Meine erste „Late Night“ des Landestheaters Schwaben

7. Februar 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Das neue Format „Late Night“ am Landestheater Schwaben verspricht „nur“ so viel: „Zwischen politischer Alltagssatire und charmanter Salonunterhaltung angesiedelt, wird die Veranstaltung durch die jeweiligen Paten aus dem Ensemble und unser verrücktes Zeitgeschehen geprägt werden. Jeweils zum Monatsende werden hier Ensemblemitglieder außergewöhnliche Ereignisse, menschliche Großtaten des vergangenen Monats oder auch nur absurdes Talent präsentieren. Überraschungen garantiert!“

Wie das dann jeweils konkret aussehen wird, darunter konnte ich mir zunächst wenig vorstellen, umso neugieriger war ich und endlich habe ich es am vergangenen Samstag zur monatlichen Late Night des Landestheaters geschafft, diesmal unter dem Titel „FIFTY SHADES OF HOLLYWOOD – LOVESTORYS UND ANDERE KATASTROPHEN“, das in diesem Monat in dazu passender Kulisse, dem Foyer des ehemaligen Union Kinos stattfand.

Locker und sehr unterhaltsam moderiert von Greta Lindermuth, Regieassistentin am LTS, die an diesem Abend in die Rolle einer Filmproduzentin schlüpfte, wurde das Publikum, das das Foyer des ehemaligen Union Kinos aus den Nähten platzen ließ, von Beginn an mit einbezogen.

Late Night, Landestheater Schwaben, Memmingen, 04.02.2017

Eine der wenigen Vorgaben des Abends war die rahmenbildende Geschichte: Direkt aus Los Angeles angereist, erklärt uns die Filmproduzentin, dass zur Verfilmung eines Blockbusters, Memmingen als ein Drehort gewählt wurde und es dafür gelte, noch eine Hauptrolle zu casten. Die Jury sollte das Publikum bilden, die vier vorgeschlagenen Kandidaten: Don Corleone höchstpersönlich, neben Jeanette Abadubo (oder so ähnlich) – Pornodarstellerin und Tochter einer Frau aus Paderborn (?) und einem afrikanischen Vater, Arnold Schwarzenegger in Person und Marlene Jaschke, die eigentlich eine erfundene Figur der deutschen Kabarettistin Jutta Wübbe ist.

In Don Corleone erkannte ich natürlich gleich Jan Arne Loos, Jeanette Abadubo wurde gespielt von Publikumsliebling Sandro Šutalo. In die Figur der Marlene Jaschke schlüpfte Anke Fonforek und um herauszufinden, dass Elisabeth Hütter, die wie alle vier, Teil des Ensembles des LTS und selbst Österreicherin ist, unter den vielen Muskeln von Arnold Schwarzenegger steckte, musste ich tatsächlich nachfragen.

Late Night, Landestheater Schwaben, Memmingen, 04.02.2017

Schnell wurde klar, dass das Format Late Night ein sehr offenes Format ist, das neben wenigen rahmenbildenden Vorgaben, die aus der Thematik entstehen, viel Raum für Improvisation, Spontaneität und gelebte Kreativität lässt und die Zuschauer mit einbezogen werden.

Bei der Befragung der vier Kandidaten nach ihren Beweggründen, sich für die Rolle zu bewerben, wie auch nach ihrer bisherigen Karriere und was es für sie bedeute, ein „Actor“ zu sein, kommen die Antworten erfrischend spontan und improvisiert. Die Zuschauer hingegen kamen spätestens ab diesem Zeitpunkt kaum noch aus dem Lachen heraus.

Ähnlich wie bei einem Impro-Theater waren es dann auch die Zuschauer, die die Drehorte, oder den Film-Genre durch Zuruf vorschlugen, bei denen die vier Kandidaten nun ihr Talent in verschiedenen Szenenvorgaben demonstrieren sollten, um am Ende – wieder vom Publikum – den besten Kandidaten für ihren Blockbuster auszuwählen.

Late Night, Landestheater Schwaben, Memmingen, 04.02.2017

Schlüsselszenen aus 100 Jahren Hollywood-Filmgeschichte wurden dafür gewählt, wie die Szene aus „Der Untergang der Titanic“, bei der Kate Winslet mit ausgebreiteten Armen am Bug der Titanic steht („Ich fliege…“) und Leonardo DiCaprio ihr endgültig das Herz stiehlt, vorgeführt von Arnold Schwarzenegger und Marlene Jaschke in drei Film-Genre-Varianten: im Original, als Western und als Stummfilm – was haben wir gelacht.

Doch da ging es schon weiter mit einer Szene aus „Dem Schweigen der Lämmer, gespielt von Jeanette und Don Corleone, die die gleiche Szene dann noch in Zeitraffer als Musical spielten…

Nachdem der Kandidat auch hiernach noch nicht feststand, musste ein weiteres Impro-Spiel her: 12 berühmte Zitate wurden aus dem Publikum gesammelt, das auch die Drehorte festlegen sollte, an denen die Szenen spielen sollten und der Dialog ausschließlich die gesammelten Zitate beinhalten sollte.

Late Night, Landestheater Schwaben, Memmingen, 04.02.2017

Ich weiß nicht, ob Sie sich vorstellen können, was mit Zitaten wie „Mein Baby gehört zu mir“, „Geschüttelt, nicht gerührt“, „Schau mir in die Augen, Kleines“, „Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben“, „Yippieyayeh Schweinebacke“, „Warum ist der ganze Rum weg?“, „Ich bin ein Möter, halb Mensch, halb Köter“, „Lauf, Forest, lauf“, oder „Hasta la vista, Baby“ in einem Memminger Parkhaus, einer Sauna, oder während der Geburt des ersten Kindes an Dialogen entstehen kann, eines entsteht jedoch dabei sicher: Situationskomik pur.

Der Eintritt ist übrigens frei! Und vielleicht sind Sie beim nächsten Mal auch dabei. 😉 Für Überraschungen ist in jedem Falle gesorgt.

Viel mehr tolle Fotos von dem äußerst amüsanten Late Night-Abend des LTS auf unserer Facebookseite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kostenlosen Newsletter abonnieren!

Verpassen Sie keine neuen Termine, Stellenangebote und Kleinanzeigen mehr. Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter-Service noch heute!

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Bitte beachten Sie die Datenschutzbestimmungen. Sie können den Newsletter in der Newsletter E-Mail abbestellen.