Ein freudvolles und friedliches Flüchtlingsfest in der Memminger Kulturwerkstatt

23. Dezember 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Musik – Frieden – Respekt war das Motto des dritten Flüchtlingsfestes in der Kulturwerkstatt Memmingen und machte seinem Motto alle Ehren.

„Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Musik in der Lage ist, Menschen unterschiedlichster Sprach- und Kulturkreise, sowie aller Altersklassen, problemlos zusammenzuführen“, erzählt DJ Markus Fleckenstein, der auch Mitbegründer ist der senegalesisch–deutschen Afro-Rockband JAMMU AFRIKA aus Memmingerberg

und als Gitarrist mit ihnen zusammen auf der Bühne steht.

Im randvollen Theatersaal der KULTURWERKSTATT ging es denn auch recht schnell zur Sache: „Vor allem afghanische Jugendliche ließen sich nicht lange bitten und stürmten die Tanzfläche, wo sich dann nach und nach auch junge Memmingerinnen, Senegalesen, Eritreer und Iraner zu einem wilden Pulk vereinigten und gemeinsam, Arm in Arm, das Tanzbein schwangen und lauthals zu orientalischen und auch afrikanischen Liedern mitsangen, ob sie die Sprache beherrschten oder nicht“, erzählt Markus weiter.

Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt der senegalesisch–deutschen Afro-Rockband JAMMU AFRIKA aus Memmingerberg. „Da konnte man schon Gänsehaut bekommen, wenn man die jungen Afghanen dabei beobachtete, wie sie lauthals die Refrains der afrikanischen Songs mitsangen und nach jedem Lied begeistert Beifall klatschen. Musik spannt eben Brücken“, bringt es Markus auf den Punkt.

Friedliches Flüchtlingsfest, Kulturwerkstatt Memmingen, 17.12.2016

Sehr erfreulich für die Veranstalter war wiederum die Tatsache, dass, obwohl die Tanzfläche „zeitweise einem Tollhaus glich“, es zu keinerlei Gewalttätigkeiten, Übergriffen oder Belästigungen kam. Darauf angesprochen antworteten alle Frauen dasselbe: „Alles prima, die Jungs waren sehr anständig.“

Ebenfalls sehr erfreulich war die Tatsache, dass zwischen den unterschiedlichen Kulturen Kontakte geknüpft wurden und gemeinsame Musikprojekte geplant wurden.

Das mittlerweile dritte Flüchtlingsfest in der Kulturwerkstatt hat wieder eindrücklich bewiesen, wie freudvoll, gewaltlos und respektvoll Begegnungen mit Flüchtlingen und unter Flüchtlingen untereinander sein können, begegnet man auch ihnen mit Freundlichkeit und Respekt.

Friedliches Flüchtlingsfest, Kulturwerkstatt Memmingen, 17.12.2016

Schreckliche Attentate von radikalisierten Terroristen sind eben genau dies: Schreckliche Attentate radikalisierter Terroristen. Dieser Bericht soll dazu beitragen, klar zwischen dem einen und dem anderen zu unterscheiden und sich einmal mehr klarzumachen, dass Gewalt und Hass, ebenso wie Freude, Liebe und Respekt keine Nationalität innehaben und weder einer Völkergruppe, noch einer Nationalität, noch einer Kultur, noch einer Religion zugeordnet werden können.

Auch soll es daran erinnern, dass wir immer das stärken, worin wir unsere Energien investieren: Investieren wir unsere Energie in Gewalt, dann erzeugen wir Gewalt, konzentrieren wir unsere Energien auf Kreatives, auf das Positive, auf Liebe und Respekt, dann stärken, nähren und erzeugen wir Positives, Liebe und Respekt.

Dass wir uns gleichzeitig schützen müssen gegen einzelne, radikalisierte Menschen oder Gruppierungen von Menschen ist zweifellos notwendig. Doch sollten wir nie vergessen, uns selbst bewusst zu entscheiden, in welche Richtung wir gehen wollen und worauf wir unsere Kräfte fokussieren wollen. Denn ein bewusster Mensch gibt seine Verantwortung nicht ab, weder an einen anderen Menschen, noch an eine dritte Instanz. Ein bewusster Mensch kann nicht radikalisiert werden.

Gerade angesichts des schrecklichen Terroraktes in Berlin möchten wir hier sensibilisieren und allen unseren Mitbürgern ein friedliches und freudvolles Weihnachtsfest wünschen.

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