Der Memminger SPD-Ortsverein stellt ihren OB-Kandidaten Dr. Friedrich Zeller vor

20. Januar 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

In einer Pressekonferenz stellten Mitglieder des Memminger SPD-Ortsvereins gestern ihren OB-Kandidaten für die kommende Oberbürgermeister Dr. Friedrich Zeller vor. Der gebürtige Memminger soll auf den kurz nach Weihnachten verstorbenen Markus Kennerknecht (SPD) folgen.

Das politische Leben steht nicht still

„Der jähe Tod unseres OB und Freundes Markus Kennerknecht hat uns tief getroffen. Wir sind immer noch schockiert und finden uns nur schwer ins politische Alltagsleben zurück. Zu sehr stehen wir noch unter dem Eindruck dessen was sich am 28. Dezember an Unerklärlichem ereignet hat,“ leitete Dr. Hans-Martin Steiger, Vorsitzender SPD/FDP-Stadtratsfraktion die Kandidatenvorstellung ein.

Trotzdem stehe das politische Leben nicht still. Der Gesetzgeber setze sehr klare Fristen für die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters und die seien sehr knapp bemessen. Bereits spätestens zum 26. Januar müssen ordnungsgemäß nominierte Bewerber dem amtlichen Wahlleiter verbindlich gemeldet werden. Das setze sie unter Zugzwang, und fordere eine rasche Entscheidung.

„Und so stellte sich unserer Partei, schneller als uns lieb war, die Frage ob wir in dieser Zeit der Trauer und des Gedenkens überhaupt in der Lage sind einen eigenen OB-Kandidaten zu benennen und diesen dann voll zu unterstützen. Die Frage ob wir die emotionale Kraft aufbringen uns in dieser Situation noch einmal einer Wahlauseinandersetzung zu stellen, stand über all unseren Entscheidungen.

Die SPD-Memmingen hat sich entschieden. Aus Verantwortung gegenüber der Stadt und im Sinne von Markus Kennerknecht stellt sich die SPD der Herausforderung und tritt mit einem eigenen Bewerber an. Wir sind sicher: Markus hätte das so gewollt, dass der Weg, den er eingeschlagen hat, in seinem Sinne weitergegangen wird.

Und dafür steht unser Kandidat Dr. Friedrich Zeller in ganz besonderem Maße. Mit ihm haben wir jemand gefunden, der Kennerknecht sehr nahe war und ihn im letzten Jahr eng begleitet hat. Wir sind daher außerordentlich dankbar, dass Dr. Friedrich Zeller in dieser schwierigen Situation sich bereit erklärt hat seiner Heimatstadt zu helfen,“ so Dr. Steiger weiter.

Die Auswahl sei dabei ohne politische Brille erfolgt, ihr Anspruch sei ein Oberbürgermeisterkandidat der „der Stadt Bestes sucht“, der sich am Menschen orientiere, ein Ohr für den Bürger habe, den Dialog suche und die notwendige Sachkompetenz mitbringe.

„Urteilsvermögen, Sachkenntnis, Konsensfähigkeit, Geradlinigkeit, Offenheit sind das notwendige Rüstzeug eines 1. Bürgers der Stadt. Solchen Grundsätzen sehen wir uns verpflichtet. Mit Dr. Friedrich Zeller haben wir einen Kandidaten gefunden, der dies gewährleistet,“ schloss Dr. Steiger.

SPD-Ortsverein stellt OB-Kandidaten Dr. Friedrich Zeller vor, 19.01.2017

Über Dr. Friedrich Zeller

Dr. Zeller verfügt über langjährige Berufserfahrung als kommunaler Spitzenbeamter, Aufsichtsratsvorsitzender und Dozent. So war er von 1966 bis 2008 erster Bürgermeister der oberbayrischen Stadt Schongau und danach sechs Jahre Landrat von Weilheim-Schongau. Dr. F. Zeller absolvierte ein Studium der Politik-und Verwaltungswissenschaften, der Volkswirtschaftslehre und des öffentlichen Rechts und promovierte zum Dr. rer. pol.

Vor rund drei Jahren schied Friedrich Zeller aus dem Amt des Weilheim-Schongauer Landrat aus. Danach hatte es schon Gerüchte gegeben Zeller würde als OB-Kandidat in Memmingen bei der Wahl 2016 antreten. „Das war damals allerdings kein Thema für mich. Ich habe mich beruflich verändert und wollte auch persönliche Ziele umsetzen“, so der heute 50-jährige. Zudem habe er damals noch drei schulpflichtige Kinder gehabt.

Jetzt haben sich die Umstände geändert. Zwei Söhne Dr. Zellers (Maximilian und Felix) studieren heute, Tochter Franziska macht im Sommer ihren Abschluss an der Realschule und auch Friedrich Zeller selbst hat wieder Lust auf kommunalpolitische Arbeit.

„Meine zwischenzeitliche Arbeit als Kommunalberater und Dozent an Hochschulen hat mir viel Spaß gemacht und mich im Umgang mit Menschen vieles gelehrt, aber mir fehlt einfach der Gestaltungsspielraum. Eine Stadt wie Memmingen weiter zu entwickeln ist eine Herausforderung, die mich über die Maßen interessiert,“ so Dr. Zeller.

Zurückhaltender Wahlkampf

Für die Memminger SPD ist Zeller ein Glücksfall. Nach dem Tod von Markus Kennerknecht sei sie in der Lage einen Kandidaten zu präsentieren, der langjährige Erfahrung im Amt habe, der Memmingen als seine Heimatstadt sehr gut kenne und der sich durch die persönliche Nähe zu Kennerknecht der schwierigen Situation in Memmingen sehr bewusst sei.

Der Wahlkampf wird laut Dr. Zeller und der Memminger SPD kurz und zurückhaltend sein. Dies geschehe auch aus Rücksicht auf die Familie Kennerknechts und die Bürgerinnen und Bürger Memmingens. Zeller will sich den Memminger Bürgern vorstellen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

Selbstverständlich wird er im Falle seiner Wahl mit seiner Frau Birgit nach Memmingen ziehen. Für den Wahlkampf bezieht er sein Kinderzimmer in seinem Elternhaus. „Meine Mutter freut sich schon“, so Zeller.

SPD-Ortsverein stellt OB-Kandidaten Dr. Friedrich Zeller vor, 19.01.2017

Fragen an Dr. Friedrich Zeller seitens der Pressevertreter

Frage: Bundespolitisch ist ja die SPD gerade in einer schwierigen Lage. Zudem wurden Ihnen verbale Ausrutscher vorgeworfen. Wie wollen Sie den Balance-Akt schaffen?

Antwort Dr. Zeller: Er sehe sich weniger als Parteipolitiker als mehr einer Aufgabe verpflichtet. Denn gemessen werde man an den Resultaten. Wichtig seien ihm Memmingen und seine anstehenden Projekte, seine Ausrichtung sei überparteilich. Er bereue nach wie vor nicht, dass er Parteimitglied der SPD sei und seine Gesinnung decke sich mit den grundsätzlichen Werten der SPD.

Zu den Vorwürfen über verbale Ausrutscher bekannte er sich offen, sie seien beleidigend gewesen, er bereue dies bis heute, jedoch hatte er sich damals in aller Form entschuldigt. Die Entschuldigung sei akzeptiert worden und somit sei für ihn der Fall erledigt.

Hinzu fügte er, dass ihn die Aufgabe als Oberbürgermeister wirklich motiviere und er ein echtes Interesse an den Belangen der Stadt habe, sei es das Thema Gesundheit und Klinikum oder die Stadtentwicklung mit allem, was dazu gehöre.

Frage: Wie stellen Sie sich die nächsten Schritte vor?

Antwort Dr. Zeller: Memmingen dürfe nicht stillstehen und es gebe zahlreiche Themen, die angegangen werden müssen wie etwa das Klinikum, die IKEA-Ansiedlung, das Bahnhofsareal, die Bäderfrage, etc. Da müsse er sich jedoch zunächst einarbeiten, da für ihn die Aufstellung zur Kandidatur um dieses Amt eben sehr plötzlich kam, was für ihn ebenso wie für jeden anderen OB-Kandidaten zutrifft, der neben ihm aufgestellt werde.

Frage: Worauf werden Sie im „Wahlkampf“ abzielen?

Antwort Dr. Zeller: Er müsse sich zunächst einmal in diese neue Situation hineinfühlen. Sein Ziel sei im Moment, sich als Person bekannt zu machen. Dabei verwies er darauf, dass es in einer demokratischen Wahl wichtig sei, sich selbst ein Bild zu machen und frei zu wählen, obgleich dieser Wahlkampf ein eher zurückhaltender sein wird.

Frage: Wie wird ein „zurückhaltender Wahlkampf“ aussehen?

Antwort Dr. Zeller, zusammen mit den anwesenden Parteimitgliedern: Es wird diesmal keine Rote Couch geben und auch die Plakatierung wird zurückgefahren. Bis dato wurde nur eine Podiumsdiskussion angesetzt: eine Podiumsdiskussion, organisiert von der MZ am 6. März in der Memminger Stadthalle. Stadtteilgespräche würden jedoch stattfinden, da die Bürger_Innen die Chance haben müssen, die Kandidaten kennenzulernen.

Frage: Warum konnte man sich denn nun nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen, wie es im Stadtrat vorgeschlagen wurde?

Antwort seitens der anwesenden der SPD-Fraktionsmitglieder: Es sei daran gescheitert, dass die CSU die Bedingung gestellt habe, dass dieser gemeinsame Kandidat aus der CSU käme. Dr. Zeller ist allerdings nicht unglücklich darüber, denn so sei es eine sehr viel demokratischere Wahl, in der die Bürger tatsächlich eine Wahl haben zwischen mehreren Kandidaten, so unbequem und schmerzvoll es im Moment auch sein mag.

Frage: Stehen Sie tatsächlich hinter den von Markus Kennerknecht verfolgten Werten, nachdem Sie als Kandidat „den eingeschlagenen Weg im Sinne von Markus Kennerknecht weiterführen sollen“, wie es vorhin gesagt wurde, und wie positionieren Sie sich als eigenständige Person?

Antwort Dr. Zeller: Natürlich wird er seinen eigenen Weg gehen. Doch für ihn seien Werte wie Bürgerbeteiligung, Bürgernähe, das „Mitnehmen“ der Bürger, Jour-Fix mit Verbänden und Bürgerausschüssen, etc. durchaus ein ganz persönliches Anliegen. Zudem seien für ihn alle Menschen erst einmal gleich, unabhängig von Herkunft, religiöser Gesinnung oder Hautfarbe. Er möchte, und auch dies decke sich mit der Gesinnung von Markus Kennerknecht, „ein Oberbürgermeister zum Anfassen“ sein, wie er es selbst ausdrückte.

SPD-Ortsverein stellt OB-Kandidaten Dr. Friedrich Zeller vor, 19.01.2017

Vita Dr. Friedrich Zeller

Kindheit und Jugend in Memmingen
Geboren wurde Friedrich Zeller am 1. April 1966 in Memmingen. 1976 bis 1986 verbrachte er seine Schulzeit in Memmingen und machte sein Abitur am Bernhard-Strigel-Gymnasium.
Nach Auslandsreisen absolvierte er den Wehrdienst bei der Luftwaffe/Jabo 34 in Memmingerberg.

Lehr- und Wanderjahre
Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Hochschule für Politik in München und an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer am Rhein und Promotion zum Dr. rer. pol. in den Fächern Politik, Volkswirtschaftslehre und öffentliche Recht an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Nach der Wende ist Dr. Zeller übergesiedelt nach Leipzig, dort freiberufliche Tätigkeit für die Friedrich-Ebert-Stiftung und den Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters.
Ab 1994 war er ehrenamtlicher Stadtrat der Stadt Leipzig, unter anderem Mitglied im Fachausschuss Finanzen und Aufsichtsrat der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH.

Rückkehr nach Bayern und kommunale Ämter
1996 – 2008 Erster Bürgermeister der Stadt Schongau am Lech
2008 – 2014 Landrat des Landkreises Weilheim-Schongau
Seit 2014 selbständiger Berater und Trainer für Spitzenkräfte, sowie Lehrbeauftragter der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Hof und der Universität der Bundeswehr Neubiberg.

Familie und ehrenamtliches Engagement
Dr. Friedrich Zeller hat mit seiner Frau Birgit drei Kinder: Maximilian, Felix und Franziska.
Er engagiert sich ehrenamtlich als Stadtrat in Schongau und als Kreisrat und beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) als stellvertretender Landesvorsitzender.
In seiner Freizeit fährt er gerne Ski und ist mit dem Radl unterwegs.

Fotos:
Bilder 1, 2 und Titelbild: aus eigener Quelle.
Foto 3: Fotocredit: Kees van Surksum.

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