Vernissage-Matinee auf Schloss Lautrach

30. November 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Bei einer Vernissage-Matinee auf Schloss Lautrach am vergangenen Sonntag hatten die anwesenden Gäste und Kunstfreunde die Möglichkeit, in entspannter Athmosphäre die zwei interessanten, regionalen Künstler Alfred Darda und Siegfried Luffler und einen Querschnitt aus ihren Werken kennen zu lernen.

Die aktuelle Gemeinschaftsausstellung der beiden Künstler vereint Malerei und Bildhauerei und nimmt sich im Speziellen dem Thema Mensch und Natur an.

Die Ausstellung ist noch bis Ende März 2017 auf Schloss Lautrach zu besichtigen.

Während Alfred Darda (Altusried) sich mit einer Reihe von Gemälden präsentiert, zeigt Siegfried Luffler (Ilshofen) Skulpturen aus Altholz.

Vernissage & Ausstellung Alfred Darda und Siegfried Luffler, Schloss Lautrach, Nov. 2016 - März 2017

Alfred Darda

In der Malerei von Kunstmaler und Kunstpädagoge Alfred Darda findet eine dialogische Begegnung vom Mensch als prozessorientiertem, individuell ausgeprägten Macher und der Natur als dessen Lebensraum und Ort mysteriöser Kräfte und Gesetzmäßigkeiten statt.

Unser Lebensraum ist bedroht, ein Großteil der Gründe dafür sind auf unsere unzulängliche menschliche Verhaltensweise zurückzuführen. Der Mensch als Macher müsse es wieder schaffen, der Natur im Dialog zu begegnen, sodass eine Partnerschaft entstehe, die lebenserhaltend ist, so Alfred Darda.

Die Lebensraum-Besetzung auf zerstörerische Weise ist ein Problem, sinnvolle Schritte sind möglich, „wenn wir die Tugenden der Vernunft, der Liebe, der Achtsamkeit, der Kooperationsfähigkeit und den Respekt vor der Schöpfung selbstverständlich praktizieren würden“, so der Künstler.

Vernissage & Ausstellung Alfred Darda und Siegfried Luffler, Schloss Lautrach, Nov. 2016 - März 2017

„Für mich ergibt sich daraus mein Thema der Malerei. Die Bildfläche ist gleichnishaft der Lebensraum, den ich so füllen kann, dass der Raum verdrängt wird und ich den Raum, den die Elemente im Bild brauchen, missachte. Anstatt eines Dialoges entsteht ein Kampf zwischen den Elementen. Wenn ich hingegen den Lebensraum wie den Bildraum respektiere, muss ich meine rein subjektiven Anliegen läutern und so einsetzen, dass der Raum erhalten bleibt.“

Dabei arbeitet Alfred Darda gerne mit Fundstücken, die sich durch Verwitterung, Erosion oder andere Naturprozesse verwandelt haben und integriert sie mittels der Malerei. „Es entsteht ein partnerschaftliches Verhalten zwischen dem Unbewussten, dem Numinosen und meinem Bewusstsein. Der Dialog lässt neue Wirklichkeiten zu, die nicht von einseitigen Inhalten verdrängt werden.“

Zudem entstehen dadurch verschiedene Ebenen in seinen Werken: Eine universelle Ebene, die einen gemeinsamen Konsens verkörpert, eine natürliche Basis, eine wissende Seele. Andere Ebenen, die brennen, platzen, explodieren oder verzwecken, vernutzen, kommerzialisieren – immer wieder findet man Schriftfetzen in seinen Werken, aus dem Kontext gerissen, im Kontrast zu harmonischen Farbflächen.

Ausdruck findet sein schöpferischer Prozess in teilweise abstraktem Expressionismus, hier kraftvoll, dort feinsinnig, wenngleich für ihn vor allem der Schöpfungsprozess selbst, die Auseinandersetzung, der Dialog wichtig ist. Denn „wer Kunst zum Ziel macht, zerstört sie.“

Siegfried Luffler

Siegfried Luffler ist staatlich geprüfter Bautechniker, begann jedoch bereits als Jugendlicher seine Fähigkeiten in der Holzbildhauerei zu entwickeln. Nach einem Ausflug in die Malerei kehrte er jedoch zu dem anfänglichen Werkstoff zurück.

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur in den Skulpturen von Siegfried Luffler ist geprägt von Spannung und Spuren. In seinen Skulpturen verwendet er Altholz, welches viele Jahrzehnte als bauliche Tragkonstruktion diente und sichtbare Zimmermannsspuren aufweist.

Vernissage & Ausstellung Alfred Darda und Siegfried Luffler, Schloss Lautrach, Nov. 2016 - März 2017

Durch die künstlerische Bearbeitung erhält das Material eine neue Funktion, ohne die Spuren dessen Vergangenheit zu verstecken, im Gegenteil: Die Spuren der vorherigen Bestimmung des Materials wird Teil von etwas völlig Neuem, die Vergangenheit Teil der Gegenwart.

Die menschlichen Darstellungen strahlen Dynamik und Spannung aus, sind häufig in Bewegung oder in ihrer Haltung gedreht und lassen ahnen, wie ihre nächste Bewegung sein wird. Die Haltung der menschlichen Figuren, die aus dem Holz herausgewachsen zu sein scheinen, wirken in ihrer Bewegung natürlich und selbstverständlich, doch nie ohne Spannung.

Daneben entstehen aus der Hand von Siegfried Luffler Skulpturen in Form von Silhouetten in schlichter Formensprache, bei denen er das Altholzstück die Themensprache vorgeben lässt und sich von Form und Struktur leiten lässt.

In einer weiteren Serie widmet sich der Künstler technischem Holz und ebenfalls altem Metall in Kombination. Auch hier ist die Formensprache schlicht und fast kubistisch und Spuren der vorherigen Bestimmung, wie auch Risse im Material scheinen dem Künstler ihre neue Form vorzugeben, wie beispielsweise die Skulptur eines Stierkopfes und der Kopf eines Ziegenbocks.

Vernissage & Ausstellung Alfred Darda und Siegfried Luffler, Schloss Lautrach, Nov. 2016 - März 2017

Eine sicherlich sehenswerte Ausstellung im malerischen, gepflegt antiken Ambiente und mit modernen Elementen ausgestatteten Schloss Lautrach, die wir sehr empfehlen möchten.

Den musikalischen Rahmen der Vernissage-Matinee bildete Lili Scholder mit Gesang und Gitarre.

Weitere Infos zur Doppelschau der Künstler Alfred Darda und Siegfried Luffler unter www.schloss-lautrach.de.

Mehr Infos über Alfred Darda auf www.alfred-darda.de.

Mehr Infos über Siegfried Luffler auf www.silu-art.de.

Fotos:
Titelbild: Hotelleiterin auf Schloss Lautrach Beate Bruchmann stellt die Künstler vor: li.: Alfred Darda, re. Siegfried Luffler.
Bild 1 und 2: Werke von Alfred Darda, der über die Hintergründfe seiner Malerei spricht.
Bild 3 und 4: Skulpturen aus Altholz von Siegfried Luffler.

Fotoquelle: Aus eigener Quelle.

Mehr Fotos zum Einstimmen auf die Ausstellung auf unserer Facebookseite.

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