlie Parker, einem der Begründer des Beebop, oder Halleluja von Leonhard Cohen – dann trägt auch dies ihre unverwechselbare Handschrift.

Sie selbst tun sich schwer, sich in ein Genre einzuordnen, am ehesten, so Alex Jung, sei das wohl Post-Bop, ein Genre des Jazz kleiner Combos, welches Hard-Bop integriert, Modal-Jazz, Avant-Garde- und Free Jazz, ohne als eine einzelne dieser Formen identifizierbar zu sein.

Für alle Jazz-Fans, die sich vom melodischen und tanzbaren Swing der der 1930er Jahre längst emanzipiert haben, sind JUNG//JUNG ein Muss-man-gehört-haben.

CD-Release Konzert Jung//Jung, Memmingen, 12.11.2016

Stimmen aus der Fachwelt sagen:

„Eines der interessantesten deutschen Jazz-Alben des Jahres!“ – bassquarterly (Bassplayer´s Magazine).

„Junge, Junge! Zwei Zwillingsbrüder spielen E-Gitarre und sechssaitigen E-Bass, und sie haben es echt drauf! Alex & Heiko Jung haben gemeinsam mit Drummer Matthias Gmelin ein wirklich feines Jazz-Album („Trio Recordings“) eingespielt.“ – Gitarre&Bass (Muzsiker-Fachmagazin).

„Alex Jungs besonnene Melodielinien, die er mit dem warmen Ton seiner Joe Striebel Archtop-Gitarre spielt, eine saubere Artikulation und rhythmische Sicherheit sind beispielhafte Kennzeichen seines Gitarrenspiel auf „Trio Recordings“. Seine Bandkollegen Heiko Jung und Matthias Gmelin ergreifen die Gelegenheit beim Schopf und bereichern die Aufnahme mit herausragendem Instrumentalspiel ihrerseits.“ – Bill Milkowski – USA.

Hier etwas zum Reinhören:

Weitere Infos über die drei talentierten Musiker auf www.jungjung.de, wo auch ihre nächsten Live-Konzerte angekündigt werden und ihre CDs bestellt werden können.

Ihre Facebookseite ist hier verlinkt Jung//Jung FACEBOOK.

Mehr Fotos vom Konzert auf unserer Facebookseite.

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