Die Memminger SPD nominiert Dr. Friedrich Zeller

23. Januar 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Im prall gefüllten kleinen Saal der Memminger Stadthalle wurde am vergangenen Samstag Dr. Friedrich Zeller vor etwa 250 anwesenden Gästen mit 63 von 64 stimmberechtigten Wahlstimmen offiziell zum OB-Kandidaten der Memminger SPD nominiert.

Nach einer Begrüßung und der Abwicklung der Formalitäten der Nominierungsversammlung durch Stadtrat Rolf Spitz, freute sich Franktionsvorsitzender Dr. Hans-Martin Steiger in seiner Stellungnahme über das große Interesse der Memminger Bürger_Innen. Er wies nochmals auf die tragische Ursache dieser erneuten Wahlen und die daher schwierige Situation des Memminger SPD-Ortsvereins hin.

Dieser, wie vor allem die Familie Markus Kennerknechts und viele Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt haben den plötzlichen Verlust Markus Kennerknechts noch nicht verdaut und seien noch immer in der Zeit der Trauer, doch die politische Realität stehe nicht still und die gesetzlich vorgegebenen Fristen stellen auch sie vor eine Pflichtaufgabe.

Dennoch, betonte Dr. Steiger, habe der Memminger Ortsverein auch diesmal die gleichen Wahlkriterien angesetzt, wie bereits bei den vorangegangenen Wahlen: Es müsse ein Kandidat sein, der sich an den Menschen orientiere, ein Ohr für seine Mitbürger_Innen habe, den Dialog suche und die notwendige Sachkompetenz mitbringe. Urteilsvermögen, Sachkenntnis, Konsensfähigkeit, Geradlinigkeit und Offenheit seien darüber hinaus aus der Sicht der örtlichen SPD das notwendige Rüstzeug eines 1. Bürgers der Stadt, ihr Anspruch sei nach wie vor, einen Oberbürgermeisterkandidaten zu finden, der „der Stadt Bestes suche“.

Nominierung OB-Kandidat SPD, Dr. Friedrich Zeller, 21.01.2017

Im heute als Berater und Trainer tätigen Dr. Friedrich Zeller habe man einen Kandidaten gefunden, der diese Ansprüche erfülle und hervorragend qualifiziert sei für das Amt eines Oberbürgermeisters einer kreisfreien Stadt wie Memmingen.

Dabei bezog sich Dr. Steiger auch auf die langjährige Berufserfahrung Dr. Zellers als kommunaler Spitzenbeamter, Aufsichtsratsvorsitzender und Dozent, die Ausübung des Amtes des ersten Bürgermeisters der oberbayrischen Stadt Schongau und seine Tätigkeiten als Landrat von Weilheim-Schongau.

Zudem sei es ein glücklicher Umstand, so Dr. Steiger weiter, dass Dr. Zeller Markus Kennerknecht nahestand und diesen über einen längeren Zeitraum beratend begleitet habe. Auch sei Dr. Zeller mit seinen 50 Jahren jung genug, um anstehende Entwicklungsprozesse auch langfristig zu begleiten und umzusetzen.

Blick nach vorne

Altoberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger zeigte sich ebenso betroffen von der tragischen Situation und dankte nochmals für die große Anteilnahme, auch seitens der Memminger Partnerstädte. Dennoch, so Dr. Holzinger, müsse man nach vorne schauen.

Die weltoffene, liebenswerte, blühende Stadt Memmingen mit ihrer guten wirtschaftlichen Entwicklung und ihren anstehenden Aufgaben brauche einen Oberbürgermeister, der die Entwicklung der Stadt weitertrage und das Amt leidenschaftlich vertrete.

Auch er zeigte sich überzeugt, mit Dr. Friedrich Zeller einen „Oberbürgermeister für alle“ gefunden zu haben, der die Belange der Stadt mit Leidenschaft und Kompetenz weiterführen werde.

Nominierung OB-Kandidat SPD, Dr. Friedrich Zeller, 21.01.2017

Dr. Friedrich Zeller stellt sich vor

Trauerbewältigung brauche Zeit, beginnt Dr. Friedrich Zeller, doch ebenso brauche man Entscheidungen. Dies sei ein Balance-Akt zwischen Herz und Verstand, doch sei er sich sicher, dass auch Markus Kennerknecht gewollt hätte, dass es weitergehe. Er wolle die Kraft und den Schwung Markus Kennerknechts als Anstoß nehmen, seine guten Ansätze weiterzuführen und Bürgernähe aktiv zu leben.

„Wer bin ich?“

Den im Memminger Osten aufgewachsenen Friedrich Zeller prägten in seiner Jugend vor allem seine Jahre in der Evangelischen Gemeindejugend und der Jugendkapelle, erzählt er über sich selbst. In seinen späteren „Lehr- und Wanderjahren“ habe ihn vor allem die Zeit in Leipzig geprägt, wo er nach der Wende in der Zeit des Aufbruches bei der Friedrich-Ebert-Stiftung tätig war und in den Stadtrat gewählt wurde.

Bei seiner Rückkehr nach Bayern auf Wunsch seiner Frau Birgit, sah er seine Aufgabe in der Politik, recht schnell fand er diese als Bürgermeister der Stadt Schongau. Zu seiner Wahl in den Landrat stellte er besonders hervor, dass von 71 Landräten nur sechs von der SPD gestellt wurden, was bedeutet, dass dieser Umstand zu einer deutlichen Seltenheit zählte.

In seiner Funktion als Landrat habe er auch dazu beigetragen, Projekte umzusetzen, die zur Energiewende beitrugen, er habe zur Inklusion Beiträge geleistet und auch unbequeme Entscheidungen gefällt.

Als Ehrenamtlicher gab er Kurse in deutscher Sprache für Flüchtlinge und engagierte sich im Stadtrat, sowie im Kreistag Schongau.

Die letzten erfolgreichen Jahrzehnte der Stadt Memmingen, die die Stadt an einen Spitzenplatz in Bayern gebracht haben, sei eine Folge konstruktiver Zusammenarbeit, zahlreicher erfolgreicher Unternehmen, und eine gute Verkehrsvernetzung.

An der Weiterführung dieser Spitzenposition Memmingens mitbeteiligt zu sein, würde ihm große Freude bereiten, den anstehenden Aufgaben wie der IKEA-Ansiedlung, der er positiv gegenübersteht, dem Projekt Soziale Stadt Ost, der Entwicklung des Bahnhofsareals, der Klinikum- und Bäderfrage steht er mit großem Interesse gegenüber.

Nominierung OB-Kandidat SPD, Dr. Friedrich Zeller, 21.01.2017

„Was ist mir wichtig?“

Freundschaft, Verlässlichkeit, Vertrauen, sich und anderen etwas zutrauen, Positives Denken, ein gutes Miteinander und ein Zusammengehörigkeitsgefühl nennt Dr. Zeller als ihm wichtige Werte und bezieht sich auf eine Aussage in der SPD-Bildungspolitik: „Keiner darf verloren gehen.“

Allen Donald Trumps dieser Welt etwas entgegenstellen

Allen Donald Trumps dieser Welt müsse ein Konzept eines fruchtbaren und konstruktiven Miteinanders entgegengestellt werden, ist Dr. Zeller überzeugt. „Weder unbesonnen noch furchtsam“ würde er die Verantwortung gerne übernehmen, die Stadt Memmingen mit Herz und Verstand als ein Bürgermeister für alle zu leiten.

Die zahlreichen Gäste und Ehrengäste, darunter auch der junge Bundestagskandidat Pascal Lechler, würdigten seine Rede mit einem lang anhaltenden Applaus.

Stadtrat, und MdL a.D. Herbert Müller, der die Versammlung leitete, bezeichnete es als ein Zeichen, dass bei dieser Nominierungsversammlung so viele Bürger_Innen ihr Interesse zeigten.

Nachdem er gerade am Vorabend eine Rede voller Hass und Ausgrenzung gehört habe – wobei er sich auf die Rede Donald Trumps zu seinem Amtsantritt bezog – hätten die Worte Dr. Zellers dieser Stadt Zuversicht vermittelt, mit ihm einen Oberbürgermeisterkandidaten gefunden zu haben, dessen Interesse es ist, Menschen zu verbinden, nicht zu trennen, so Herbert Müller.

Nominierung OB-Kandidat SPD, Dr. Friedrich Zeller, 21.01.2017

Auch Stadträtin und Vorsitzende des Behindertenbeirats Verena Gotzes bat die anwesenden Wähler um ihre Unterstützung von Dr. Zeller bei den Wahlen zum Oberbürgermeister am 19. März, denn, so Verena Gotzes, sie sei sich sicher, dass bei Dr. Zeller auch die Menschen Gehör fänden, die sich sonst oft in Randgruppen wiederfinden und sich schwertun, gehört und als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft anerkannt zu werden.

Daniel Täger, der für die Memminger JUSOS sprach, stellte zunächst hervor, was er, wie auch viele andere junge Menschen, besonders an Markus Kennerknecht geschätzt habe. So zeigte er sich zuversichtlich, dass Dr. Zeller, der den eingeschlagenen Weg Markus Kennerknechts weiterverfolgen möchte, mit dem gleichen ehrlichen Interesse den Belangen der Jugend entgegentrete. Es sei sehr wichtig, sich als Jugendlicher wahrgenommen und ernst genommen zu fühlen und zu wissen, dass auch ihre Anliegen berücksichtigt werden.

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