Jugend trifft OB-Kandidaten Manfred Schilder (CSU)

3. März 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Unter dem Motto „Jugend trifft Schilder“ sprach OB-Kandidat Manfred Schilder gestern Abend im „Bernitos“ in der Memminger Salzstraße. Die Belange der Anwesenden beliefen sich vor allem auf die vorwiegende Altersausrichtung Memmingens, den Mangel an Attraktivität für die Jugend, den bisher mangelnden Dialog mit der Jugend, das Unterdrücken von Eigeninitiativen durch die Stadtverwaltung, die Attraktivität der Innenstadt, die Parkplatzsituation und Aktivitäten in den Ferien.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte sich Manfred Schilder nochmals in einem kurzen Abriss den leider nur knapp 30 Zuhörern vor, die darüber hinaus zum größten Teil „Ü35-Jugendliche“ waren. Er betonte dabei, dass ihm der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern wichtig sei, die offene Diskussion, wie auch die gemeinsame Entscheidungs- und Konsensfindung zum Nutzen aller Beteiligten.

Jugend trifft Manfred SChilder, OB-Kandidat (CSU), Memmingen, 02.03.2017

Was ist der Jugend wichtig?

In einem zweiten Teil beschrieb Manfred Schilder seine Sicht der Punkte, die ihm für die Jugend wichtig erscheinen, darunter das Thema Sportstätten einschließlich der Bäderfrage, das Thema Kultur, schnelles Internet und die Bildung in Memmingen.

Betreffend der Bäderfrage sei im Stadtrat ein Beschluss gefasst worden, der ein ganzjährig nutzbares Frei- und Hallenbad vorsieht, was er gerne zum Abschluss bringen möchte. Zu klären sei dabei einmal ein alternativer Standort: Anstelle des Standortes des aktuellen Freibades würde sich seiner Ansicht nach ebenso der Bereich der Arena, des Sportcampus und der Eissporthalle anbieten, nachdem dort bereits viele große Sportanlagen angesiedelt sind.

Zu bedenken gebe es jedoch, dass bis zu einer Umsetzung dieses Großprojektes „Ganzjahresbad“ dennoch Sanierungsbedarf der existierenden Bäder bestehe, die bis dahin nutzbar gehalten werden müssten.

Zum Thema Kultur schlug er vor, existierende Hallen wie die Stadionhalle und die Eissporthalle auch außerhalb der Saison mehr zu nutzen, beispielsweise für Konzerte oder sonstige Veranstaltungen.

Das schnelle Internet im gesamten Stadtgebiet sei sehr wichtig vor allem für die Memminger Unternehmen, heute jedoch zunehmend auch ein wichtiger Faktor für Familien. Hier gelte es weiter mit Hochdruck an der nötigen Infrastruktur zu arbeiten.

Die Bildung ist aus Sicht von Manfred Schilder in Memmingen insgesamt gut aufgestellt mit zwei neuen Realschulen, den beiden Gymnasien, den Berufsschulen, der Fachoberschule, vielen weiteren Bildungseinrichtungen, und sei nun durch den zarten Anfang der Hochschulaußenstelle noch aufgewertet worden.

Weitere Bedarf gelte es auszuloten und zielorientiert zu entwickeln, basierend auf der Frage, was in Memmingen erwartet werde und was sinnvoll sei. Einen Hochschulstandort mit einem Campus von 5.000 Studenten werde es in Memmingen angesichts des Angebotes in Ulm und Kempten wohl nicht geben, so Manfred Schilder.

Was seiner Ansicht nach jedoch kein Schaden sei, wenn man es schaffe, die Akzeptanz von dualen Ausbildungen auf das gleiche Niveau zu heben wie akademische Ausbildungen. – (Ein großes und schwieriges Unterfangen. Denn auch wenn uns die ganze Welt um unsere dualen Systeme beneidet und sie sicher äußerst wertvoll sind, wird die angestrebte Akzeptanz solange nicht gleichwertig sein, solange sich die dualen Systeme nicht in der ganzen Welt verbreitet haben, was die unterschiedliche Ausrichtung von akademischer und dualer Systeme dennoch nicht annuliert und vielleicht auch gar nicht annulieren sollte… aber das ist nur den Gedanken von mir weitergedacht und ausformuliert, ohne Anspruch auf Richtigkeit).

Zusammenfassend stellte Manfred Schilder hervor, Memmingen brauche dringend einen Masterplan: Infrastruktur, Versorgungsstruktur, die Mobilität und der ÖPNV müsse zukunftsfähig sein, dafür gelte es den notwendigen Rahmen zu schaffen und dies sei Aufgabe der Stadt.

Sein Ziel sei es, die Stadt so einzurichten, dass es eine Stadt ist, „in der man sich wohl fühlt.“

Jugend trifft Manfred SChilder, OB-Kandidat (CSU), Memmingen, 02.03.2017

Fragen der Anwesenden

An diesem Punkt des Abends lud Manfred Schilder die Anwesenden ein, Fragen und Anregungen einzubringen.

Memmingen ist auf die älteren Generationen ausgerichtet

Der erste Einwand aus dem Zuhörerraum war, Memmingen sei zum größten Teil auf die älteren Generationen ausgerichtet, biete wenig Attraktivität für die Jugend und ein Dialog mit der Jugend habe über die letzten Jahrzehnte hinweg nicht oder kaum stattgefunden.

Manfred Schilder sagte dazu, es sei sehr wichtig, zuzuhören und auch er höre immer wieder die Klage von jungen Menschen, sich nicht wahrgenommen zu fühlen. Es gelte hier Formate des Dialoges zu suchen, um die Menschen mehr mitzunehmen und Entscheidungen miteinander zu fällen.

Eigeninitiative wird erstickt

Ein weiterer Gast beklagte, dass Eigeninitiativen hier im Keim erstickt würden und die Stadtverwaltung sehr oft Steine in den Weg lege.

Aus Sicht von Manfred Schilder seien „nicht Menschen für die Verwaltung da, sondern die Verwaltung für die Menschen.“ Die Verwaltung habe vor allem die Funktion der Dienstleistung an den Menschen.

Er würdigte dabei den großen Beitrag, den Unternehmen – ob groß oder klein – zu dieser Gesellschaft und dem Wohlstand dieser Stadt leisten und versprach: „Wirtschaft wird bei mir einen anderen Stellenwert bekommen.“

Am Beispiel der Memminger Firma Kunststoff Klaus, die sich nun nach Aitrach verlagert, sehe man, dass der Dialog mit den Unternehmen zu wenig stattgefunden habe und von ihm zukünftig angestrebt werde.

Jugend trifft Manfred SChilder, OB-Kandidat (CSU), Memmingen, 02.03.2017

Attraktivität für neue Industrieansiedlungen?

An diesem Punkt warf ein Zuhörer ein, dass doch alle Standorte im Konkurrenzkampf stünden, was Firmenansiedlungen angehe.

Manfred Schilder stellte klar, dass es in dem von ihm genannten Fall um Bestandspflege gehe und neue Ansiedlungen mehr als einen Glücksfall betrachtet werden müssten.

Attraktive Stadt trotz IKEA

Wie kann sich unsere Stadt trotz IKEA attraktiv halten?, fragte ein weiterer Anwesender.

Es müsse eine Symbiose gefunden werden, so Manfred Schilder. IKEA sei wertvoll für unsere Stadt, jedoch müsse es so angegangen werden, dass beide Partner davon profitieren.

Ein unabhängiger Gutachter sei seitens des Stadtrates in die Wege geleitet worden, der klären soll, welche Auswirkungen der existierende Plan auf die Memminger Innenstadt habe.

Auf die Notwendigkeit der Fachmärkte angesprochen, bekannte sich Manfred Schilder ebenfalls im Zweifel über die Aussage, dass sich IKEA ausschließlich mit den Fachmärkten in Memmingen ansiedeln würde.

Die Gutachten kämen bisher alle von IKEAs Seite, nun gelte es die „Peer-Review“ (Kreuz- oder Doppelbildgutachten) von unserer Seite abzuwarten.

Zu viel Aufenthaltsqualität bei IKEA zu schaffen sei sicher auch nicht in unserem Sinne, denn Besucher gelte es von dort auch in unsere Innenstadt einzuladen, was allein mit einem Shuttlebus nicht gewährleistet werde.

Parkhäuser

Einer von zwei Beiträgen, die tatsächlich von Zuhörern im Alter von unter 30 Jahren kamen, beklagte die seiner Ansicht nach hohen Parkgebühren in Memmingen, vor allem in Parkhäusern.

Manfred Schilder schlug an diesem Punkt vor, ein ähnliches Konzept wie in Kempten anzuwenden: Alle Parkplätze kostenpflichtig zu gestalten und damit ein ausgefeiltes ÖPNV-Netz zu finanzieren, das eine großflächige und sinnvolle Abdeckung des öffentlichen Verkehrs gewährleiste. Wichtig sei, Ideen für sinnvolle Gesamtkonzepte zu entwickeln.

Angebote für Menschen, die sich keinen Urlaub leisten können

Der zweite Einwand, der von einer jungen Teilnehmerin kam, beinhaltete das mangelhafte Angebot für diejenigen Menschen, die sich keinen Urlaub leisten können und in den Ferien oft nicht wüssten, was tun.

Manfred Schilder antwortete, es wurde diesbezüglich ein Antrag im Stadtrat initiiert, beispielsweise Sporthallen auch in den Ferien zu öffnen. Insgesamt gelte es hier, die existierende Infrastruktur besser zu nutzen.

Weitere Termine mit und Infos über Manfred Schilder finden Sie auf www.manfred-schilder.de.

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