Kunst aus Burkina Faso

2. Dezember 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Die Galerie Neuendorf zeigt noch bis zum 10. Dezember 2016 eine sehr außergewöhnliche Ausstellung eines westafrikanischen Künstlers, der selbst bei der Ausstellung leider nicht dabei sein kann. Warum? Karim Zongo hat weder einen Reisepass noch die finanzielle Möglichkeit, nach Deutschland zu reisen und ist Maler in einem Land, in dem man von Kunst nicht leben kann.

Wie also kamen seine Arbeiten nach Deutschland?, war die erste Frage, die sich mir als pragmatischen Menschen aufdrängte. Karim Zongo lebt in Burkina Faso, übersetzt heißt das in etwa „Land des aufrichtigen Menschen“, einer westafrikanischen Republik, die an Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana, sowie an die Elfenbeinküste grenzt. Von dort hatte sich vor vielen, vielen Jahren einer von Karim Zongos Freunden nach Europa aufgemacht.

Seit 18 Jahren lebt dieser Freund nun in Memmingen, hat Frau und Kinder und ist vollkommen integriert. Vor eineinhalb Jahren kam dieser Freund des Künstlers auf Helmut Neuendorf zu und fragte ihn, ob er sich eine Ausstellung vorstellen könne mit den Arbeiten seines Freundes aus Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, an dessen Außenbezirk Karim Zongo mit seiner Familie lebt und wohnt.

Ausstellung aus Burkina Faso Galerie Neuendorf, Memmingen, 02.12.2016

Helmut Neuendorf stimmte zu, nachdem er bereits in anderer Form afrikanische Länder vor Ort unterstützt. Nach einigen gescheiterten Versuchen, dem Künstler mitsamt seinen Werken eine Reise nach Deutschland zu ermöglichen, reisten seine Werke am Ende ohne ihn.

Seine Naive Malerei ist geprägt von leuchtenden, fröhlichen Farben und kommt fast vollkommen ohne Raumtiefe, Perspektive oder Schatten aus und wirkt offen, ja offensichtlich: Alles scheint direkt und unmittelbar an der Oberfläche zu liegen, nichts liegt im Schatten, nichts ist verdeckt, der Raum staffelt sich allenfalls nach oben. Konturen, denen es gleichgültig zu sein scheint, ob sie perfekt rund sind, wie die Räder eines Mopeds, sind mit klaren Farben fast flächig gefüllt, dennoch spiegeln die Arbeiten eine ausgeprägte Beobachtungsgabe des Künstlers und seines Lebensumfeldes wieder.

Ausstellung aus Burkina Faso Galerie Neuendorf, Memmingen, 02.12.2016

Titel der Ausstellung ist „Mein Leben in Burkina Faso“ und ist, was der afrikanische Künstler in seinen Werken darstellt: Alltägliche Szenen aus dem Leben in der Stadt Ouagadougou, die wie der Rest des Staates sprachlich geprägt ist von der französischen Landessprache, kulturell hingegen geprägt ist von ethnischer Vielfalt an friedlich zusammenlebenden Ethnien.

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, zeichnet sich heute aber durch eine gewisse Stabilität aus. So wirken seine Arbeiten friedlich, bunt und freundlich, wenngleich sie die beobachtete Realität in all ihrer Einfachheit fast akribisch wiedergeben.

Ausstellung aus Burkina Faso Galerie Neuendorf, Memmingen, 02.12.2016

Vielleicht teilweise Grund, warum Helmut Neuendorf auf eine zusätzliche Idee kam: Neben dem Verkauf der Arbeiten in Öl auf Leinwand, deren Erlös über den in Memmingen ansässigen Freund direkt an den Künstler geht, sammelt Helmut Neuendorf für ein von ihm ausgewähltes Bild. Dieses Bild, ist der Betrag der Verkaufssumme komplett, wird dann an einen Memminger Kindergarten gespendet, während der Geldbetrag, wie bei den Verkäufen, direkt dem Künstler zukommt.

Möchte jemand also dem Künstler helfen, sein Leben als Künstler in Burkina Faso zu bestreiten und sich gleichzeitig daran beteiligen, dass unsere Kindergärten bereichert werden mit bunten, fröhlichen und kinderfreundlichen Malereien, kann er neben dem Erwerb eines Werkes auch nur auf das ausgewählte Bild spenden.

Ausstellung aus Burkina Faso Galerie Neuendorf, Memmingen, 02.12.2016

Die Ausstellung selbst wird nur noch bis zum 10. Dezember zu sehen sein, die Spendenaktion wird jedoch weiterlaufen. Aus den nicht verkauften Werken kann somit immer auf ein ausgewähltes Werk gespendet werden (gekennzeichnet mit einem roten Punkt), welches wiederum einem weiteren Memminger Kindergarten gespendet wird.

Auch um die Haltbarkeit der Werke müssen sich keine Sorgen gemacht werden, denn jede der Arbeiten ist mit einer schützenden Firnis überzogen.

Parallel zu den Malereien stellt Hermann Wolf in dieser Ausstellung Reisefotografien aus Burkina Faso aus dem Jahr 1979 aus, die ganz in der Nähe von der Hauptstadt Ouagadougou entstanden sind und das Leben dort um diese Zeit auch fotografisch dokumentieren.

Vielleicht ist unter den freundlichen und ansprechenden Malereien auch ein Weihnachtsgeschenk für ein buntes Kinderzimmer dabei, denn einige der kleineren Werke bieten sich hierzu wunderbar an.

Ein paar mehr Fotos zum Einstimmen auf die Ausstellung auf unserer Facebookseite.

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