Was bedeutet eigentlich Silvester?

30. Dezember 2016 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Morgen ist Silvester. Doch was bedeutet eigentlich Silvester? Und warum wünscht man sich einen „guten Rutsch“?

Der „New Years Eve“, der Neujahrs-(vor)abend, wird in England, Schweden und Portugal gefeiert. In Dänemark ist es der „nytårsaftensdag“ (übersetzt: „Neujahrsabendtag“). Der Holländer feiert am 31. Dezember „Oud en Nieuw“, was so viel heißt wie „Alt und Neu“, während man im Spanischen von der Nochevieja, übersetzt: „alte Nacht“ spricht.

Doch woher kommt Silvester in Deutschland? Hängt es mit dem italienischen „Notte di San Silvestro“ oder mit dem französischen „Reveillon de la Saint-Sylvestre“ zusammen?

Herkunft

„Silvester“ ist ein männlicher Vorname und bedeutet „Waldmensch“. Nach dem römisch-katholischen Heiligenkalender ist der Papst Silvester I., welcher am 31. Dezember 335 verstarb, der Tagesheilige. Laut einer Legende soll Silvester den kranken römischen Kaiser Konstantin den Großen vom Aussatz geheilt und schließlich getauft haben.

Silvester am 31. Dezember

Erst im 16. Jahrhundert wurde der 31. Dezember offiziell „Silvester“. Der damalige Papst Gregor XIII. reformierte im Jahr 1582 den bis dahin geltenden julianischen Kalender. Mit der Gregorianischen Kalenderreform wurde dann der letzte Tag im Jahr vom heutigen Heiligen Abend (24. Dezember) auf den 31. Dezember verlegt, wiederum der Todestag des Papstes Silvester I.

Was bedeutet Silvester? Memmingen, 30.12.2016

Das Feuerwerk

Das Feuerwerk am 31. Dezember geht auf die alten Germanen zurück, die sich vor „bösen Geistern“ fürchteten. Sie machten deshalb in der Nacht zum ersten Tag des Januars besonders viel Lärm und entzündeten Holzräder. Aus diesem Brauch entstand das heutige Feuerwerk, womit viele Menschen das neue Jahr „begrüßen“ möchten.

„Guten Rutsch“

Im deutschsprachigen Raum wird seit etwa dem Jahr 1900 zum Jahresende ein „Guter Rutsch“ gewünscht. Jedoch legen Vermutungen nahe, dass „Rutsch“ weniger mit dem „Hinüberrutschen“ ins neue Jahr zu tun hat, sondern vielmehr mit dem hebräischen Wort „Rosch“, welcher „Jahresanfang“ bedeutet. Mit einem „Guten Rutsch“ wird also ein „Guter Jahresanfang“ gewünscht.

Was bedeutet Silvester? Memmingen, 30.12.2016

Gebräuche in Süddeutschland zur Jahreswende

Im Alpenraum hatten die „Perchten-Läufe“ um die Zeit der Jahreswende das Ziel, böse Geister zu vertreiben. Ursprung dafür war auch hier ein germanischer Brauch. Zudem ist die Silvesternacht auch eine „Rauhnacht“.

„Perchten“ sind im bayerisch-österreichischen alpenländischen Brauchtum vorkommende Gestalten, die nach populärer Deutung mit ihrem wichtigsten Utensil, der Glocke, den Winter, bzw. die bösen Geister des Winters austreiben sollen (Winteraustreiben bzw. Austreiben des alten Jahres).

Auch heute noch läuten pünktlich um 00:00 Uhr von den meisten Kirchen alle Kirchenglocken das neue Jahr ein, je nach örtlicher Tradition läuten die Glocken zwischen zehn Minuten und einer ganzen Stunde.

Die „Rauhnächte“ sind mehrere Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist geht es dabei um die zwölf Tage vom ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) bis zum „Fest der Erscheinung des Herrn“, dem Dreikönigsfest am 6. Januar.

Die stürmischen Mächte der Mittwinterzeit zogen sich nach dem Volksglauben in der Nacht auf den 6. Januar wieder zurück, „die Wilde Jagd“ endete somit mit dem Ende der Rauhnächte, in welchen der 31. Dezember zentral gelegen ist.

Was bedeutet Silvester? Memmingen, 30.12.2016

Beitrag von Philipp Hampp, 30.12.2016

(sehr geringfügig ergänzt durch Christine Hassler, Memmingen-sind-wir.)

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