Eschensterben und Baumfällungsarbeiten entlang der Harter Halde

8. März 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Kranke Eschenbäume gefährden die Verkehrssicherheit am Haldenweg – Die Eschenkrankheit „Eschentriebsterben“ verschlimmert sich auch im Raum Memmingen zusehends. „Vor allem im nördlichen Bereich des Haldenweges Richtung Staatsstraße sind die Eschen deutlich an der Pilzerkrankung befallen“, berichtet der Leiter der Städtischen Forstverwaltung, Stefan Honold. Den erkrankten Eschen drohe ein schleichender Tod.

So seien dort bereits ganze Kronenteile abgestorben und tote Äste drohen herunterzufallen, so der Forstamtsleiter. „Auch wenn es sehr schwer fällt müssen wir die bis zu 40-jährigen Eschen aus Sicherheitsgründen jetzt fällen. Selbstverständlich wird baldmöglichst wieder aufgeforstet“, so Honold.

Mittlerweile gibt es wenige Eschen im Stadtgebiet, die noch nicht vom Pilz befallen sind. Die Esche wurde vor allem auf Feuchtstandorten oder an grundwasserzügigen Hängen gepflanzt. Forstliche Forschungsanstalten arbeiten mit Hochdruck daran, die Baumart Esche in Deutschland zu retten. Bisher jedoch ohne Erfolg.

Eschensterben, Memmingen, 08.03.2017

Hintergrundinfos

Der Verursacher des Eschentriebsterbens (auch „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt) hat sich mittlerweile in 22 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas etabliert und ist auch in Bayern flächendeckend in den Eschenbeständen zu beobachten.

Seit seinem Erstnachweis in Deutschland im Jahr 2007 (in Bayern 2008) wird eine negative Krankheitsentwicklung in Eschenbeständen jeglichen Alters zunehmend sichtbar. Mit einem Rückgang der Krankheit ist derzeit nicht zu rechnen und auch die Anzahl resistenter Eschen ist sehr gering. Deshalb wird derzeit gezielt an der Aufklärung des Infektionsweges, dem Krankheitsverlauf und der Ausbreitung des Pilzes geforscht.

Welkeerscheinungen

Im Frühstadium der Erkrankung treten an der Mittelrippe der Blätter bräunliche Nekrosen (= das Absterben einzelner Glieder oder zahlreicher Zellen) auf. Ab Mitte Juli sind dann an den infizierten Eschen auffällige Welkeerscheinungen zu beobachten, die einen vorzeitigen Blattfall und Kronenverlichtungen zur Folge haben. Besonders charakteristisch sind die lange am Trieb verbleibenden Blattstiele, die von der Esche nicht auf natürliche Weise abgestoßen werden.

Rindenverfärbungen

Die befallenen Triebe weisen gelblich-ockerfarbene bis rostrote Rindenverfärbungen ohne Schleimfluss oder Rindenrisse auf.

Befallen werden zunächst vor allem die Leit- und Seitentriebe, die in der Folge rasch absterben. Durch Austrieb an der Pflanzenbasis oder durch schlafende Knospen, versucht die Pflanze auf die Infektion zu reagieren. Beim Fortschreiten des Krankheitsverlaufs sterben später auch diese Seitentriebe ab.

Blattflecken

Typisch sind Blattflecken nach einer Infektion mit den Pilzsporen von Hymenoscyphus pseudoalbidus.

(Quelle: http://www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/063829/index.php)

Eschensterben, Memmingen, 08.03.2017

Forschung

Erstmalig wurde das Eschentriebsterben in Deutschland 2002 beobachtet und der Erreger wurde 2007 nachgewiesen. Die genaue Identität des Erregers Hymensocyphus fraxineus (syn. H. pseudoalbidus) mit seiner Nebenfruchtform Chalara fraxinea, sowie dessen Herkunft aus Japan (von Fraxinus mandshurica) konnte 2011 bzw. 2012 geklärt werden.

Seit wenigen Jahren sind die Krankheitssymptome bundesweit unübersehbar und es entstehen so große Verluste durch schlechte Stammformen und Mortalität, dass gegenwärtig die forstliche Zukunft der Baumart Esche in Frage gestellt scheint.

Andererseits zeigt sich bisher ein kleiner Prozentsatz der Eschen gegen die Krankheit unanfällig, sodass daraus eine künftig weniger anfällige Eschengeneration entstehen könnte. Zu vielen Fragen der Resistenz und zur Infektionsbiologie besteht noch dringender Forschungsbedarf.

(Quelle: http://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/schaden/pilze_nematoden/fva_handlungsempfehlung_eschentriebsterben/index_DE)

Eschen – Gattung

In Europa sind drei Arten heimisch: die Gemeine Esche, die Manna-Esche und die Schmalblättrige Esche. Vorsicht: die Eberesche (oder auch Vogelbeerbaum genannt) gehört nicht zur Gattung der Eschen! Die Eschen sind eine Pflanzengattung in der Familie der Ölbaumgewächse, während die Eberesche (Vogelbeerbaum) ein Laubbaum in der Gattung Mehlbeeren ist.

Fotos:
Illustrative Beispiele gesunder Eschen.

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