Blaulichtempfang und Würdigung des Ehrenamtes

15. Februar 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

„Ehrenamtliches Engagement bildet das Rückgrat unserer Gesellschaft“, bringt Bürgermeisterin Margareta Böckh bei Ihrer Begrüßung einen großen Teil des Inhaltes des Blaulichtempfanges auf den Punkt, zu dem der CSU Kreisverband Memmingen am vergangenen Montag einlud, um die vielen meist ehrenamtlichen Rettungs- und Sicherheitskräfte zahlreicher Organisationen zu würdigen.

Allein die Feuerwehren, das Rettungswesen und der Katastrophenschutz stellen in Bayern ca. 470.000 Einsatzkräfte – 450.000, also etwa 95 % davon im Ehrenamt, klärt uns der Bayerische Staatsminister des Inneren, für Bau und Verkehr Joachim Herrmann in seiner Festrede auf.

Allein diese Zahlen lassen uns ahnen, wie es um unser Land bestellt wäre, würde es nicht Menschen geben, „die mehr als nur ihre Pflicht tun, die 24 Stunden am Tag zu unserem Schutz in Bereitschaft stehen und ihr eigenes Leben dafür einsetzen, das Leben anderer und deren Hab und Gut zu schützen“, führt uns Staatsminister Herrmann vor Augen.

Blaulichtempfang Memmingen, CSU, 13.02.2017

Wertschätzung

Ziel der Veranstaltung war vor allem die Wertschätzung und die Würdigung des Engagements dieser Menschen, „die man nicht genug schätzen kann“, betonte der Staatsminister mehrfach, denn „es ist nicht selbstverständlich,“ neben einem anderen Beruf viel Zeit und Kraft für unser aller Wohl auf freien Stücken zu investieren.

„Auch unsere Staatsform, eine funktionierende Demokratie, wäre ohne das Ehrenamt nicht möglich“, denn „Freiheit kann sich nur da entfalten, wo die Menschen sich sicher und geschützt fühlen,“ betonte der Staatsminister und würdigte die anwesenden, zum größten Teil ehrenamtlichen Hilfs- und Sicherheitskräfte als Vorbilder für unsere Gesellschaft.

Feuerwehr, Rettungswesen und Katastrophenschutz

Zum nichtpolizeilichen Schutz vor Gefahren und Katastrophen stehen die Feuerwehren, unsere freiwilligen Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter, die DLRG, die Wasserwacht, die Bergwacht und das Technische Hilfswerk rund um die Uhr für unseren Schutz und unsere Rettung bei Unfällen und Katastrophen auf der Straße, in den Bergen und im Wasser bereit, führt uns Joachim Herrmann vor Augen.

Naturkatastrophen, wie bei uns vor allem Hochwasserkatastrophen, aber auch Chemieunfälle oder Unglücksfälle wie das Zugunglück in Bad Aibling fordern die Rettungsorganisationen in besonderer Weise und beweisen dennoch, wie die Einsatzkräfte vieler verschiedener Organisationen harmonisch ineinandergreifen und mit schnellem, kompetenten Einsatz lebensrettend zusammenwirken.

Blaulichtempfang Memmingen, CSU, 13.02.2017

Technische Ausrüstung und Anforderungen

Die technischen Ausrüstungen, die immer komplexer würden, den Aufwand an Ausbildung und die Ansprüche an die Ehrenamtlichen damit steigern, werden von den Kommunen und dem Staat gestellt. Doch die Zeit, auch für die Ausbildung selbst, die Übernahme von Verantwortung und das große Engagement für unsere Mitmenschen sei, was die ehrenamtlichen Helfer hier selbstlos einbringen – auch dafür gelte ihnen unser aller Dank, würdigte der Staatsminister.

Beispielhafter Einsatz für das Leben unserer Mitmenschen

Allein die Feuerwehren mussten in Bayern im Jahr 2015 über 218.000-mal ausrücken, davon wurden sie etwa 17.000-mal zu Brandeinsätzen, zu 117.000 Technischen Hilfeleistungen und zu 61.000 Rettungsdiensteinsätzen gerufen.

Dabei konnten allein die Feuerwehren in Bayern rund 1.700 Mitbürger_Innen bei Bränden retten, knapp noch einmal so viele Personen über Feuerwehrleitern und knapp 13.000 Bürgerinnen und Bürgern in Bayern bei Verkehrsunfällen das Leben retten!

Diese Zahlen machen vor allem eines deutlich: Wie viele Menschen nicht mehr unter uns wären, gebe es diese ehrenamtlichen, vorbildlich geschulten Helfer nicht.

Blaulichtempfang Memmingen, CSU, 13.02.2017

Tätliche Angriffe auf Rettungs- und Sicherheitskräfte nehmen zu

Kaum zu fassen, dass gerade diese Menschen neben Polizisten vermehrt tätlichen Angriffen ausgesetzt sind. Zur Abschreckung von Gewalt gegen Rettungs- und Sicherheitskräfte begrüßte Herrmann die Strafverschärfung bei Gewaltanwendung gegen diese Menschen, die täglich ihren Kopf für uns hinhalten.

Das beste Mittel jedoch, diese Tendenz zu brechen, ist die Anerkennung und die Wertschätzung dieser für unsere Gesellschaft so wichtigen Menschen zu fördern, uns vor Augen zu halten und andere dafür zu sensibilisieren.

Mangelnder Nachwuchs

Schwierig hingegen gestalte sich die Aufgabe, für ausreichend Nachwuchs in diesen Organisationen zu sorgen, gerade vor dem Hintergrund ihrer gesellschaftlichen Bedeutung sei dies eine wichtige Herausforderung, um langfristig für Schutz und Sicherheit in unserem Land zu sorgen.

Doch allein im guten Sinn, für andere da zu sein, in der Entwicklung von Teamgeist und Kameradschaft, im Entwickeln von Verantwortungsgefühl und der Vorbildhaftigkeit dieser meist ehrenamtlichen Aufgaben lege auch ein großer Anreiz vor allem für die Jugendarbeit.

Blaulichtempfang Memmingen, CSU, 13.02.2017

Sicherheit und Polizei

Gerade für die Sicherheit sei natürlich die Polizei eine wichtige Instanz. „Wir können stolz darauf sein, dass Bayern das sicherste aller Bundesländer ist“, so Joachim Herrmann und weist darauf hin, dass Bayern den höchsten Personalbestand an Sicherheitsbeamten aufweise und gleichzeitig den niedrigsten Wert an Kriminalität.

Vor dem Hintergrund zunehmender terroristischer Angriffe plane man den Personalbestand jedoch noch aufzustocken: Jährlich sollen 500 weitere Stellen besetzt und bis 2020 2.000 neue Sicherheitskräfte in Bayern hinzukommen.

„Sicherheit ist eine Kernaufgabe des Staates und eine Errungenschaft unseres Rechtsstaates und einer modernen Demokratie,“ betont der Staatsminister, dafür müsse der Staat die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Im täglichen Leben seien es jedoch die ehrenamtlichen, wie auch die hauptamtlichen Sicherheitskräfte, die den Rahmen hierfür bilden.

Die großen Herausforderungen für 2017

Die großen Herausforderungen in diesem Jahr seien besonders die terroristischen Attacken radikaler islamistischer Gruppierungen oder radikalisierter Einzeltäter und die Cyberkriminalität.

Bezüglich letzterem fordert Staatsminister Herrmann eine Überarbeitung in der Gesetzgebung, die eine Überwachung zur Prävention wie auch zu Fahndungszwecken von telefonischen Nachrichten und Anrufen erlaube, eine Überwachung von WhatsApp-Kommunikation jedoch nicht, nachdem diese nicht dem Kommunikationsgesetz, sondern dem Mediengesetz unterworfen ist.

Abschließend richtete Staatsminister Joachim Herrmann nochmals seinen herzlichen Dank vor allem an die vielen anwesenden hochprofessionellen Ehrenamtlichen, die in vielfältigem Engagement und zahlreichen Organisationen ihr Leben einsetzen, um das anderer und deren Hab und Gut zu schützen.

Fotos:
Foto 4 (und Titelbild) & Foto 2: Blaulichtempfang und Würdigung des Ehrenamtes, veranstaltet vom CSU Kreisverband Memmingen am 13.02.2017.
Bild 3: (Fotos v. li.): MdL Klaus Holetschek, OB-Kandidat (CSU) Manfred Schilder, Bayerischer Staatsminister des Inneren, für Bau und Verkehr Joachim Herrmann.
Bild 3: Foto li: Staatsminister Joachim Herrmann. Foto re. (v. li.): Stadtrat Christoph Baur, Staatsminister Joachim Herrmann, Manfred Schilder.

Fotos: aus eigener Quelle.

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