Schutzmaßnahmen für ein gefährdetes Herz

10. Dezember 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Bluthochdruck, Diabetes und hohes Cholesterin setzen das Herz unter Stress und erhöhen massiv das Risiko für einen Infarkt. Über die Zusammenhänge und wie Betroffene dagegen steuern können, erklärten Herz-Kreislauf-Spezialisten des Klinikums Memmingen bei einer kostenfreien Informationsveranstaltung im Rahmen der diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung.

Bluthochdruck – häufige Folgen und wie er positiv beeinflusst werden kann

Kardiologe Dr. Marcus Siry mahnte die rund 80 Zuhörer: „Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und nehmen Sie einen hohen Blutdruck nicht auf die leichte Schulter.“ Man merkte über Jahre nichts davon, aber Bluthochdruck verschleiße die Gefäße und schädige die Organe massiv. Auch die Augen seien davon betroffen: „Es kann zu Einblutungen und Kalkablagerungen kommen. Sie können sogar daran erblinden.“

Ebenso die Nieren würden durch einen hohen Blutdruck massiv geschädigt: „Ein Teufelskreis, denn geschädigte Nieren verursachen wiederum Bluthochdruck.“ Außerdem hätten Bluthochdruckpatienten ein hohes Infarktrisiko: „Mit allen Folgen, bis hin zum akuten Herztod“, ermahnte der Oberarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Memmingen.

Am besten sei es, auch zu Hause und nicht nur beim Arzt regelmäßig zu messen, da beim Arzt sind die Werte wegen der Aufregung oft zu hoch seien, empfiehlt der Kardiologe.

Unter Bluthochdruck leiden vor allem Ältere und Männer. „Manche sind familiär vorbelastet. Das kann man nicht ändern.“

Was man jedoch ändern könne, sei dagegen der individuelle Lebensstil: „Rauchen, Übergewicht, Alkohol und Bewegungsmangel können einen hohen Blutdruck verursachen.“ Rauchen verdopple sogar das Risiko, einen schweren Herzinfarkt mit Todesfolge zu erleiden.

Dr. Siry empfiehlt Menschen, die an Bluthochdruck leiden, sich täglich 30 Minuten moderat zu bewegen. Außerdem solle man an Fett und Kochsalz sparen: „Vor allem in Fertiggerichten, aber auch in Brot, Käse und Wurstwaren steckt viel Salz.“ Auch Stress könne Bluthochdruck verursachen: „Dagegen helfen Entspannungstechniken – autogenes Training, Yoga oder Qigong.“

Und wenn all dies nichts nützen sollte, müsse man sich laut Dr. Siry mit Medikamenten behelfen: „Es gibt vier unterschiedliche Wirkstoffgruppen, die bei dem jeweiligen Patienten unterschiedlich wirken und individuell eingesetzt werden.“ Wichtig sei, mit niedriger Dosis zu beginnen und allmählich zu steigern, um die Nebenwirkungsrate gering zu halten.

Vortrag Klinikum Memmingen-Kardiologie, 10.12.2016

Erhöhter Cholesterinspiegel – Folgen und Tipps

Auch ein hoher Cholesterinspiegel kann einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall begünstigen, erklärte der Chefarzt der Medizinischen Klinik I, Professor Dr. Andreas May: „Cholesterin kann sich in der Gefäßwand ablagern und Atherosklerose (Arterienverkalkung) ausbilden.“

Genauso wie den Bluthochdruck spüre man auch den hohen Cholesterinspiegel nicht, da er zunächst keine Beschwerden mache.

Deswegen sei es ratsam, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig die Werte messen zu lassen. Am besten helfe zur Vorbeugung, was auch gegen Bluthochdruck helfe: Regelmäßige Bewegung; gesunde, kalorienarme Ernährung mit einem niedrigen Anteil tierischer Fette, sowie Verzicht auf Alkohol und Zigaretten.

Für eine Vielzahl von Patienten sei auch der zusätzliche Nutzen von Medikamenten zur Cholesterinsenkung eindeutig nachgewiesen.

Diabetes – Auswirkungen auf das Herz und Empfehlungen

„Mit einer Veränderung Ihres Lebensstils können Sie auch das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um 58 Prozent senken“, erklärte der dritte Referent des Abends, Dr. Günther Bechtner. Rund 8 % der Bevölkerung leiden laut Bechtner an Diabetes. Ab dem 70. Lebensjahr seien es sogar 20 %.

Denn „Diabetes wird unterschätzt“, warnte der Internist. „Diabetiker erleiden fünfmal häufiger einen Herzinfarkt und dreimal häufiger einen Schlaganfall.“ Denn bei Diabetikern neige das Blut dazu, Gerinnsel zu bilden. Außerdem litten Diabetiker häufiger als andere unter Bluthochdruck.

„Und wenn ein herzkreislaufkranker Diabetespatient in einen Unterzucker fällt, ist das für seinen Körper enormer Stress und kann sogar zu einem Schlaganfall führen.“

Auch andere Folgeerkrankungen seien bei Diabetikern erschreckend häufig: „80 Prozent leiden unter Augenschäden, 60 Prozent unter Schäden an den großen Gefäßen und 40 Prozent unter Nerven- oder Nierenschäden.“

Eine Veränderung des Lebensstils sei daher vor allem bei Diabetespatienten dringend empfohlen.

Foto: Chefarzt Professor Dr. Andreas May und seine Kollegen informierten anlässlich der diesjährigen Herzwoche über die Gefahren von Bluthochdruck, Diabetes und hohem Cholesterin.

Fotoquelle: Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen

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