Der Arbeitsmarktbericht für November 2016

1. Dezember 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Arbeitsmarkt saisonal beeinflusst – Arbeitslosenquote: 2,9%, niedrigster Novemberwert seit 2011 – Saisonpause im Tourismus, dadurch mehr Menschen ohne Beschäftigung – Anhaltend hohe Nachfrage an Arbeitskräften – Agentur für Arbeit fördert Existenzgründung…

Arbeitsmarktbericht MM-KE, Nov. 2016

Weitgehend robust zeigte sich der Arbeitsmarkt im Allgäu auch im November. Die Arbeitslosenquote erreichte mit 2,9 % den niedrigsten Novemberwert der letzten Jahre. Anhaltend hoch blieb auch die Nachfrage nach Arbeitskräften seitens der Betriebe. Gleichzeitig meldeten sich aktuell mehr Menschen arbeitslos als im Monat zuvor.

Beschäftigungsangebote:

Mehr als 6.200 Beschäftigungsangebote stellten Betriebe im November zur Verfügung.

Arbeitslos gemeldet (bei der Arbeitsagentur und in den Jobcentern):

Insgesamt 10.719 Frauen und Männer waren es im November, 856 mehr als im Oktober.

Eine ganze Reihe von ihnen war zuletzt im Tourismus beschäftigt. „Menschen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit in Hotellerie und Gastronomie gearbeitet haben, werden in der Übergangszeit zwischen Herbst- und Wintersaison oft nur für wenige Wochen arbeitslos. Mit dem Start der Wintersaison können sie häufig wieder im früheren Betrieb eine Arbeit aufnehmen“, erklärt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Das gute Ergebnis des Arbeitsmarktes im November macht die folgende Grafik deutlich:

Arbeitsmarktbericht MM-KE, Nov. 2016

Arbeitslose Menschen

Neu arbeitslos gemeldet im November:

Knapp 2.500 Menschen, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten, meldeten sich im November neu bei den Vermittlern, 888 mehr als noch im Oktober. Ein Teil dieses Zuwachses ergibt sich aus dem Ende der Herbstsaison in den Tourismusgebieten entlang der Berge und am Bodensee.
So sprachen im südlichen Oberallgäu 160 Kräfte aus den Bereichen Hotellerie und Gastronomie neu bei den Vermittlern vor. In Lindau kamen aus diesen Branchen 80 Kräfte, im Wirtschaftsraum Füssen waren es 100 Mitarbeiter. Viele von ihnen können bereits nach wenigen Wochen mit dem Start der neuen Wintersaison ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den jüngeren Menschen

Erfreulich war im November der Rückgang auf Seiten jüngerer Menschen: Im Vergleich zum Oktober waren 80 Menschen weniger arbeitslos als im Monat zuvor. Der Vergleich mit dem November des Vorjahres zeigt sogar einen Rückgang um 111 Kräfte.

Schwierigere Situation für ältere Arbeitssuchende

Im Gegensatz dazu haben es Ältere weiter deutlich schwerer bei der erfolgreichen Suche nach einem neuen Job: Um knapp 350 Menschen im Alter von 50 Jahren und 50 + hat die Zahl der arbeitslosen Menschen im Vergleich zum Oktober zugenommen. Annähernd 40 % aller arbeitslosen Menschen zählen zu dieser Altersgruppe.

Ähnlich schwierig sieht die Situation für Menschen aus, die bereits seit mehr als einem Jahr auf Stellensuche sind. Mehr als jeder fünfte Arbeitslose (in Zahlen 2.364 Menschen) hat seit mehr als zwölf Monaten keinen Arbeitsplatz.

Arbeitsaufnahmen, Bewegung und Chancen

Arbeitsaufnahmen im November:

Unter den knapp 1.200 Menschen, die im November eine neue Beschäftigung aufnahmen, befanden sich auch eine über 50-jährige Telefonistin, ein Immobilienfachwirt, eine Kassenkraft und ein Landmaschinenmechatroniker. Der Arbeitsmarkt ist insgesamt in ständiger Bewegung und immer wieder ergeben sich Chancen auf eine neue Tätigkeit.

Start in die Selbständigkeit als berufliche Alternative

Für manche Menschen kann der Start in die Selbständigkeit eine sinnvolle berufliche Alternative sein, um die eigene Arbeitslosigkeit zu beenden. Diesen Weg unterstützt die Agentur für Arbeit bereits seit mehreren Jahren kontinuierlich. So erhielten in den letzten beiden Jahren durchschnittlich 156 Menschen allgäuweit einen Gründungszuschuss.

Gerade in der Startphase trägt diese Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts bei. Ziel ist eine nachhaltige berufliche Integration in der Arbeitswelt. Daher müssen die Vermittler zunächst prüfen, ob es nicht Stellenangebote von Betrieben gibt, die ebenfalls zu einer Integration auf dem Arbeitsmarkt führen, denn die Aufnahme einer beitragspflichtigen Beschäftigung ist vorrangig.

Arbeitsmarktbericht MM-KE, Nov. 2016

Auch muss eine selbständige Tätigkeit gut überlegt und vorausschauend geplant sein. Um bewerten zu können, ob die vorgesehene selbständige Tätigkeit tragfähig ist, geben Kammern oder Fachverbände in jedem Einzelfall ihre Bewertung und Einschätzung ab.

Der Gründungszuschuss wird für insgesamt 15 Monate gezahlt. Zunächst gibt es für sechs Monate einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. Zur sozialen Absicherung gegen Krankheit etc. wird ein monatlicher Pauschbetrag in Höhe von 300 Euro geleistet. Wenn der Gründer eine intensive Geschäftstätigkeit nachweisen kann, erhält er für weitere neun Monate erneut
300 Euro monatlich zur sozialen Absicherung.

Im vergangenen Jahr hat die Agentur für Arbeit insgesamt 2,1 Mio. Euro an Beitragsmitteln für „Gründungszuschuss“ ausgegeben. Im laufenden Jahr ist ein ähnlich hoher Mitteleinsatz eingeplant.

Qualifizierte Kräfte gesucht

Neue Stellenangebote im November:

1.600 neue Stellenangebote kamen im November hinzu, das Angebot lag damit etwas niedriger als in den Monaten zuvor.

Stellenangebote insgesamt:

Mehr als 6.200 Beschäftigungsangebote wurden insgesamt von Betrieben zur Verfügung gestellt – ein deutliches Plus im Vergleich zum November des Vorjahres.

Branchen, die verstärkt Mitarbeiter suchen:

  • Metallbearbeitung und Maschinenbau: stellten allein knapp 250 zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Logistiksektor: Über 150 neue Stellen für Lageristen, Kraftfahrer und Speditionskaufleute galt es hier zu besetzen.
  • Verkauf: Mehr als 110 weitere Kräfte wurden für den Verkauf gesucht.

Anhaltende Nachfrage herrschte auch nach:

  • Physiotherapeuten sowie Rechtsanwalts- und Steuerfachangestellte.
  • Altenpflege:Der Bedarf an examinierten Altenpflegern blieb ungebrochen hoch, 35 neue Stellen gaben Betreuungseinrichtungen zur Besetzung herein. Zum Beginn des neuen Jahres ändern sich hier wichtige rechtliche Grundlagen.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Im Allgäu erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,9 % den niedrigsten Novemberwert seit 2011. Diese günstige Entwicklung setzte sich auch in den einzelnen Wirtschaftsräumen fort. In der Mehrzahl der Regionen ging die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich zurück oder stabilisierte sich auf dem Wert des Vorjahres.

Auch verzeichnete die Mehrzahl der Regionen bei der Arbeitslosenquote eine Zwei vor dem Komma. Den niedrigsten Wert erreichte der Wirtschaftsraum Mindelheim mit einer Arbeitslosenquote von 2,1 %, gefolgt von Marktoberdorf und Memmingen mit jeweils 2,5 %.

Der Landkreis Lindau sowie der Wirtschaftsraum Kempten wiesen im Jahresvergleich ebenfalls Verbesserungen von 0,2 Prozentpunkten auf. Auch für den Raum Kaufbeuren ist eine günstige Entwicklung erkennbar. Innerhalb des zurückliegenden Zwölfmonatszeitraumes ging die Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent auf das aktuelle Ergebnis von 3,4 Prozent zurück. Weitgehende Stabilität erreichten die Wirtschaftsräume Füssen und das südliche Oberallgäu mit Quoten von 3,3 bzw. 4,1 Prozent.

Arbeitsmarktbericht MM-KE, Nov. 2016

Unterschiedliche Entwicklung in Arbeitslosenversicherung und sozialer Grundsicherung

Die numerischen Entwicklungen bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern verhalten sich seit Einführung der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) unterschiedlich:

Bei den Dienststellen der Arbeitsagentur nahm die Zahl arbeitsloser Menschen im November stärker zu, insbesondere wegen der erwähnten Arbeitslosmeldungen aus dem Tourismus. Die Arbeitsagentur betreute aktuell 6.085 Kräfte, 913 mehr als im Oktober.

Die sieben Jobcenter waren im Bereich der sozialen Grundsicherung für 4.634 arbeitslose Frauen und Männer zuständig, was einen leichten Rückgang um 57 Personen im Vergleich zum Vormonat bedeutet.

Ein anderes Bild zeigt der Vergleich mit den Daten des Vorjahres: Im November dieses Jahres waren bei der Agentur für Arbeit 368 Frauen und Männer weniger gemeldet als im Vorjahr.

Demgegenüber gingen in den Jobcentern die Vergleichswerte nach oben mit einem Zuwachs von etwas mehr als 100 arbeitslosen Personen. Bei den Jobcentern hat vor allem die Zahl der zu betreuenden Ausländer deutlich zugenommen. Die Jobcenter sind auch für Flüchtlinge zuständig, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Asylberechtigte oder mit einem vergleichbaren Status anerkannt hat.

Ein erheblicher Teil der Bezieher von „Hartz IV“-Leistungen ist übrigens nicht arbeitslos, da viele dieser Menschen kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen, sich in einer Ausbildung befinden oder mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Arbeitsmarktbericht MM-KE, Nov. 2016

Darstellung nach Wirtschaftsräumen/Regionen

Arbeitsmarktbericht MM-KE, Nov. 2016

Darstellung nach kommunalen Strukturen

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